IGM 2017/2018: Luzern holt erstmals seit vier Jahren wieder den Innerschweizer Meistertitel

Das siegreiche Quartett der SG Luzern wurde mit dem Meistertitel belohnt: Fritz Mühlebach, Belhadri Benmia, Roman Deuber und Aleksandar Rusev,
 
Aleksandar Rusev (links) und Roman Deuber setzten im Schlussspurt die Akzente im Luzerner Team.
Die Erleichterung war Präsident Werner Rupp am Schluss anzusehen: endlich holt die SG Luzern nach vier Jahren wieder den Meisertitel. Ein 2:2 gegen Vorjahressieger und Titelverteidiger Tribschen brachte den erhofften Titelgewinn. Matchwinner war Roman Deuber (Elo 2058), der Jürgen Strauss (2233) in letzter Minute "matt" setzte und so nach dem frühen Sieg von Fritz Mühlebach gegen Martin Herzog den benötigen Einzelpunkt sicherte. Mit 4,5 Punkten aus fünf Partien setzte er zudem eine persönliche Bestmarke (90% Gewinnprozente). Die Schachgesellschaft Luzern beendet damit eine dreijährige Durststrecke mit drei zweiten Plätzen (2014 hinter Goldau/Schwyz, 2015 und 2016 hinter Tribschen). Hinter Luzern platzierten sich Tribschen und Zug auf dem Podest.

Die zentrale Schlussrunde der Innerschweizer Gruppenmeisterschaft ist so etwas wie der Höhepunkt für die Schachspieler nach einer langen Wintermeisterschaft, die von Oktober bis Ende Februar dauert. Sieben Runden und 28 Partien pro Team werden gespielt, ehe der Teamwettkampf entschieden ist. Die SG Luzern als grösster und erfolgreichster Klub ist dabei stets der Gejagte und die Jäger (in diesem Fall die übrigen sechs Teams der Regionalliga A) freuen sich, wenn sie dem Favoriten Punkte abnehmen können. Nicht so in diesem Jahr. Die Ausgangslage für den "Final" gegen Tribschen erarbeitete sich die SG Luzern in den vorausgegangenen Runden mit sechs Siegen in eben so vielen Runden. Ein Unentschieden reichte dem Tabellenführer in der Schlussrunde, um nach 2014 endlich wieder den Wanderpreis in die Höhe stemmen zu können. Dafür brauchte es allerdings Nerven. Belhadri Menmia verpatzte seine Partie schon früh gegen Daniel Lustenberger und brachte damit Luzern in Rücklage. Aber sonst sieht seine Bilanz mit 5,5 Punkten aus sieben Partien - darunter fünf Siege in Serie - sehr gut aus.Glücklicherweise konnte Luzern in dieser Saison wieder auf Fritz Mühlebach zurückgreifen und seine Einsätze lohnten sich. 3,5 Punkte aus fünf Partien (nur gegen Sursee musste er sich geschlagen geben) gaben dem Team den nötigen Halt. Er bezwang in der Schlussrunde Martin Herzog in einem überlegenen Endspiel. In der Schlussphase musste Luzern allerdings das Glück auf seine Seite zwingen. Trotz besserer Stellung verlor Jürgen Strauss seine Partie mit Weiss gegen den deutlich unterlegenen Roman Deuber. Dieser konnte einen Bauern umwandeln und Jürgen Strauss ohne Gegenwehr "matt" setzen. Eine schöne Schlusskombination und die Erlösung für Luzern. An Brett 1 nämlich unterlag Aleksandar Rusev (2340) seinem Gegner Kevin Cremer (2215) in der Schlussphase mit einem ganzen Turm weniger. Mit dem 2:2 holte sich Luzern den Wanderpreis zurück, auf dem sie in den letzten zwanzig Jahren schon zehnmal eingraviert sind. Bei Luzern wurden auch noch Silvio Bucher (2 aus 4) und Enrique Almada (2 aus 2) eingesetzt. Andrin Wüest spielte eine Partie gegen Entlebuch.

In der zentralen Schlussrunde im Restaurant Rebstock in Wolhusen gab es noch weitere Resultate. Zug bezwang Goldau/Schwyz (ohne Lubomir Kovac) 2.5 zu 1.5 und sicherte sich Rang 3. das Team von Willy Dürig, Roland Levrand, Fridolin Marty und Cyrill Leuthold krönte eine gute Saison mit dem dritten Schlussrang. Entlebuch unterlag Sursee mit 1:3 und muss nun sogar in die Regionalliga B absteigen. Sursee verpasste in der Vorschlussrunde mit einer Niederlage gegen Tribschen in aussichtsreicher Position den Vizemeistertitel. Für die Überraschung sorgte Aufsteiger Hergiswil: Die Nidwaldner - verstärkt durch die beiden Luzerner Markus Räber und Erwin Schilliger - bezwangen nach Entebuch auch Baar klar und deutlich und sicherten sich den Ligaerhalt. Resultate: Luzern - Tribschen 2:2, Zug - Goldau/Schwyz 2.5:1.5; Entlebuch - Sursee 1:3, Hergiswil - Baar 3.5:0.5. Schlussrangliste: 1. SG Luzern 7/13, 2. Tribschen 7/12, 3. Zug 7/10, 4. Sursee 7/9, 5. Goldau/Schwyz 7/6, 6. Hergiswil 7/4, 7. Entlebuch 7/2, 8. Baar 7/0.
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