Karate: Schweizermeisterschaft Ippon-Shobu vom 12. Juni in Bern

Emma Dillier hat richtig gepockert

Alle reden in diesem Frühsommer vom Wetter, vor allem über die klimatische Schlechtwetterfront und verweisen für einmal die Debatten über die politische Gross-Wetterlage auf die hinteren Ränge. Glücklicherweise war letzte Woche bei der TAISHO-Karateschule Luzern/Altdorf die erfolgreiche Rangierung der Wettkampfgruppe bei der Schweizermeisterschaft im Ippon-Shobu in Bern das dominante Gesprächsthema. Dies aus gutem Grund; Man durfte 3 Schweizermeister-Titel feiern.

Im Gegensatz zur Swiss Karate League wurde die Ippon-Shobu Schweizer Meisterschaft nach dem traditionellen System ausgetragen. Es ist das ursprüngliche Wettkampf-System, bei dem - ausser bei den Kindern (U14) - ohne Gewichtsklassen angetreten wird. Konzentration auf den Gegner ist unabdingbar und entscheidet über Sieg oder Niederlage.

Bei den U-18-Juniorinnen überzeugte Emma Dillier aus Schattdorf im Kumite. Sie bezwang im Finalkampf ihre Gegnerin Laura Eggertswyler aus Fribourg kurz vor Ablauf der regulären Kampfzeit mit zwei perfekt platzierten Armtechniken. Die Überraschung über den Sieg war ihr denn auch anzusehen, hatte sie doch nicht damit gerechnet, die starke Gegnerin zu schlagen. Für Emma Dillier ist es – nach dem Sieg mit dem Kata-Team an der letzten Schweizermeisterschaft bei den U-18- Juniorinnen - bereits die zweite Goldmedaille. Auch Trainer Toni Romano freut sich über die Leistung seines Schützlings, stuft er doch den Stellenwert dieses Erfolgs als hoch ein. Emma musste in letzter Zeit einige Niederlagen verkraften, obwohl sie die technischen sowie die konditionellen Voraussetzungen mitbringt. Oft entscheidet dann eben auch der Moment, ob alles zusammenstimmt oder nicht. Dass es diesmal aufgegangen ist, führt die Schattdorferin auf ihre veränderte mentale Einstellung zurück. Sie hatte ihre Selbstzweifel ausgeräumt und sich auf ihre Stärken fokussiert. Gemäss Toni Romano wurde Emmas Ehrgeiz bisweilen durch ihre Verbissenheit gebremst. Möglicherweise hat auch die Matura-Arbeit das Ihrige beigetragen und Emma soweit abgelenkt, dass sie das Projekt SM lockerer angehen konnte. Wie auch immer - bei ihrer Matura-Arbeit beschäftigt sich Emma ebenfalls mit Kampfkunst, nämlich mit der Selbstverteidigung für Frauen. Damit die Arbeit kein Papiertiger wird, hat sie für Interessierte im „Kollegi Altdorf“ ein spezielles Programm zusammengestellt und präsentiert dieses in drei Lektionen ihren Kursbesuchern.

In diesem Kurs wird auch ihre zwölfjährige Schwester Moira mit von der Partie sein, denn auch sie ist ein „angefressener“ Karateka. Der Dritte im Bunde “Dillier“ ist Bruder Moritz. An dieser Schweizermeisterschaft in Bern hatten - ausser Emma - auch Moira und Moritz brilliert. Moritz gewann Silber im Team der U-16-Junioren zusammen mit Andrés Acevedo, und Amar Malkoc, Moria holte sich Gold bei den U-14-Mädchen. „Moira ist ein Super-Talent“, schwärmt Toni Romano. „Sie ist hochintelligent, für ihr Alter technisch perfekt und unglaublich konsequent“.

Der Medaillensegen war für die Taisho an diesem Sonntag noch nicht zu Ende. Ausser den Dilliers konnte die Taisho noch weitere Medaillen feiern. Das Kumite-Team mit Ilija Letic, Michael Rüegg und Ivan Zappa erkämpfte sich Gold, wobei Michael Rüegg bei der Elite im Kumite zusätzlich Dritter wurde. Bei den Mädchen U-14 brillierte Audry Pentassuglia im Kumite und holte sich Bronze. Bei den Männern/Knaben U-14, Kumite über 40 kg glänzte Elio Romano auf dem 3. Podestplatz. Zudem sicherte sich das Team mit Daniel Hrgovcic, Mario Pentassuglia und Michael Unternährer im Kumite mit dem 2. Platz den Vize-Schweizermeistertitel, wobei Michael Unternährer sich auch bei den U-18-Junioren im Kumite den 3. Platz erkämpfte.

Das Strahlen von Trainer Toni Romano und den erfolgreichen Athlten wirkte ansteckend und motivierend. Im Wissen, dass diese Erfolge jeweils nur Teiletappen auf dem sportlichen Weg darstellen, geniessen die jungen Wettkämpferinnen und Wettkämpfer die Sommermonate, in denen der Trainingsrhythmus etwas moderater ausfällt. Aber ohne geht’s nicht. Am 8. - 11. Juli 2015 findet in Luzern – erstmals im neugebauten Dojo - das Master Camp mit italienischen Gasttrainern statt. Hier können die jungen Sportler ihre Techniken weiter perfektionieren. Anschliessend beginnen bereits die Vorbereitungen für den Herbst.

Wir wünschen dem Team von Toni Romano, dass es nach der Sommerpause den Spirit dieser Schweizer Meisterschaft in die zweite Saisonhälfte tragen und an den Erfolg nahtlos anknüpfen kann. Und natürlich, gute Erholung!


Magdalena Zurfluh-Bolliger
21.06.2016
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