Luzern nach zwei Siegen in der Doppelrunde weiterhin alleiniger Leader der NLA

Roland Lötscher ist momentan der beste NLA-Spieler mit 4.5 Punkten aus fünf Partien.
 
Dennis Breder (Bodan) bezwang Robert Hübner nach einer eindrücklichen Partie.
 
Roger Gloor holte den ersten Punkt für das Heimteam und konnte entspannt den Spielverlauf verfolgen.
Die Luzerner Schachspieler bauen ihren Vorsprung an der Tabellenspitze der Nationalliga A weiter aus. Am Samstag besiegte Luzern Bodan Kreuzlingen trotz einer der seltenen Niederlagen von Robert Hübner mit 6:2 und am Sonntag wurde auswärts Aufsteiger Solothurn mit 6½:1½ ebenso deutlich besiegt. Weil die Verfolger weiter Punkte liessen, liegt Luzern jetzt zwei Punkte vor Riehen und Zürich und weist klar am meisten Brettpunkte auf. Luzern ll musste in der Nationalliga B gegen Herrliberg die zweite Niederlage in Serie einstecken. Zwei weitere Luzerner Mannschaften befinden sich dafür auf Aufstiegskurs.

Die Schachgesellschaft Luzern konnte der Doppelrunde vom Samstag/Sonntag gegen die beiden Aufsteiger Bodan Kreuzlingen und Solothurn gelassen entgegensehen. Zum einen stehen sie an der Tabellenspitze der NLA und zum andern nehmen sich die Gegner Runde für Runde gegenseitig Punkte ab. Zwar musste sich das Team von Mannschaftsleiter Oliver Kurmann am Samstag kurz vor der Zeitkontrolle nach vier Stunden Spielzeit im Schock erholen, dass Grossmeister Robert Hübner (2601) am ersten Brett gegen Dennis Breder (2438) die Partie mit der Einbusse von zwei Zentrumsbauern innert kürzester Zeit einstellte und schliesslich aufgab. Glücklicherweise führte da das Heimteam dank Siegen von Roger Gloor (2363) gegen Peter Plüss (2169) und Vincent Riff (2322) gegen Michael Schmid (2238) in einem taktischen Endspiel mit 2:0 und der Sieg von Enrique Almada (2313) gegen den tapfer kämpfenden Vincenz Reichmuth (1634!) war nur eine Frage der Zeit. Auch GM Martin Krämer (2525) konnte sich trotz einer schwach gespielten Eröffnung sicher ins Ziel retten und liess Theo Hommles (2409) keine Chance. Valery Atlas (2477) einigte sich nach 40 Zügen mit Dieter Knödler (2309) auf ein Remis. Oliver Kurmann konnte sich im letzten Moment aus einer heiklen Situation mit einem Minusbauern noch ins Remis retten und Roland Lötscher behandelte ein taktisches Endspiel mit je fünf Bauern und Springer gegen Läufer ausgezeichnet und setzte seinen Gegner überraschend „matt“. Mit 6:2 war Bodan Kreuzlingen noch gut bedient, denn ohne den Lapsus von Robert Hübner wäre das Endergebnis noch deutlicher ausgefallen.

Am Sonntag reiste das Team zum zweiten Aufsteiger nach Solothurn und liess ausser drei Remis von Ovseyevych gegen Hübner, Berchtold gegen Atlas und Schenker gegen Almada dem Gastgeber keine Chance und nahm die zwei Punkte mit in die Innerschweiz. Weil Zürich beim 4:4 gegen Wollishofen wiederum einen Punkt abgab, liegen die Luzerner nach fünf Runden und vor der Sommerpause klar in Führung. Auch die Brettpunkte sprechen deutlich für den Meister von 1991, der gerne seinen zweiten Titel feiern würde. Doch im Herbst stehen mit Gèneve, Winterthur, Zürich und Riehen die vier stärken Widersacher auf dem Programm, allerdings mit dem Vorteil, dass den Luzernern in diesen Duellen ein Unentschieden genügt, während die Gegner stets auf einen Sieg spielen müssen, wollen Sie Luzern von der Spitze verdrängen. Diesen Vorteil gilt es möglichst lange zu halten, ehe Mitte Oktober das Finale in Genf ansteht.

Nationalliga A, 4. Runde: Luzern - Bodan Kreuzlingen 6:2 (Hübner - Breder 0:1, Krämer - Hommeles 1:0, V. Atlas - Knödler 0.5:0.5, Lötscher - Modler 1:0, Kurmann - Egle 0.5:0.5, Riff - Schmid 1:0, Almada - Reichmuth 1:0, Gloor - Plüss 1:0). Echallens - Zürich 2.5:5.5, Riehen - Réti Zürich 6:2, Genf - Winterthur 4:4, Solothurn - Wollishofen 3:5. Nationalliga A, 5. Runde: Solothurn - Luzern 1.5:6.5 (Owsejewitsch - Hübner 0.5:0.5, Flückiger - Krämer 0:1, Schwägli - Lötscher 0:1, Berchtold - V. Atlas 0.5:0.5, Habibi - Kurmann 0:1, Schenker - Almada 0.5:0.5, Fischer - Riff 0:1, Krebs - Beckhuis 0:1).

Zürich - Wollishofen 4:4, Bodan - Riehen 3.5:4.5, Réti - Genf 3.5:4.5, Winterthur - Echallens 6:2. Rangliste: 1. Luzern 5/10 (30.5). 2. Riehen 5/8 (26). 3. Zürich 5/8 (25.5). 4. Winterthur 5/7 (24). 5. Genf 5/7 (23). 6. Wollishofen 5/5 (18.5). 7. Bodan 5/3 (18.5). 8. Réti 5/2 (14.5). 9. Echallens 5/0 (10.5). 10. Solothurn 5/0 (9).

Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLA: GM Christian Bauer (Zürich) und IM Roland Lötscher (Luzern) je 4.5 Punkte aus 5 Partien, FM Vincent Riff (Luzern) 4/4.

Zweite Niederlage für Luzern ll
Nach der Niederlage vor drei Wochen in Mendrisio, hatte Luzern ll am Sonntag den Aufstiegsfavoriten Herrliberg mit vier Grossmeistern zu Gast. Auch ohne Weltmeister Vladimir Kramnik ist das team von der Zürcher Goldküste kaum zu bezwingen und dürfte nächste Saison zweifellos in der obersten Spielklasse auftauchen. Das Team von Aleksandar Rusev lieferte aber den Zürchern einen guten und interessanten Wettkampf an allen Brettern. Lubomir Kovac (2263) unterlag GM Joe Gallagher (2447), Werner Kaufmann (2226) GM Sebastian Bogner (2551) und Rusev (2319) verlor am ersten Brett Francisco Vallejo Pons (2711), dem Spitzenspieler der OSC Baden-Baden. Der Luzerner Mannschaftsleiter verlor in einer taktischen Partie mit zwei Figurenopfern zwar das Duell gegen die aktuelle Nummer 11 der Weltrangliste, aber er hatte auch seine Chance und der Spanier musste sich geschickt und fehlerlos verteidigen, um die Partie nicht zu verlieren. Das Husarenstück lieferte aber einmal mehr Fabian Bänziger, seit letzter Woche jüngster Fide-Meister der Schweizer Schachgeschichte. Der Schüler aus Pfäffikon überschritt schon vor der Junioren EM die Grenze von 2300 Elo und gehört im Kreis der Nationalmannschaft zu den hoffnungsvollsten Talenten überhaupt. Am Ende der letzten Saison wechselte er von March/Höfe zu Luzern und zeigt schon im ersten Jahr eine ausgezeichnete Performance. Am Sonntag bezwang Bänziger (2244) den IM Christian Maier (2389) und holte damit den einzigen Sieg für das Heimteam. Leider verpassten Andrin Wüest und Dimitry Atlas gegen leicht schwächere Gegner eine bessere Ausgangslage, sonst wäre möglicherweise eine kleine Überraschung möglich gewesen. Tribschen gewann gegen ein in Unterzahl angetretenes Schwarz Weiss Bern deutlich und disussionslos mit 8:0!

Nationalliga B, Ost: Luzern II - Herrliberg 3:5 (Rusev - Vallejo Pons 0:1, Rüetschi - Fontaine 0.5:0.5, Kovac - Gallagher 0:1, Kaufmann - Bogner 0:1, Bänziger - Maier 1:0, Wüest - Kuhn 0.5:0.5, D. Atlas - Wüthrich 0.5:0.5, Graf - Meier 0.5:0.5). Schwarz-Weiss Bern - Tribschen 0:8 (Papakonstantinou - Nideröst 0:1, Nazarenus - Schmid 0:1, Balzer - Herzog 0:1, Ramseyer - Bellmann 0:1, Dietiker - Hoffmann 0:1, Gabersek 0:1 f., Neubert 0:1 f., Bucher 0:1 f.). Nimzowitsch Zürich - Mendrisio 3:5, Baden - Zürich II 3.5:4.5, Olten - Winterthur II 2:6. Rangliste: 1. Mendrisio und Herrliberg je 4/8 (22), 3. Zürich II 4/5 (14.5), 4. Schwarz-Weiss 4/5 (13), 5. Baden 4/4 (17), 6. Luzern II 4/3 (16), 7. Winterthur II 4/3 (15), 8. Tribschen 4/2 (16.5), 9. Olten 4/2 (12), 10. Nimzowitsch 4/0 (12).

Zwei Teams auf Aufstiegskurs
Luzern 4 führt in der zweiten Liga die Tabelle ohne Verlustpunkte an und kann mit einem weiteren Sieg am kommenden Dienstag gegen Goldau/Schwyz bereits die Teilnahme an den Aufstiegsspielen bewerkstelligen. Auch Luzern 6 steht an der Spitze der Rangliste, allerdings in der 4. Liga. Die Mannschaft von Paul Mikota spielt erstmals in der Meisterschaft mit und das mit grossem Erfolg, wie die Resultate zeigen. Weniger gut läuft es Luzern 3 und Luzern 5, aber mit etwas Glück und Können werden sich beide bis Ende Saison noch in eine bessere Ausgangslage bringen.
1. Liga, Zentral: Réti Zürich II - Zug 3.5:4.5 (Porras Campo - Dürig 1:0, Mansoor - Zuber 0:1, Hauser - Deuber 0.5:0.5, Lapp - Voinikonis 0:1, Uhlmann - Musil 1:0, Lang - Lee 0.5:0.5, Thode - Zindel 0:1, Hofstetter - Krumm 0.5:0.5). Rangliste: 1. St. Gallen 4/8 (25), 2. Wollishofen II 4/8 (20.5), 3. Wädenswil 4/6 (19), 4. Réti II 4/4 (17), 5. Bellinzona 4/2 (13.5), 6. Gligoric 4/2 (12.5), 7. Zug 4/2 (11.5), 8. Lenzburg 4/0 (9).
2. Liga, Zentral I: Goldau-Schwyz - Lenzburg 3.5:2.5, Zürich - Luzern 2.5:3.5. Zentral II: Luzern - Springer 2.5:3.5, Zug - Entlebuch 1.5:4.5.
3./4.Liga Liga: Cham - Winterthur 4.5:1.5, Tribschen - Zürich 3.5:2.5, Luzern - Rontal 3:3. Altdorf - Freiamt 2:4, Emmenbrücke - Baar 2.5:3.5, Thun - Entlebuch 3:3. Zentral II: Luzern - Escher Wyss 3.5:2.5, Tribschen - Baar 3.5:2.5, Emmenbrücke - Freiamt 1.5:4.5.
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