Luzern stellt nach 26 Jahren wieder den Schweizer Einzelmeister im Schach

Vadim Milov spielt seit dieser Saison für Luzern und er holte sich an der SEM in Leukerbad seinen ersten Meistertitel im klassischen Schach. Damit geht der Titel auch ein bisschen an die SG Luzern, die zudem noch Chancen auf den Mannschaftstitel hegt.
 
Beat Züger war vor 26 Jahren der letzte Meister der für Luzern spielte. In Leukerbad wurde er als Startnummer 20 "nur" 27, in einem 112 Spieler umfassenden und international stark besetzten Teilnehmerfeld mit über 40 Titelträgern.
26 Jahre (1989 in Biel) sind seit dem letzten Meistertitel von IM Beat Züger, Siebnen, vergangen, bis am letzten Freitag in Leukerbad der seit dieser Saison für Luzern spielende Vadim Milov, den Meistertitel für Luzern eroberte. Zwar wurde er im international ausgeschriebenen Turnier als Startnummer 1 (Elo 2647) nur Fünfter, doch die vor ihm klassierten Spieler waren als Ausländer nicht titelberechtigt. Zum Start der Schweizer Einzelmeisterschaft (SEM) bezwang er die Nummer 31, Andy Huss, Lausanne, der eine grosse Luzerner Vergangenheit hat und 1989 bis 1999 mit Luzern spielte und in diesen elf Saisons über 90 NLA-Partien bestritt und 1991 den bisher einzigen Meistertitel mit der Mannschaft feiern durfte. In Runde 2 traf er auf seinen ehemaligen Klubkameraden Joe Gallagher (Neuenburg), mit dem er remisierte. Runde 3 (Noel Studer) und 4 (Fabian Bänziger) gingen klar an Milov, der damit die Tabellenführung übernahm. Überraschenderweise musste er gegen den als Nummer 10 gesetzten Yannick Pelletier (beide spielten in den erfolgreichen Jahren anfangs des Jahrhunderts in Biel) eine Niederlage einstecken, was ihn vorerst weit zurückwarf. Mit Richard Gerber und Clois Vernay (beide CE Genève) besiegte er zwei ernsthafte Konkurrenten sicher, ehe er nochmals, wieder mit Schwarz, gegen die Nummer 2 Christian Bauer (Montpellier) unterlag. Damit schien der Traum vom ersten Meistertitel ausgeträumt, wäre da nicht das Kämpferherz von Vadim Milov. Mit einem Sieg in der Schlussrunde gegen Markus Klauser (Nummer 21), holte er die bisher führende Alexandra Kostenjuk (Frauenweltmeisterin 2008 - 2010) ein und es kam zu einem Stichkampf, den Milov mit einem Sieg und einem Unentschieden zu seinen Gunsten entschied. So holte Vadim Milov als Nummer 1 der Schweizer Führungsliste den Meistertitel nach Luzern und verwies Kostenjuk und Pelletier auf die Plätze 2 und 3. Herzliche Gratulation an Vadim Milov!

Der Zuzug von Vadim Milov (geboren am 1.8.1972) entpuppt sich für die Schachgesellschaft Luzern immer mehr zum Glücksfall. Nach 26 Jahren geht der Titel in der Einzelmeisterschaft endlich wieder einmal in die Innerschweiz und in der bisher durchaus erfolgreich verlaufenen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) steht Luzern nicht zuletzt dank Vadim Milov direkt hinter Genève mit einem Brettpunkt Rückstand auf Platz 2 und hat erstmals seit 1991 wieder realistische Chancen auf den Meistertitel. Mit Riehen, Zürich und Genève warten zwar drei Titelaspiranten, aber mit Milov am ersten Brett sind die Hoffnungen und Erwartungen deutlich gestiegen. Vorerst freuen sich die Mitglieder der SG Luzern über den Meistertitel ihres Aushängeschildes Vadim Milov.

In Abwesenheit von Roland Lötscher (letztes Jahr in Bern Zweiter) und IM Oliver Kurmann (keine Ferien), stand neben Milov nur noch IM Beat Züger am Start des Nationalturniers mit reellen Chancen auf den Turniersieg. Die Form dazu reichte aber nicht aus, um an die guten Leistungen aus den Vorjahren anzuknüpfen und so musste sich der Ausserschwyzer mit dem bescheidenen 27. Rang zufrieden geben. Vier Siege, drei Remis und zwei Niederlagen (Pelletier und Gähwiler) waren die Ausbeute für den langjährigen NLA-Spieler von Luzern, der demnächst seine 250. Partie für Luzern bestreitet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.