Luzern überrascht mit einem sensationellen NLA-Auswärtssieg zum Saisonstart gegen Riehen

Noel Studer zeigte bei seinem Einstand bei Luzern eine ausgezeichnete Leistung und hielt GM Olivier Renet stets unter Druck und in "Schach".
 
Lena Georgescu holte bei ihrer ersten Partie für Luzern gleich den ganzen Punkt gegen Monika Müller-Seps.
 
Oliver Kurmann revanchierte sich gegen Dennis Breder auf eindrückliche Weise für seine Niederlage im Vorjahr.
Nach der missratenen Vorsaison, in die er als Titelanwärter nur auf dem 8. Platz landete, setzte die Schachgesellschaft Luzern zum Auftakt der neuen Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) ein Ausrufezeichen und gewann den Spitzenkampf gegen Riehen mit 5,5 zu 2,5 relativ deutlich. Beide Teams spielten ohne ihre nominelle Nummer 1 (bei Riehen fehlte GM Markus Ragger, bei Luzern GM Robert Hübner), ansonsten waren aber ziemlich ausgeglichen. Umso überraschender kam das klare Resultat.

Am Spitzenbrett neutralisierte Martin Krämer den einheimischen GM Andreas Heimann klar und Neuzuzug Noel Studer gelang dasselbe Kunststück gegen GM Olivier Renet. Beide erreichten damit ein wichtiges Unentschieden. An Brett 3 zeigte Oliver Kurmann eine feine Partie und überspielte seinen Gegner mit guter Vorbereitung. Nach 17 Zügen verbrauchte Kurmann lediglich 15 Minuten seiner Zeitvorgabe, während Breder schon fast die ganze Zeit aufgebraucht hatte und damit nicht mehr in der Lage war, alles zu kontrollieren und auszurechnen. Kurmann nahm mit seinem Sieg Revanche für die Niederlage im Vorjahr, als Breder noch bei Bodan Kreuzlingen spielte und Luzern eine schmerzliche Niederlage zufügte. Im Sog der guten Stellungen und Zeitvorteilen gelang auch Valery Atlas eine fast perfekte Partie. Nach einer soliden Eröffnung setzte er zum Angriff an, gewann eine Figur und später noch die Qualität und zwang seinen Gegner in akuter Zeitnot und aussichtsloser Stellung zur Aufgabe.

Wesentlichen Anteil am Mannschaftssieg hatten die zwei für Luzern spielenden Junioren, die beide gewannen. FM Fabian Bänziger (15) schlug Sebastian Schmidt-Schäffer, FM Davide Arcuti (18) setzte sich gegen Gregor Haag durch. Vincent Riff (2340) hielt das Remis gegen Turdyev (2427) und als einziger musste Roland Lötscher (2410) die Waffen streichen. Er verlor gegen GM Ognjen Cvitan (2442) in klarer Verluststellung. Das war nach dem Sieg in der Schlussrunde in Genf und der Schlussrunde im Vorjahr in Zürich schon das dritte Aufeinandertreffen in Serie. Mit diesem klaren Auswärtssieg zum Saisonauftakt glückte der Mannschaft natürlich ein Start nach Mass und gibt auch für die kommenden Runden viel Selbstvertrauen. Wichtig war zudem, dass sich die beiden Neuen – Noel Studer und Davide Arcuti – gut ins Team integrierten und für zusätzliche Stabilität sorgten. Oliver Kurmann hat als Mannschaftsführer eine gute Nase bei der Aufstellung gezeigt und so sein Team zum Erfolg geführt. Mit Mendrisio am 15. April wartet ein angeschlagener, aber umso gefährlicherer Gegner. Die Tessiner verloren zu Hause Genève CE mit 1:7. Mit GM Robert Hübner steht den Luzernern ihre Nummer 1 wieder zur Verfügung und die Statistik erklärt Luzern zum klaren Favoriten.

Die vier anderen Resultate entsprachen der Papierform. Topfavorit Genf deklassierte Mendrisio gleich 7:1 und nahm damit eindrücklich Revanche für die 3½:4½-Niederlage an der NLA-Schlussrunde im vergangenen Oktober, welche die Genfer den Titel kosteten. Ebenfalls 7:1 gewann Titelverteidiger Winterthur gegen Aufsteiger Echallens. Immerhin gelang IM Guillaume Sermier dabei eine Ehrenmeldung. Der Waadt¬länder remisierte am ersten Brett gegen den neu für Winterthur spielenden, 353 ELO-Punkte mehr aufweisenden GM Pentala Harikrishna, seines Zeichens die aktuelle Nummer 26 der Weltrangliste.Wie Echallens startete auch der zweite Neuling St. Gallen gegen Réti Zürich erwartungsgemäss mit einer Niederlage (2:6). Knapper als erwartet endete das Zürcher Derby, das Vizemeister Zürich gegen Wollishofen mit 5:3 gewann.

Nationalliga A. 1. Runde. Riehen - Luzern 2½:5½ (Heimann - Krämer ½:½, Renet - Studer ½:½, Breder - Kurmann 0:1, Georgiadis - V. Atlas 0:1, Cvitan - R. Lötscher 1:0, Schmidt-Schäffer - Bänziger 0:1, Turdyev - Riff ½:½, Haag - Arcuti 0:1).
Echallens - Winterthur 1:7, Zürich - Wollishofen 5:3, Mendrisio - Genf 1:7, St. Gallen -Réti Zürich 2:6

Partien der 2. Runde (15. April): Winterthur - St. Gallen, Mendrisio - Luzern, Réti - Genf, Echallens - Zürich, Riehen - Wollishofen.

Luzern ll mit Niederlage

Setzte es in der letzten Saison noch eine 1:7-Heimniederlage ab, so konnte Luzern am Sonntag lange mithalten und sich sogar Hoffnungen auf einen Punktegewinn machen. Lena Georgescu gewann an Brett 4 nämlich gegen Monika Seps das Duell der Schweizer Meisterinnen und brachte Luzern damit in Führung.  Mit Alexander Belezky von Bayern München, Lena Georgescu vom SK Bern, Lars Rindlisbacher von Zürich und Carole Forestier setzte Luzern gleich vier neue Spieler ein, die letztes Jahr noch nicht bei Luzern gespielt haben. Zudem kehrte Andrin Wüest nach einer Denkpause ins Team zurück und bildete mit Werner Kaufmann das solide Mittelduo. Trotzdem reichte es nicht ganz zum Punktegewinn, weil die letzten zwei Bretter neben fünf Remis verloren gingen und so auch der  Wettkampf  zu Gunsten von Zürich ausging.


Zudem überzeugte Tribschen mit einem deutlichen Sieg gegen Winterthur und dürfte diese Saison ebenso wenig in Abstiegsgefahr geraten, wie die SG Luzern. Schon in der zweiten Runde kommt es zum Derby Tribschen gegen Luzern ll.

Nationalliga B, Ost: Zürich II - Luzern II 4½:3½ (Friedrich - Belezky ½:½, Guttulsrud - Gloor ½:½, Vincent - Rindlisbacher ½:½, Müller-Seps - Georgescu 0:1, Goldstern - Kaufmann ½:½, Csa¬jka - Wüest ½:½, Fischer - D. Atlas 1:0, Patzelt - Forestier 1:0).
Tribschen - Win¬terthur II 5½:2½ (Räber - Kelecevic ½:½, Cremer - Borner 1:0, Lustenberger - Jovanovic ½:½, Fischer - Schweighoffer 1:0, Schwander - Ballmer 1:0, Herzog - Zesiger 1:0, Hoffmann - Jähn ½:½, Neubert - Krenz 0:1).
Bodan Kreuzlingen - Wollishofen II 5:3, Baden - Réti Zürich II 3½:4½, Solothurn - Wettswil 5:3

Partien der 2. Runde (15. April): Tribschen - Luzern II, Bodan - Zürich II, Solothurn - Wollishofen II, Réti II - Wettswil, Winterthur II - Baden.

In der 1. Liga verloren die beiden Innerschweizer Teams von Luzern lll (3:5 gegen Trub¬scha¬chen II) und Zug (3½:4½ gegen Zü¬rich III) relativ knapp. Bei Luzern gab es nebst 6 Remis zwei Niederlagen von Roman deuber und Nysret Krasniqi, bei Zug reichten die Niederlagen von Cyrill Leuthold und Gavin Zweifel für die Niederlage.
1. Liga, Zentralgruppe. Luzern III - Trubschachen II 3:5 (Deuber - Lipecki 0:1, P. Lötscher - Ramseier remis, Benmia - Lazar remis, Portmann - Künzi remis, Krasniqi - Si. Thuner 0:1, Bucher - Felder remis, Züsli - Sivanandan remis, Speck - Kunz remis). Zug - Zürich III 3,5:4,5 (R. Zweifel - Berset remis, Dürig - Haufler 1:0, Wilhelm - Preziuso remis, Leuthold - Jung 0:1, Zuber - Issler remis, Musil - Schönhof remis, Lee - Trümpler remis, G. Zweifel - Kummle 0:1).

2. Liga. Oberglatt - Goldau-Schwyz 3,5:2,5. Zentral II: Tribschen - Réti 1,5:4,5. Letzi - Entlebuch 2:4. Zug - Bellinzona 2:4. Nordwest I: Luzern - Riehen 1,5:4,5. 3. Liga:.Tribschen - Entlebuch 3:3. Cham - Mutschellen 6:0. Zentral III: Baar - Zürich 3:3. Zentral IV: Baar ll - Sorab 6:0 f. Luzern - Zofingen 4:2. Rontal - Emmenbrücke 5:1. 4. Liga: Altdorf – Emmenbrücke 4:2.
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