Luzern verspielt Tabellenführung und Meisterschaft

Mannschaftsleiter Oliver Kurmann sorgte mit seinem Sieg für die wichtige Führung gegen Winterthur.
 
Feierte einen schönen Sieg bei seinem NLA-Debut: der 13-jährige Fabian Bänziger aus Pfäffikon/Sz.
Es war kein erfolgreiches Wochenende für die Schachgesellschaft Luzern. Die Nachtragspartie gegen Winterthur (mit zwei Olympiateilnehmern) ging mit 3:5 verloren, wobei durchaus Chancen auf einen Punktegewinn vorhanden waren. Damit ist für die Schlussrunde vom 8./9. Oktober in Genf nicht mehr viel zu erwarten.

Die Voraussetzungen für einen echten Spitzenkampf waren gegeben, standen sich doch zwei Mannschaften mit durchschnittlich 2400 Elo gegenüber. Vier Grossmeister (Hübner und Krämer auf Luzerner, Jussupow und Jenni auf Winterthurer Seite) sowie sechs IM in den beiden Aufstellungen von Luzern (2.) und Winterthur (4.) waren die Merkmale dieser Begegnung. Taktisch hatten sich beide Teams etwas einfallen lassen, um ein mögliches Übergewicht auf ihre Seiten zu verschieben. Die Begegnung fing für Luzern sehr verheissungsvoll an, hatten doch Kurmann (2459) gegen Ballmann (2410) und am ersten Brett Martin Krämer (2555) gegen Artur Jussupow (2597) eine Gewinnstellung aufgebaut. Mannschaftleiter Oliver Kurmann verwertete seine Stellung im 26. Zug und deutlich vor der Zeitkontrolle zur Führung des Heimteams. Bis zur Zeitkontrolle nach 40 Zügen und vier Stunden Spielzeit einigten sich Hübner (2593) und Nico Georgiadis (2486) nach dreissig Zügen sowie Roland Lötscher (2449) und Richard Forster (2467) nach 34 Zügen ebenfalls auf ein Remis. Just vor der Zeitkontrolle machte Martin Krämer einen bedauerlichen Fehlzug und stand von da an unter Druck und auf Verlust, was sich Artur Jussupow nach einer weiteren Stunde Spielzeit auf dem Partieformular bestätigen liess und zum 2:2 ausglich. In der Zwischenzeit hatte nämlich auch Fabian Bänziger (2305) bei seinem NLA-Debut gegen Julian Schärer (2264) einen Sieg herausgespielt. Dafür brauchte er gerade mal 44 Züge und Roger Gloor (2383) hatte seine Partie gegen Denis Kaczmarczyk (2382) verloren. Damit liefen nur noch an Brett 6 und 8 zwei heisse remis verdächtige Partien.

Am Ende eingebrochen
Enrique Almada (2308) kämpfte im Endspiel mit Läufer und Bauer gegen Emanuel Schiendorfer (2373) mit Turm und Bauer ums Remis. Leider verpasste der sonst solide und vor Wochenfrist gegen Landenberge erfolgreich spielende Krienser den richtigen Zug zum Remis und musste die Partie nach 63 Zügen aufgeben. Jetzt hätte Florian Jenni bereits ein Unentschieden zur Siegsicherung gereicht. Damit wollte sich der Grossmeister aus Zürich aber nicht zufrieden geben und er zeigte einmal mehr sein Können. In einem Endspiel mit zwei Bauern und einem Springer überrumpelte Jenni (2448) den für Luzern spielenden Gernod Beckhuis (2291) mit nur einem Bauern und einem Springer mit einer schönen Kombination und sicherte so den Gästen den 5:3-Auswärtssieg. Damit können die Winterthurer an der Schlussrunde mit zwei auf dem Papier leichten Gegnern (Wollishofen und Bodan) noch um den Meistertitel spielen, während es für Luzern vermutlich nicht mal aufs Podest reichen wird. Zu stark sind die beiden Gegner vom Wochenende (Zürich und Riehen), da Luzern auf zwei bewährte Spieler (Hübner und Gloor) verzichten muss. Trotzdem darf Mannschaftsleiter Oliver Kurmann mit der bisherigen Leistung seines Teams zufrieden sein. Abstiegsnöte kannte die Mannschaft schon nach drei Runden keine mehr und bis zur Schlussrunde konnte der zweite Rang verteidigt werden. Auf dieser soliden Leistung lässt sich doch für die nächste Saison trotz weiterer Sparmassnahmen aufbauen. Werner Rupp



Schweizer Mannschaftsmeisterschaft. Nationalliga A, 6. Runde, (Nachtragspartie): Luzern - Winterthur 3:5 (Krämer - Jussupow 0:1, Hübner - Georgiadis remis, Lötscher - Forster remis, Kurmann - Ballmann 1:0, Gloor - Kaczmarczyk 0:1, Beckhuis - Jenni 0:1, Bänziger - Schärer 1:0, Almada - Schiendorfer 0:1). Rangliste: 1. Zürich 7/12 (36). 2. Luzern 7/11 (37.5). 3. Winterthur 7/11 (33.5). 4. Riehen 7/10 (36.5). 5. Genf 10 (33). 6. Wollishofen 7/7 (25.5). 7. Réti 7/4 (23.5). 8. Bodan 7/3 (24.5). 9. Echallens 7/2 (15.5). 10. Solothurn 7/0 (14.5). Luzern am 8./9. Oktober noch gegen Zürich und Riehen

Nationalliga B, Ostgruppe: Luzern II - Schwarz-Weiss Bern 5:3 (Rusev - Curien 1:0, Rüetschi - Balzer remis, Bodrozic - Papakonstantinou 1:0, Bänziger - Turkmani 1:0, D. Atlas - Schmid remis, Kaufmann - Dietiker remis, Krähenbühl - Ramseyer 0:1, Graf - Nazarenus remis. Herrliberg – Tribschen 0:8 f. Mendrisio - Baden 6:2 , Olten - Zürich II 4:4, Winterthur II - Nimzowitsch Zürich 4:4 Rangliste. 1. Mendrisio 7/14 (40,5). 2. Zürich II 7/10 (28,5). 3. Schwarz-Weiss Bern 7/9 (25,5). 4. Luzern II 7/7 (28,5), 5./6. Herrliberg und Winterthur II 7/7 (28). 7. Baden 7/5 (26). 8. Olten 7/5 (21). 9. Tribschen 7/4 (30). 10. Nimzowitsch 7/1 (23). (2 Absteiger).
Luzern noch gegen Baden und Olten.
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