Luzerner Schachspieler starten mit einem unerwarteten Punkteverlust in die neue NLA-Meisterschaft 2017

Playing-Captain Oliver Kurmann (links) gewann seine Partie souverän, während GM Martin Kremer aus Berlin einen schwachen Einstand gab.
 
An den Spitzenbrettern der NLB wurde gekämpft und taktiert, dass es eine wahre Freude war, den Partien zuzuschauen.
Die Ausgangslage vor der ersten NLA-Runde war klar: Luzern galt gegen Rèti als klarer Favorit, umso mehr die Zürcher nicht in Bestbesetzung antreten konnten und etliche Ersatzspieler die sonntägliche Reise in die Innerschweiz antraten. Luzern ll - gegen Winterthur ll und Solothurn gegen Tribschen hiessen die beiden Begegnungen in der NLB, Ostgruppe.

Ob es die Luzerner Schachspieler etwas zu leger nahmen, ist schwer zu beurteilen. Dass aber einige Akteure schlecht spielten, sah man an ihren Stellungen auf den Brettern an. Gernod Beckhuis (Brett 8, Elo 2281) eröffnete schwach und stellte sogar die Damen ein. Er wehrte sich zwar noch lange gegen die drohende Niederlage, aber nach 51 Zügen war Schluss und die Niederlage besiegelt. Sieger Sahrif Mansoor (Elo 2047), der Sieger des letztjährigen Weihnachtsopen in der Amateur-Kategorie.

Damit aber nicht genug: An Brett 2 musste Martin Krämer (2535) seine Partie genau vor der Zeitkontrolle nach 40 Zügen und vier Stunden Spielzeit gegen Sebastian Bogner (2587) aufgeben. Seine Spielanlage war viel zu Passiv. Und schon zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass auch Aleksander Rusev (2320) seine Partie gegen Ruben Porras Campo (2134) verlieren würde. Immerhin konnten Oliver Kurmann (2464) gegen Michael Hofmann (2319), Valery Atlas (2445) gegen Roland Levrand (2160) und am Spitzenbrett Dr. Robert Hübner (2591) gegen Mihailo Stojanovic (2526) ihre Partien gewinnen und damit zum zwischenzeitlichen 3:3 ausgleichen. Weil aber Fabian Bänziger (2318) gegen Lapp Karl-Iversen auf Verlust stand und Roland Lötscher (2458) gegen Jonas Wyss (2250) nur eine Remisstellung hatte, drohte Luzern sogar eine Niederlage zum Saisonauftakt! Welche Blamage! Bänziger rettete sich immerhin noch ins Unentschieden und Roland Lötscher hielt mit einem Minusbauer das Remis sicher. Angesichts des Spielverlaufs musste man mit dem 4:4 mehr als froh sein, eine Offenbarung für die Zukunft war die Begegnung allerdings nicht. In den beiden kommenden Runden stehen mit Bodan Kreuzlingen und Wollishofen zwei Gegner bereit, die die Schwächen der Luzerner eiskalt ausnützen werden und damit die SG Luzern in echte Nöte bringen könnte. Eine Leistungssteigerung wird mehr als nötig sein, will man auswärts die wichtigen Punkte vor der Sommerpause einfahren – dann nämlich warten die richtigen Gegner wie Genève, Zürich, Riehen und Winterthur!

Luzern – Réti 4:4 (Hübner – Stojanovic 1:0, Krämer – Bogner 0:1, Kurmann – Hofmann 1:0, Lötscher – Wyss remis, Atlas – Levrand 1:0, Rusev – Porras Campo 0:1, Bänziger – Lapp remis, Beckhuis – Mansoor 0:1).

Luzern ll mit ärgerlicher Niederlage
Parallel zum NLA-Match zwischen Luzern und Réti fand auch der Saisonstart in der NLB zwischen Luzern ll und Winterthur ll statt. Die Winterthurer, wie Rèti stark ersatzgeschwächt, traten nur mit fünf Spielern aus den Top Ten ihrer Mannschaftsliste, nämlich mit den Nummern 2 (Walter Bichsel), 7 (Sebastian Gattenlöhner), 8 (Nedeljko Kelecevic), 9 (Markus Kauch) und 10 (Damian Karrer) zum Wettkampf an. Die hinteren Bretter waren schwächer besetzt. Das kompensierte immerhin auch ein wenig die Ausfälle bei Luzern, das immerhin mit 2 (Bodrozic), 3 (Kovac), 5 (Rüetschi), 7 (Kaufmann), 9 (Hammer) und 10 (Dimitry Atlas) antreten konnte. Das Team wurde ergänzt durch die beiden Spieler Deuber und Graf. Ausgerechnet Graf, letzte Saison mit einer sehr guten Leistung und bester Punktesammler für Luzern, unterlief ein Fehler und verlor damit auch die Partie. Dieser Rückstand wirkte wie eine Hypothek für das Team Luzern ll und zudem musste auch Peter Hammer (2193) früh die Segel streichen, allerdings gegen Markus Krauch (2232). Dafür gelang Lubomir Kovac (2291) an Brett 1 ein schöner Sieg gegen Walter Bichsel (2368) und verkürzte damit auf 1:2. Die übrigen Partien endeten Remis, womit der knapp Sieg für Winterthur feststand.

Luzern ll – Winterthur ll 3½: 4½ (Kovac – Bichsel 1:0, Bodrozic – Kelecevic remis, Rüetschi – Gattenlöhner remis, Kaufmann – Karrer remis, Hammer – Kauch 0:1, Atlas – Hirzel remis, Deuber – Borner remis, Graf – Zesiger 0:1).

Überraschung durch Tribschen
Die grösste Überraschung zum Saisonauftakt gelang dem Luzerner Stadtrivalen SK Tribschen im Auswärtsspiel gegen NLA-Absteiger Solothurn. Die Luzerner (ohne Räber, Lustenberger, Gabersek und Herzog) reisten mit breiter Brust nach Solothurn, haben sie doch in der abgelaufenen Wintermeisterschaft hinter Kirchberg den zweiten Platz belegt und sich beinahe für einen Aufstiegsplatz qualifiziert. Bei diesem wichtigen Spiel konnte Tribschen auf die Unterstützung von Bruno Nideröst zählen. Es waren aber andere Spieler, die Tribschen auf die Siegerstrasse brachten: Davide Arcuti, Jürgen Strauss, Kevin Cremer und Sebastian Hoffmann gelangen schon herausgespielte Siege, während Rambert Bellmann mit seinem Remis am 8. Brett den Sieg sicherte. Ein schöner Erfolg für den SK Tribschen, der bestimmt Selbstvertrauen für die nächste Runde gibt und damit sogar höhere Ziele anstreben kann. Zu hoffen wäre es.

Solothurn - Tribschen 3½:4½ (Owsejewitsch - Schild 1:0, L. Muheim - Nideröst 1:0, Schwägli - Arcuti 0:1, Flückiger - Strauss 0:1, Schiendorfer - Cremer 0:1, S. Muheim - Hoffmann 0:1, M. Fischer - L. Fischer 1:0, Krebs - Bellmann ½:½).

1.Liga: Bellinzona - Entlebuch 7½:½ (Marcoli - G. Schmid 1:0, Medici - Mar. Meier ½:½, Dell'Ambrogio - Man. Meier 1:0, Massironi - Theiler 1:0, Käppeli - Küng 1:0, Cucchiani - Karlen 1:0, Gervasoni - Suter 1:0, Caretti - Oehen 1:0).

2.Liga: Goldau-Schwyz - Stäfa 4:2. Rontal - Wollishofen 2½:3½. Réti lll - Luzern lll 2½:3½. Zug - Nimzowitsch 4:2. Tribschen ll - Springer 3:3. Luzern lV - Liestal 3½:2½.

3.Liga: Emmenbrücke ll - Luzern V 5:1. Freiamt - Baar ll 3½:2½. Altdorf - Baden 1:5.

4. Liga: Luzern Vl- Emmenbrücke lll 5½:½. Baar lll - Tribschen 6:0 f.
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