Noch eine Niederlage für Luzern vor der Sommerpause – Dafür punktet Luzern ll im Stadtderby gegen Tribschen

Robert Hübner stand leicht besser, fand aber kein Gewinnweg gegen GM Robert Fontaine.
 
holten immerhin zwei Remis an den Brettern 7 und 8: Roger Gloor und Vincent Riff.
 
Oliver Kurmann sicherte Luzern ebenfalls früh einen halben Punkt, zu mehr reichte es leider nicht.
Die Luzerner Schachspieler verloren in der 5. SMM-Runde der NLA das Heimspiel gegen Genève CE klar und deutlich mit 2:6 und belegen nur den 5. Rang. Es könnte also noch eng werden in der Tabelle bis zum Saisonende. Mit einem 5:3-Heimsieg gegen Tribschen hat dafür Luzern ll in der NLB ein Ausrufezeichen gesetzt!

Nach dem völlig missglückten Saisonstart mit nur vier Punkten aus vier Begegnungen wollten die Schachspieler aus der Innerschweizer Metropole wieder Land gutmachen und mit einem Sieg gegen Genf zur Spitze aufschliessen. Ein Blick auf die acht Bretter nach den Eröffnungen genügte, um das Vorhaben abzuhaken. Die Stellungen auf den Brettern 2 (Krämer gegen Solkolov), 3 (Lötscher gegen Petrov), 5 (Atlas gegen Vernay) und 6 (Züger gegen Burri) verhiessen nichts Gutes. Und so stand auch das Mannschaftsergebnis nach knapp vier Stunden Spielzeit beinahe fest. Die vier genannten Spieler verloren allesamt ihre Partien und von den Spitzenbrettern vermochte einzig Robert Hübner (Gegen GM Fontaine) und Oliver Kurmann (gegen Jean-Noel Riff) das Remis zu halten und an den hintersten zwei Brettern gab es ebenfalls zwei Remis durch Vincent Riff (gegen Claude Landenbergue) und Roger Gloor (gegen IM Alexandre Vuilleumier). Man muss allerdings erwähnen, dass das stark besetzte Genf eine ausgezeichnete spielerische und taktische Meisterleistung ablieferte und die Punkte verdientermassen in die Westschweiz entführte. Keiner der acht Luzerner Spieler war in der Lage, in seiner Partie das bessere Ende für sich zu beanspruchen. Die bittere und deutliche Niederlage ist im weiteren Verlauf der Meisterschaft von grosser Bedeutung. Jetzt braucht die SG Luzern gegen Neuchâtel einen hohen Sieg und auch Punkte gegen einen der drei Grossen aus Zürich, Winterthur oder Riehen, sonst droht möglicherweise der Abstieg in die NLB, denn die meist genannten Abstiegskandidaten haben gegen die Grossen schon gespielt und teilen die restlichen Punkte nun unter sich auf. Das könnte also zum Saisonabschluss nicht nur zu interessanten Schachpartien führen, sondern auch zu einer mathematischen Aufgabe werden.

Nationalliga A: Luzern - Genf 2:6 (Hübner - Fontaine ½:½, Krämer - Sokolow 0:1, Lötscher - Petrow 0:1, Kurmann - J.-N. Riff ½:½, V. Atlas - Vernay 0:1, Züger - Burri 0:1, V. Riff - Landenbergue ½:½, Gloor - Vuilleumier ½:½). Bodan Kreuzlingen - Winterthur 2:6, Mendrisio - Riehen 2½:5½, Wollishofen - Zürich 1½:6½, Neuenburg - Réti Zürich 3:5

Rangliste: 1. Winterthur 5/8 (29). 2. Zürich 5/8 (26½). 3. Riehen 5/8 (26). 4. Genf 5/8 (23). 5. Réti 5/5 (19½). 6. Luzern 5/4 (19). 7. Wollishofen 5/4 (16). 8. Mendrisio 5/3 (15½). 9. Bodan 5/2 (15). 10. Neuenburg 5/0 (10½).

Überraschender Sieg von Luzern ll
Das Stadtderby ist immer von besonderer Brisanz, nicht zuletzt, weil sich die Spieler alle persönlich kennen und in den letzten Jahren schon oft gegeneinander gespielt haben. Da spielt schon die Aufstellung eine wichtige Rolle und auch die Psyche der Spieler ist von enormer Bedeutung in einem solchen Wettkampf. So schenkten sich auch die beiden Mannschaftsleiter Markus Räber vom SK Tribschen und Werner Rupp von der SG Luzern nichts. Räber setzte seinen Youngster Davide Arcuti an Brett 1 und bildete dahinter mit Christoph Schild, Daniel Lustenberger und ihm eine sichere Bank für ein ausgeglichenes Ergebnis, mit sogar leichten Vorteilen für Tribschen. Der Konter von Luzern sass aber ebenfalls. Nicht Bodrozic oder Rusev besetzten das Spitzenbrett sondern die nominelle Nummer 3 Lubomir Kovac - und die Rechnung ging auf: Kovac hielt trotz phasenweiser kritischer Stellung das Remis und um den Rest brauchte sich Werner Rupp keine Sorgen zu machen. Bodrozic und Rüetschi remisierten, während Alexander Rusev gegen Christoph Schild den ganzen Punkt holte und Tribschen damit unter Druck setzte. Zwar konnte Albert Gabersek für Tribschen ebenfalls den ganzen Punkt holen, weil aber Silvio Graf mit einem Qualitätsopfer gegen Rambert Bellmann erfolgreich war, legte Luzern wieder vor. Nach einem Remis von Roman Deuber gegen Sebastian Hofmann musste die letzte Partie von Werner Kaufmann (2200) gegen Jürgen Strauss (2222) die Entscheidung bringen, wobei Strauss auf Sieg spielen musste, um das 4:4 für die Mannschaft zu erreichen. Eine Zeit lang sah es so aus, als könnte das Vorhaben aufgehen, doch Werner Kaufmann fand mit seiner ganzen Routine und Erfahrung von über 200 NL-Partien immer wieder einen Ausweg oder eine Lösung, bis schliesslich die Stellung von Jürgen Strauss einbrach und Luzern den klaren 5:3 Sieg sicherte.

Nationalliga B: Tribschen - Luzern II 3:5 (Arcuti - Kovac ½:½, Schild - Rusev 0:1, Räber - Bodrozic ½:½, Lustenberger - Rüetschi ½:½, Strauss - Kaufmann 0:1, Gabersek - Portmann 1:0, Hoffmann - Deuber ½:½, Bellmann - Graf 0:1), Baden - Winterthur II 3:5, St. Gallen - Zürich II 6½:1½, Olten - Solothurn 1:7 Wettswil - Schwarz-Weiss Bern 4½:3½.

Rangliste: 1. Winterthur II 5/10 (24). 2. St. Gallen 5/8 (22½). 3. Baden 5/7 (22). 4. Zürich II 5/5 (21½). 5. Luzern II 5/5 (20). 6. Olten 5/4 (17½). 7. Wettswil 5/3 (19). 8. Solothurn 5/2 (21). 9. Tribschen 5/2 (17½). 10. Schwarz-Weiss Bern 5/2 (15).

Erfolgreiche Innerschweizer Klubs
In den unteren Ligen gewann Entlebuch das wichtige Auswärtsspiel gegen Gligoric verdient und sicherte sich den ersten Saisonsieg. In 14 Tagen könnte mit einem weiteren Sieg gegen Zürich lll der Ligaerhalt sichergesellt werden. Können die Entlebucher wiederum in Bestbesetzung antreten, ist ihnen einiges zuzutrauen. Zu wünschen wär es ihnen! In der 2. Liga gewann Zug gegen Tribschen und Luzern lll gegen Springer. Beide siegreiche Teams dürfen sich Hoffnungen auf die Aufstiegsspiele machen. Luzern als Leader, Zug als zweiter Verfolger.

1. Liga, Zentral: Gligoric Zürich - Entlebuch 2½:5½ (M. Mikavica - G. Schmid 1:0, Jovanovic - Man. Meier 0:1, Vasic - Lampart ½:½, Gordic - Andenmatten 1:0, Binzegger - Karlen 0:1, Milovanovic - Oehen 0:1, Schreiber - Meisel 0:1, Udipi - Suter 0:1). Wollishofen II - Bellinzona 6:2, Zürich III - Réti Zürich II 3½:4½, St. Gallen II - Nimzowitsch Zürich

Rangliste: 1. Réti II 4/8 (22). 2. Wollishofen II 4/8 (20½). 3. Bellinzona 4/6 (19½). 4. Nimzowitsch 4/6 (17½). 5. St. Gallen II 4/2 (14½). 6. Entlebuch 4/2 (10). 7. Gligoric und Zürich III je 4/0 (12).
2. Liga. Zentral II: Zug - Tribschen 3½:2½. Luzern - Springer 3½:2½. Nordwest I: Lenzburg - Luzern 3½:2½
3. Liga: Oftringen - Entlebuch 1½:4½. Tribschen - Cham 3½:2½. Aarau - Zug 0:6. Zentral IV: Freiamt - Altdorf 4:2. Baar - Emmenbrücke 4½:1½. Brugg - Luzern 3½:2½.
4. Liga, Zentral III: Tribschen - Baar ½:5½. Emmenbrücke - Luzern 1:5.
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