Schachgesellschaft Luzern nach minimaler Leistung in akuter Abstiegsgefahr – Kanterniederlage für Luzern ll und überraschender Sieg für Tribschen in Winterthur

Roger Gloor (rechts) bezwang mit Lucas Brunner einen Grossmeister von internationaler Klasse.
 
Noael Studer (links, Sieg gegen Atlas) rettete mit IM Werner Hug den knappen Zürcher Sieg in Luzern.
 
Robert Hübner an Brett 2 hatte gegen GM Christian Bauer einen schweren Stand, hielt aber das Remis.
Die erste von zwei NLA-Doppelrunden nach den Sommerferien hätte für die Luzerner Schachspieler nach den eher dürftigen Leistungen in der Vorrunde eigentlich den Ligaerhalt sichern sollen. Doch es kam ganz anders, wobei die Vorzeichen dazu sehr ungünstig waren. Ausfälle, Formschwankungen und ein bisschen auch Unvermögen führten zu zwei bitteren Niederlagen, eine davon gegen Neuchâtel, dem bisherigen punktelosen Schlusslicht der NLA. Martin Krämer musste seinen Umzug von Berlin nach Frankfurt organisieren, wo er nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums eine neue Stelle angetreten hatte. Beat Züger fiel aus gesundheitlichen Gründen aus und Mannschaftsleiter Oliver Kurmann hatte schon frühzeitig um Dispenz gebeten, da er an einer Hochzeitsfeier eingeladen war. So musste Luzern mit den letzten verfügbaren Spielern an den Neuenburgersee reisen, was allerdings noch lange ausgereicht hätte, einen deutlichen Sieg davon zu tragen. Irgendwie wirkten die Luzerner aber unsicher und je länger die Partien dauerten, umso mehr gerieten sie unter Druck. Zwar brachte Georg Fröwis die Innerschweizer bei seinem Debut für Luzern früh in Führung, danach vergaben aber der Reihe nach Fabian Bänziger, Vincent Riff, Roger Gloor, Gernod Beckhuis und Roland Lötscher Chancen, die Partien in erfolgreiche Bahnen zu lenken. Riff, Beckhuis und Lötscher vermochten ihre Stellungen auf dem Brett immerhin remis zu halten, U16-Schweizer Meister Fabian Bänziger und Roger Gloor stellten ihre Partien ebenso ein, wie Valery Atlas am ersten Brett, allerdings der gegen GM Tschernuschewitsch. Weil nur noch Robert Hübner seine Partie an Brett zwei gewinnen konnte, gab es für die Luzerner eine bittere und enttäuschende 4.5:3.5-Niederlage.

Deutlich bessere Leistung
Weil am andern Tag die Partie gegen Meister Zürich auf dem Programm stand, musste man mit dem schlimmsten rechnen, zumal Beckhuis Auch mit nur sieben Spielern trat man mit gewohnter Zuversicht zur Begegnung an und schnell zeigte sich, dass die Gastgeber das Schachspielen noch nicht verlernt hatten. Mit Unentschieden gegen deutlich stärkere Gegner als am Vortag stand der Wettkampf trotz dem Forfait an Brett 8 lange ausgeglichen. Bänziger, Lötscher, Riff und Hübner hielten ihre Stellungen schadlos und erreichten sichere Remis. Bald aber zeichnete sich an Brett 4 eine Niederlage von Valery Atlas gegen Noel Studer ab. Jetzt waren die Luzerner Spieler gefordert und Roger Gloor (2375) gelang das Kunststück mit einem Sieg gegen GM Lucas Brunner (2440) auszugleichen. Mit dem Forfait an Brett 8 führte Zürich nun mit 4:3, aber Georg Fröwis (2415) zeigte gegen IM Werner Hug (2484) eine ausgezeichnete Leistung und verzeichnete auf dem Brett einen Mehrbauern. Sollte das sogar zum Sieg und zum 4:4 reichen. Nein, der Juniorenweltmeister von 1971 rettete sich in gewohnter Manier aus der Situation und stand beim Remisabkommen sogar etwas besser. So holte sich Zürich zwei weitere Zähler auf dem Weg zur Titelverteidigung. Luzern mit dem schweren Schlussprogramm gegen Winterthur und Riehen ist in der Schlussrunde auch ein bisschen auf die Schützenhilfe von Genève und Réti angewiesen, die Bodan, Neuchâtel und Mendrisio besiegen müssen, sonst droht der SG Luzern nach 30 Jahren NLA-Zugehörigkeit der Abstieg in die zweite Klasse!

Luzern ll ohne Chance
Ohne Chance auf einen Punktegewinn ging die NLB-Begegnung von Luzern ll und Zürich ll zu Ende. Zwei Remis von Urs Rüetschi und Peter Hammer waren die einzige Ausbeute an diesem Sonntag. Dazu gab es gleich sechs Niederlagen – auch ein Novum in der kurzlebigen Geschichte von Luzern ll in der NLB Ostgruppe. Aber die Ausfälle von Tomislav Bodrozic (deutsche Meisterschaft), Alexander Rusev (familiäre Angelegenheit), Nuhi Jashari und Dmitry Atlas (krank) sowie Pirmin Lötscher (Ferien) konnten nicht wettgemacht werden, so dass die Mannschaft im Schatten der NLA sang und klanglos unterging. Auch hier müssen sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen, damit die Substanz im Team erhalten bleibt und Ausfälle zumindest auf einem bestimmt Niveau und Grad erhalten bleibt.

Auswärtssieg für Tribschen
Besser und erfolgreicher als die beiden Mannschaften der SG Luzern agierte der SK Tribschen im schweren Auswärtsspiel gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner. Markus Räber und Sebastian Hofmann brachten aber trotz der Niederlage von Lukas Schwander gegen Nedeljko Kelecevic auf die Erfolgsspur. Vor allem der Sieg von Hofmann in einer Verluststellung kam für Tribschen eher überraschend. Umso erfreulicher für Mannschaftsleiter Lukas Fischer, als nach diesem Sieg auch der Ligaerhalt beinahe gesichert ist und Tribschen so eine weitere Saison in der zweithöchsten Klasse verbleibt.

Gute Bilanz

Eine gute und erfolgreiche Bilanz kann die SG Luzern bei den übrigen Teams in den unteren Ligen vermelden. Luzern 3 gegen Lugano ebenfalls in Unterzahl erreichte im Tessin ein 3:3-Unentschieden und verbleibt vor der Schlussrunde an der Tabellenspitze der 2. Liga Zentral-gruppe. Am letzten Spieltag (23. September) kommt es nochmals zu einem Tessiner Treffen mit Biasca Lodrino, das bereits als Absteiger feststeht. Luzern 4 kam gegen Roche zu einem 3:3-Unentschieden und hielt die Hoffnung aufrecht, dem Abstieg in die 3. Liga noch zu entgegen. Dafür ist ein Sieg in der letzten Runde bei Riehen notwendig. Luzern 5 fertigte Freiamt mit 4:2 ab und kann den Ligaerhalt in der Schlussrunde gegen Zofingen sicherstellen. Luzern 6 gewann hoch gegen Tribschen und steht als Aufsteiger in die 3.Liga bereits fest. Das Team von Paul Mikota musste in sechs Partien nur drei Remis zugestehen.


Schweizer Mannschaftsmeisterschaft. Nationalliga A, 6. Runde. Neuenburg - Luzern 4.5:3.5 (Tschernuschewitsch - V. Atlas 1:0, Sermier - Hübner 0:1, Poignot - Fröwis 0:1, Ermeni - Lötscher remis, Robert - Riff remis, Bex - Gloor 1:0, Terraz - Bänziger 1:0, Sadéghi - Beckhuis remis). Zürich - Bodan Kreuzlingen 6:2, Riehen - Wollishofen 4:4, Genève - Réti Zürich 5.5:2.5, Mendrisio – Winterthur 1.5:6.5.

Nationalliga A, 7. Runde: Luzern - Zürich 3.5:4.5 (Lötscher - Pelletier remis, Hübner - Bauer remis, Fröwis - Hug remis, V. Atlas - Studer 0:1, Riff - Vogt remis, Gloor - Brunner 1:0, Bänziger - Mutschnik remis, Grünenwald 0:1 f.).Wollishofen - Genf 2½:5½, Réti - Mendrisio 5½:2½, Bodan - Neuenburg 5:3. NLA-Rangliste: 1. Winterthur 7/12 (40.5). 2. Zürich 7/12 (37). 3. Genf 7/12 (34). 4. Riehen 7/9 (33). 5. Réti 7/7 (27.5). 6. Wollishofen 7/5 (22.5). 7. Luzern 7/4 (26). 8. Bodan 7/4 (22). 9. Mendrisio 7/3 (19.5). 10. Neuenburg 7/2 (18).

Nationalliga B, 6. Runde: Winterthur II - Tribschen 3.5:4.5 (Bichsel - Arcuti remis, Balcerak - Lustenberger remis, Karrer - Räber 0:1, Kelecevic - Schwander 1:0, Hirzel - Herzog remis, Zollinger - Hofmann 0:1, Zesiger - Fischer remis, Borner - Bellmann remis). Luzern II - Zürich II 1:7 (Kovac - Jon. Rosenthal 0:1, Rüetschi - Vincent remis, Kaufmann - Vucenovic 0:1, Krähenbühl - Silberring 0:1, Portmann - Haufler 0:1, Deuber - Fischer 0:1, Hammer - Issler remis, Graf - Preziuso 0:1). Rangliste: 1. St. Gallen 6/10 (29). 2. Winterthur II 6/10 (27.5). 3. Baden 6/9 (27). 4. Zürich II 6/7 (28.5). 5. Luzern II 6/5 (21). 6. Wettswil 6/4 (23). 7. Tribschen 6/4 (22). 8. Olten 6/4 (19). 9. Solothurn 6/3 (25). 10. Schwarz-Weiss 6/2 (18).

1. Liga, Zentral: Nimzowitsch Zürich - Entlebuch 7.5:0.5 (Bäumer - Lampart remis, Myers - Mar. Meier 1:0, Toenz - Andenmatten 1:0, Alic - Karlen 1:0, Tanner - Oehen 1:0, Vifian - Meisel 1:0, Heinsius - Hofer 1:0, Zaugg 1:0 f.). Rangliste: 1. Réti II 6/12 (33.5). 2. Wollishofen II 6/10 (28.5). 3. Nimzowitsch 6/8 (28). 4. Bellinzona 6/8 (26). 5. Zürich III 6/4 (22.5). 6. Gligoric 6/2 (21). 7. St. Gallen II 6/2 (19). 8. Entlebuch 6/2 (13.5).

2. Liga, Zentral I: Goldau-Schwyz - Oberglatt 3.5:2.5. Dübendorf - Rontal 4.5:1.5. Zentral II: Massagno - Luzern 3:3. Biasca-Lodrino - Tribschen 1:5. Springer - Zug 2:4. Nordwest I: Luzern - Roche 3:3.

3. Liga, IV: Tribschen - Zug 2:4. Baden - Entlebuch 2.5:3.5. Bellinzona - Cham 4.5:1.5. Zentral IV: Emmenbrücke - Brugg 1.5:4.5. Luzern - Freiamt 4:2. Baden - Baar 2:4. Altdorf - Zofingen 1:5.

4. Liga, Zentral III: Emmenbrücke - Baar 1:5. Luzern - Tribschen 4.5:1.5.
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