Schachgesellschaft Luzern weiter aufs Siegeskurs

Alfred Weindl und Enrique Almada lösten am Samstag ihre Aufgaben mit Bravour und steuerten zwei Siege bei.
 
Altmeister Vlastimil Hort kam gegen den deutlich schwächeren Brand nur zu einem Unentschieden.
Die Schachgesellschaft Luzern bestritt am Wochenende zwei Begegnungen in der höchsten Spielklasse und gewann am Samstag gegen Schweizer Meister und Titelverteidiger Réti Zürich klar mit 6:2 und legte am Sonntag einen 5:3-Sieg gegen Wollishofen nach. Damit etablierte sich Luzern punktgleich mit Genève auf Platz 2 und hat damit seine Titelambitionen nochmals deutlich unterstrichen, denn die beiden Mitfavoriten Riehen und Zürich liessen in dieser Doppelrunde wichtige Punkte liegen. Die NLB-Mannschaft von Luzern bleibt nach zwei Runden ebenfalls weiter ungeschlagen.

Luzern leistete sich am Samstag den Luxus auf die beiden Spitzenspieler Milov und Krämer zu verzichten und stattdessen mit dem Seniorenduo Hübner und Hort anzutreten. Allerdings standen dahinter mit Lötscher, Atlas, Kurmann, Züger, Weindl und Almada bestandene NLA-Spieler im Einsatz, ganz im Gegensatz zu Titelverteidiger Réti, welcher Ende letzter Saison seine Grossmeister entliess und die neue Saison nur noch mit stark reduzierter Spielerkraft in Angriff nahm. Der Auftakt dazu missriet völlig, unterlagen die Zürcher vom akademischen Schachklub Réti gegen Aufsteiger Echallens deutlich mit 2.5:5.5. Und in Luzern sollte es noch dicker kommen: Kurz vor Ende des Wettkampfes nach rund fünf Stunden Spielzeit stand die Partie nach Siegen von Lötscher, Atlas, Züger, Weindl, Almada und zwei Remis von Kurmann und Hort 6:1 für die Gastgeber. Nur die Partie Hübner gegen Stojanovic lief noch und statt 7.1 hiess es 6:2 und endete überraschend mit einer Niederlage des deutschen Grossmeisters. Dieser konnte aber angesichts des deutlichen Erfolges der Mannschaft die Niederlage einigermassen gelassen nehmen und auf eine nicht besonders gut gespielte Partie beiderseits verweisen, die er eigentlich nicht hätte verlieren dürfen. Der Sieg wurde 24 Stunden noch aufgewertet, weil Réti am Sonntag mit Zürich einem Favoriten ein Bein stellte und damit Luzern nochmals zum Sieger machte.

Noch ein Heimsieg
Nichts destotrotz stellte sich die Mannschaft am Sonntag um dieselbe Zeit dem neuen Herausforderer Wollishofen, welcher am Samstag in Riehen knapp mit 5:3 verloren hatte und immerhin eine Ehrenmeldung abholte. Gegen Luzern verlief die Begegnung lange Zeit sehr ausgeglichen und die Zürcher hatten an einigen Brettern deutlich Zeitvorteile. Nach einer frühen Niederlage von IM Beat Züger gegen den deutlich schwächeren Fabian Mäser wackelte der Titelaspirant für eine kurze Zeit. Es waren dann innert kurzer Zeit Roger Gloor, Enrique Almada und Roland Lötscher, welche die Luzerner wieder auf Siegeskurs brachten. Schliesslich gewann auch Vadim Milov gegen Michael Hochstrasser und Valery Atlas sowie Kurmann und Hübner waren auf Remiskurs. Weil Oliver Kurmann auf Sieg spielte und dabei überzog, musste er noch mit einer Niederlage gegen Roger Moor vorlieb nehmen, während Hübner das Unentschieden gegen Michael Prushikin sicher über die Zeit schauckelte. Mit 5:3 fiel der Sieg zwar eher knapp aus, angesichts der Punkteverluste von Zürich und Riehen (4:4 gegen Winterthur) gehörte Luzern zusammen mit Genève zu den Siegern vom Wochenende.

Resultate: (2. Runde) Luzern - Réti 6:2, Zürich - Genéve 3:5, Riehen - Wollishofen 5:3, Bern - Winterthur 3:5, Echallens - Neuenburg 6:2. (3. Runde) Luzern - Wollishofen 5:3, Riehen - Winterthur 4:4, Bern - Echallens 3.5:4.5, Genève - Neuenburg 7:1, Réti - Zürich 4:4. Rangliste: 1. Genève 3/6 (16.5), 2. Luzern 3/6 (15.5), 3. Echallens 3/6 (15), 4. Riehen 3/5 (15.5), 5./6. Winterthur und Zürich je 3/3 (12.5), 7. Réti 3/1 (9.5), 8. Wollishofen 3/0 (9.5), 9. Bern 3/0 (9), 10. Neuenburg 3/0 (4.5).

Luzern 2 weiter ungeschlagen
Nach dem knappen Auftaktsieg Ende März gegen Nimzowitsch blieb Luzern ll auch im zweiten Spiel gegen Winterthur ungeschlagen. Zwar sah es lange Zeit nach einer Heimniederlage aus, doch am Ende wendete sich das Glück auf die Luzerner Seite. Leider fehlte bei beiden Teams je ein Spieler, so dass schon beim Start zwei Punkte eingetragen werden konnten. Dann mussten sich Andrin Wüest und Dimitry Atlas geschlagen geben und Nuhi Jashari kam gegen Horst Zesiger nicht über ein Remis hinaus. Für Luzern punktete dafür Werner Kaufmann am 7. Brett gegen Stefan Zollinger und Alexander Rusev hatte sich nach dem Ausfall von Tomislav Bodrozic am Spitzenbrett eine gewinnbringende Stellung aufgebaut, die er nach knapp sechs Stunden Spielzeit zum Sieg verwertete und damit Luzern das 4:4 sicherte. Kurz zuvor hatte auch Lubomir Kovac bei seinem Debut in der Nationalliga B ein Unentschieden erreicht. Nicht ganz so glücklich lief es Tribschen auswärts gegen Mendrisio. Die Tessiner, die wiederum auf etliche italienische Grossmeister verzichteten siegten äusserst knapp mit 4.5:3.5. Bei Luzern verloren ausgerechnet Markus Räber, Daniel Lustenberger und Lukas Fischer sowie Lukas Schwander. Zwar konnte Davide Arcuti, Jürgen Strauss und Martin Herzog die Hoffnung noch am Leben erhalten, doch Schmid am ersten Brett konnte gegen GM Bellini nicht gewinnen und musste mit dem Remis zufrieden sein. Resultate: Luzern ll - Winterthur ll 4:4, Mendrisio - Tribschen 4.5:3.5, Olten - Bodan 1:7, St. Gallen - Wettswil 5:3, Nimzowitsch - Baden 2.5:5.5. Rangliste: 1. Bodan 2/4 (14.5), 2. Baden 2/4 (10.5), 3. Winterthur 2/3 (9.5), 4. Luzern ll 2/3 (8.5), 5. Tribschen 2/2 (9.5) 6. St. Gallen 2/2 (8), 7. Mendrisio 2/2 (7), 8. Nimzowitsch 2/0 (6), 9. Wettswil 2/0 (3.5), 10. Olten 2/0 (3).

Bereits unter der Woche fanden die Partien der 2. und 3. Liga statt. Luzern 3 besiegte Olten mit 4,2, Luzern 4 und Luzern 5 unterlagen Wollishofen beziehungsweise Baden mit jeweils 2.5:3.5.
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beiUns Team aus Luzern | 28.04.2015 | 09:50  
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