Schachgesellschaft Luzern zweimal auf Rang 2

Auf Roland Lötscher lagen die ganzen Hoffnungen, doch noch einen Punkt zu retten. Es nützte nichts.
 
Oliver Kurmann hatte mit seinem agressiven Stil in der Partie gegen Nicolas Brunner kein Glück.
 
Martin Krämer bügelte seinen Lapsus vom Samstag mit einem Sieg am Sonntag wieder aus.
 
Milov hatte gegen Cvitan am ersten Brett alles versucht, um die Partie zu gewinnen.
Zwar verlief die Doppelrunde nicht ganz nach Wunsch der Luzerner, denn am Samstag verpasste man gegen Riehen einen vorentscheidenden Sieg und musste sich mit 3,5:4,5 geschlagen geben. Ausschlaggebend war, dass von den Spitzenleuten keiner zu gewinnen vermochte. Am Sonntag wurde ein glanzloser Sieg gegen das Tabellenschlusslicht Neuenburg eingefahren. Damit sind die Chancen auf den Meistertitel immer noch in Takt. Dafür glänzte das NLB-Team auswärts gegen St. Gallen und reiste trotz einigen Ausfällen mit einem 5:3-Sieg nach Hause. Beide Luzerner Team liegen auf dem zweiten Tabellenrang.

"Mit dem stärksten Team aller Zeiten" wollte Luzern seinen samstäglichen Gegner aus dem Baselbiet schlagen. Milov, Hübner, Krämer, Atlas, Weindl, dazu die Einheimischen Kurmann, Lötscher und Züger standen im Aufgebot, um den Vizemeister aus Riehen in die Schranken zu weisen. Die Ausgangslage war gut und die Hoffnung und Zuversicht gross, hatte doch Riehen zuvor zweimal einen Punkt gegen deutlich schwächere Gegner liegen gelassen. Zudem stellte Mannschaftsleiter Oliver Kurmann das Team so auf, dass das Gleichgewicht auf jeden Fall erhalten blieb. Leider erwischten die Spitzenleute auf Luzerner Seite nicht ihren besten Tag und dazu spielten die Basler ausgezeichnet und sehr stabil. Trotzdem ging Luzern früh durch Alfred Weindl in Führung. Er baute seine Stellung nach dem Damentausch und einem Bauerngewinn stetig aus und liess seinem Gegner keine Chance. In der Folge mussten sich Milov, Hübner, Atlas und Züger mit einem Unentschieden (Remis) begnügen. An den verbleibenden drei Brettern hatten die Gäste die besseren und erfolgsversprechenden Stellungen. Kurmann bekam für seine Figur zwar zwei Bauern, doch diese Kompensation reichte nicht und nach einem zweiten Figurenverlust war die Partie zu Gunsten von Brunner entschieden. Der agressive Stil des Playingcaptains hatte sich nicht ausbezahlt und stürzte die Mannschaft ins Jammertal! Leider verpasste Krämer durch eine Unaufmerksamkeit in einer längst verlorenen Stellung das Remis und so lag es an Roland Lötscher, mit einem Sieg doch noch die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Er kämpfte zwar beherzt und man merkte kaum, dass er einen Bauern weniger auf dem Brett hatte, doch die solide Stellung und Zeitnot seines Gegners konnte er nicht überwinden. Die Punkteteilung verhalf Riehen schliesslich zum knappen, aber verdienten Auswärtssieg. Vielleicht spielten die Basler etwas vorsichtiger als die Luzerner, weil sie bei einer Niederlage endgültig aus dem Meisterrennen geflogen wären. Jetzt sind sie zurück, aber immer noch hinter Genf und Luzern!

Revanche am Sonntag
Für das sonntägliche Spiel in Neuenburg nahm Oliver Kurmann zwei Mutationen vor und liess Hübner und Milov pausieren. Dafür kamen Roger Gloor und Enrique Almada in die Mannschaft. Hatte man letzte Saison die Neuenburger noch spektakulär mit 8:0 bezwungen, war die Begegnung am Sonntag deutlich ausgeglichener. Vielleicht lag es auch an der Enttäuschung vom Samstag, aber die Spieler fanden nicht richtig in die Partie. Am Ende schaute zwar ein klarer 5,5:2,5-Sieg heraus, aber angesichts des Spielverlaufs auf einigen Brettern hätte es für die Luzerner durchaus eine Überraschung absetzen können. Krämer und Züger standen eher auf Verlust als auf Gewinn. Krämer konnte die Partie noch zu seinen Gunsten entscheiden, Züger rettete sich immerhin ins Remis. Dafür zeigte Kurmann eine solide Partie, überspielte seinen Gegner nach aller Regel der Kunst und fuhr im Gegensatz zum Vortag den ganzen Punkt ein. Auch Roger Gloor als Vertreter von Robert Hübner stellte seine individuelle Klasse unter Beweis und gewann seine Partie sicher und überlegen ohne Probleme und auch Enrique Almada setzte seine Ungeschlagenheit in den letzten Partien fort und sicherte dem Team einen halben Punkt. Am ersten Brett remisierte Roland Lötscher (2440) gegen Sermier (2400), und an Brett 3 Valery Atlas (2296) gegen Preismann (2460) mit den Schwarzen Figuren. Etwas mehr hätte Alfred Weindl (2377) mit Weiss in seiner Partie gegen Leuba (2214) herausholen können. Aber wie gesagt, auf diesem Niveau ist es nicht so leicht, den Gegner einfach so zu überspielen. "Mit der sportlichen Ausbeute bin ich zufrieden, alle Spieler haben gekämpft und ihr bestes gegeben! Vielleicht sind auch nicht alle Spieler in Topform!" zog Oliver Kurmann am Sonntagabend Bilanz. amit hat er wohl den Nagel auf den Kopf getroffen. In der Schlussrunde am 10./11. Oktober in Riehen wird eine andere Leistung nötig sein, um gegen Zürich und Genf den Meistertitel in die Innerschweiz zu holen.

NLB-Team überrascht
Ohne Bodrozic, Rüetschi, Wüest und Mühlebach reiste Luzern ll am Sonntag zum fälligen Auswärtsspiel nach St. Gallen. Die Luzerner lagen vor dieser Runde hinter Bodan und Tribschen auf Rang 3, St. Gallen klebt mit nur zwei Punkten überraschend knapp vor Wettswil am Tabellenende. Am Sonntag mussten also Punkte her. Christian Salerno musste aber kurz vor Wettkampfbeginn noch einen Spieler krankheitshalber austauschen und Ersatz "einfliegen" lassen. Dieser, beziehunsgweise Diese kam, aber gemäss Reglement eigentlich zu spät. Werner Kaufmann verzichtete grosszügig auf einen Forfaitsieg, hatte dann aber mit Julia Novkovic trotzdem kein Erbarmen. In knapp drei Stunden fegte er die sympathische Dame vom Brett und brachte Luzern mit 1:0 in Führung. Mannschaftsleiter Werner Rupp hatte ebenfalls eine taktische Aufstellung bevorzugt und am Spitzenbrett Dimitry Atlas (2220) aufgestellt, um den einheimischen Milan Novkovic (2409) zu neutralisieren. Diese lieferten sich einen mehr als 7-stündigen Wettkampf, mit dem besseren Ende für den Ostschweizer. Ein unnötiger Turmtausch im Endspiel brachte den Bruder von Valery Atlas in Bedrängung und um einen möglichen Achtungserfolg. Zu diesem Zeitpunkt war das Match aber bereits gelaufen, weil zuvor Hans Speck (gegen Christian Salerno), Alexander Rusev (gegen Martin Leutwyler) und Lubomir Kovac (gegen Wolfgang Steiger) in einer ebenfalls mehr als sieben Stunden dauerten Partie mit über 120 Zügen zum Erfolg kamen. Mit den beiden Unentschieden von Nuhi Jashari und Daniel Portmann war den Luzernern der Mannschaftssieg nicht mehr zu nehmen. Neben Dimitry Atlas verlor einzig Gary Krähenbühl seine Partie. Weil Tribschen gegen Bodan verlor, rückte Luzern ll in der Tabelle wieder auf den zweiten Rang vor, womit es am 27. September zum Spitzenkampf Bodan Kreuzlingen - Luzern ll kommen wird.

Luzern 3 vergibt Chance
Bereits am Samstag unterlag Luzern 3 (2. Liga) in Entlebuch mit 3.5:2.5. Einzig Highlight war der Sieg von Silvio Graf gegen Alfons Lampart. Kurt Züsli, Simon Abächerli und Eugen Schwammberger verloren ihre Partien, während Jörg Schmid zu einem verdienten Remis kam. Am letzten Brett gewann Siva Sivaji gegen einen nicht 2.LIga würdigen Ersatzspieler (1400) klar, deutlich und schnell. Mit dieser Niederlage vergab Luzern 3 die Chance, doch noch in die Aufstiegsspiele zu gelangen, weil Lenzburg in Bellinzona deutlich unterlag. Der Abstieg ist aber definitiv kein Thema mehr.

Nationalliga A, 6. Runde
Luzern - Riehen 3,5:4,5 (Milov - Cvitan 0,5:0,5. Krämer - Hickl 0:1. V. Atlas - Heimann 0,5:0,5. Hübner - Renet 0,5:0,5. R. Lötscher – I. Georgiadis 0,5:0,5. Kurmann - Brunner 0:1. Züger - Buss 0,5:0,5. Weindl - Toth 1:0. Übrige Resultate: Genf - Schwarz-Weiss Bern 4,5:3,5, Zürich - Echallens 5,5:2,5 Winterthur - Wollishofen 4,5:3,5. Réti Zürich - Neuenburg 4:4. 7. Runde: Neuenburg - Luzern 2,5:5,5 (Sermier - Lötscher 0,5:0,5. Ermeni - Krämer 0:1. Preissmann - V. Atlas 0,5:0,5. Bex - Kurmann 0:1. Robert - Züger 0,5:0,5. Leuba - Weindl 0,5:0,5. Hauser - Gloor 0:1. Berset - Almada 0,5:0.5). Genf - Réti 6:2, - Echallens 6,5:1,5, Winterthur - Zürich 3:5, Wollishofen - Schwarz-Weiss 4:
Rangliste: 1. Genf 7/14 (39,5). 2. Luzern 7/12 (37). 3. Riehen 7/12 (35,5). 4. Zürich 7/11 (36). 5. Winterthur 7/7 (28,5). 6. Echallens 7/6 (21). 7. Wollishofen 7/3 (23,5). 8. Réti 7/3 (22,5). 9. Schwarz-Weiss Bern 7/1 (22). 10. Neuenburg 7/1 (14½).

Na­tio­nal­li­ga B, Ost

Trib­schen - Bodan Kreuz­lin­gen 2,5:5,5 (Schild - Bre­der 0,5:0,5. Räber - Hom­me­les 0:1, Lus­ten­ber­ger - Zel­ler 0,5:0,5, Ar­cu­ti - Knöd­ler 1:0, Schwan­der - Mod­ler 0,5:0,5, Her­zog - Egle 0:1, Bell­mann - Wildi 0:1, Neu­bert - Schmid 0:1).

St. Gal­len - Lu­zern II 3:5 (M. Nov­ko­vic - D. Atlas 1:0, Leut­wy­ler - Rusev 0:1, Stei­ger - Kovac 0:1, J. Nov­ko­vic - Kauf­mann 0:1, Pot­te­rat - Jas­ha­ri 0,5:0,5, Sand­hol­zer - Krä­hen­bühl 1:0, Sa­ler­no - Speck 0:1, Mann­hart - Port­mann 0,5:0,5).

Resultate: Wetts­wil - Baden 4,5:3,5. Men­d­ri­sio - Nim­zo­witsch Zü­rich 4:4, Win­ter­thur II - Olten 3:5.

Rang­lis­te: 1. Bodan 6/12 (36,5). 2. Lu­zern II 6/9 (29,5). Trib­schen 6/8 (26,5). 3. 4. Baden 6/7 (25,5). 5. Men­d­ri­sio 6/7 (23,5). 6. Win­ter­thur II 6/5 (24,5). 7. Olten 6/5 (18,5). 8. Nim­zo­witsch 6/3 (19,5). 9. St. Gal­len 6/2 (20). 10. Wetts­wil 6/2 (16).

1. Liga, Ost

Pfäf­fi­kon/ZH - March-Hö­fe 3,5:4,5 (Wan­ner - Cakir 0:1, Hu­gen­to­bler - M. Bän­zi­ger 1:0, Huss - F. Bän­zi­ger 0:1, Mäder - Kälin 0,5:0,5. Utz­in­ger - Mo­li­na­ri 0,5:0,5. Mülli - Kauf­mann 1:0, Schei­deg­ger - Berg 0:1, Jol­ler - Range 0,5:0,5).

Rang­lis­te: 1. Herr­li­berg 6/12, 2. Win­ter­thur III 6/9 (29). 3. St. Gal­len II 6/9 (28½). 4. Bodan II 6/5 (21,5). 5. Pfäf­fi­kon 6/4 (22,5). 6. Chur 6/4 (19,5). 7. March-Hö­fe 6/4 (17,5). 8. Buchs 0 (11,5).

1. Liga, Zen­tral

Zü­rich II - Nim­zo­witsch Zü­rich II 6½:1½, Zug - Gli­go­ric Zü­rich 1,5:6,5 (Dürig - Ne­cev­ski 1:0, Deu­ber - M. Mi­ka­vica 0:1, Zuber - Jo­va­no­vic 0:1, Marty - Ris­t­ev­ski 0:1, Musil - Raka­zo­vic 0,5:0,5, Krumm - Vasic 0:1, Zin­del - Bin­zeg­ger 0:1, Staub - Si­ba­lic 0:1).

Rang­lis­te: 1. Zü­rich II 6/12 (35). 2. Gli­go­ric 9 (27,5. 3. Réti II 6/6 (25½). 4. Wol­lis­ho­fen II 6/6 (23,5). 5. Wä­dens­wil 6/6 (22,5). 6. Zug 6/6 (22). 7. Baden II 6/3 (19). 8. Nim­zo­witsch II 0 (17).

2. Liga. Zen­tral I: Gol­dau-Schwyz - Wol­lis­ho­fen 3:3. Nim­zo­witsch - Réti 2,5:3,5. Brugg - Zim­mer­berg 2,5:3,5. Lu­zern - Frei­amt 3,5:2,5. Zen­tral II: Mas­sa­gno - Lenz­burg 4:2. Bel­lin­zo­na - Olten 5:1. Trib­schen - Bias­ca-Lo­d­ri­no 2,5:3,5. Ent­le­buch - Lu­zern 3,5:2,5.

3. Liga, Zen­tral III: Frei­amt - Em­men­brü­cke 6:0. Alt­dorf - Réti 3,5:2,5. Baar - Ries­bach 1,5:4,5. IBM - Baden 3:3. Zen­tral IV: Trib­schen - Zug 0,5:5,5. Cham - Bel­lin­zo­na 1,5:4,5. Nord­west I: Olten - Baden 3,5:2,5. Lenz­burg - Em­men­brü­cke 5:1. Ron­tal - Lu­zern 1,5:4,5. Mut­tenz - Zo­fin­gen 4:2.

4. Liga, Zen­tral I: Baar - Zo­fin­gen 2:4. Döt­tin­gen-Klingnau - Trib­schen 5,5:0,5. Zen­tral III: Oftrin­gen - Ent­le­buch 3,5:2,5. Aarau - Baden 4,5:1,5.
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