Schachklub Tribschen sichert sich verdientermassen den Innerschweizer Gruppenmeistertitel 2015/2016

Das Zuger Quartett hatte gegen Tribschen keine Chance und musste sich deutlich geschlagen gaben.
 
Silvio Graf (vorne links) und Lukas Kuhn lieferten sich eine interessante Partie mit Vorteil für den "Grafen".
 
Das Team Luzern ll besiegte Goldau/Schwyz ll gleich mit 4:0 und besiegelte damit den Abstieg der Schwyzer.
 
Daniel Ottiger (links) und Marco Burri gehörten zu den besten Punktesammler beim SK Luzern.
Erstmals seit vielen Jahren gewinnt der Schachklub Tribschen die Goldmedaille in der Innerschweizer Gruppenmeisterschaft. Grundstein dazu legten sie in der fünften Runde mit dem Sieg gegen Rekordmeister Luzern. In der zentralen Schlussrunde besiegte Tribschen Gastgeber Zug mit 3,5:0,5 Punkten klar und sicherte sich damit ungeschlagen den Meistertitel in der Regionalliga A. Dazu kommt der Aufstieg von Tribschen ll in die höchste Regionalliga. Der SK Luzern platziert sich auf Rang 2 und steigt mit der zweiten Mannschaft ebenfalls auf. Noch vor Titelverteidiger Goldau/Schwyz klassiert sich Sursee auf dem hervorragenden dritten Rang.

Es war eine interessante Gruppenmeisterschaft, die zum 65. Mal seit der Gründung des Innerschweizerischen Schachverbandes (ISV) 1950 ausgetragen wurde. Dabei setzte der SK Tribschen den Massstab für die übrigen sieben Teams der obersten Regionalliga hoch an und zeigte während der ganzen Meisterschaft keine Schwäche. Zwar gab Tribschen in der zweiten Runde gegen Sursee einen Punkt ab, es sollte allerdings der letzte und einzige Punktverlust sein. Mit Siegen in der Schlussphase über Luzern und Goldau/Schwyz sicherte sich das Team von Martin Herzog mit komfortablem Vorsprung den Meistertitel. Trotz dem Abgang von Albert Gabersek (zu Sursee) hatte die Mannschaft mit Jürgen Strauss, Kevin Cremer, Daniel Lustenberger und Rambert Bellmann genug Qualität, um die übrigen Mannschaften zu dominieren. In der Schlussrunde hatte Zug keine Chance und musste sich nach zähem Kampf deutlich geschlagen geben. Einzig Willi Dürig gelang am 1. Brett ein Remis gegen Martin Herzog. Daniel Lustenberger, Kevin Cremer und Rambert Bellmann gewannen ihre Partien dank taktischer oder positioneller Überlegenheit in den Endspielen. Der verdiente Sieg für eine ausgeglichene Mannschaftsleistung. Herzliche Gratulation an den SK Tribschen.

Luzern Vizemeister
Hinter Tribschen klassierte sich einmal mehr - und wie im Vorjahr – der SK Luzern. Obwohl die Luzerner seit einiger Zeit nicht mehr mit den „Top-Stars“ aus der Nationalliga A und B antreten, reicht es noch immer zum zweiten Rang. Spieler wie Werner Kaufmann, Andrin Wüest, Enrique Almada oder auch Oliver Kurmann spielen keine IGM mehr. Dafür können andere Spieler Erfahrung sammeln und haben den Test in den letzten Jahren bestanden. Hanspeter Bieri, Mohamed Bouzidi und Silvio Graf gehören mittlerweile zum Stammpersonal und werden am Spitzenbrett von Aleksandar Rusev oder Fritz Mühlebach unterstützt. In der Schlussrunde reichte es zu einem knappen 2,5:1,5-Sieg. Während Rusev gegen Lubomir Kovac am ersten Brett remisierte, kamen Bieri (gegen André Wespi) und Silvio Graf (Lukas Kuhn) zu zwei verdienten Siegen. Fritz Mühlebach eroberte in der Eröffnung eine Qualität (Turm gegen Springer) und stand dank seiner Bauernstruktur deutlich besser. Im Mittelspiel verlor er etwas den Faden und stellte zwei Bauern ein (!) und verpasste es in einem strategischen Endspiel, sich doch noch ins Remis zu retten, zumal Peter Ziswiler akute Zeitnot hatte und am Ende nur noch 23 Sekunden auf der Matchuhr hatte. Trotz dieser unnötigen Niederlage reichte es Luzern zum Sieg und zum zweiten Meisterschaftsrang.

Sursee im kommen
Die Überraschung dieser Meisterschaft war jedoch das Team von Sursee, welches sich mit Albert Gabersek verstärken konnte, der seinen Wohnsitz schon seit einiger Zeit nach Geuensee verlegt hatte und damit unweit vom Spiellokal der Surseer zu Hause ist. Am Spitzenbrett zusammen mit Armin Hartmann und Vereinspräsident Alex Häfliger bildet das Trio zusammen mit Joseph Kiefer und Rene Oehen eine verschworene Gemeinschaft, die es krachen lässt, wenn es nötig sein muss. Mit zwei Unentschieden (2:2 gegen Zug und Tribschen ohne eine Remispartie) gestartet, verlor Sursee in der dritten Runde gegen Luzern mit 1,5:2,5. Doch dann setzte Sursee zu einem Sturmlauf an, bezwang Goldau/Schwyz, Entlebuch und Schötz oft mit Siegen durch das Duo Hartmann und Häfliger. Gegen Goldau/Schwyz war es Rene Oehen, der mit seinem Sieg gegen Herzog den Punkt rettete und Albert Gabersek weist mit 4,5 aus 6 (3 Siege/drei Remis) eine herausragende Bilanz auf. Dass ausgerechnet die letzte Begegnung gegen Absteiger Rontal verloren ging, darf allerdings nicht an den Absenzen von Hartmann und Kiefer festgemacht werden. Nur Albert Gabersek feierte einmal mehr einen Sieg, während Rene Oehen gegen Hans Schnarwiler zu einem schmeichelhaften Remis kam. Die beiden übrigen Partien gingen verloren, womit die Rechnung schnell gemacht ist: 2,5:1,5-Sieg für Rontal. Mit Sursee muss aber in den nächsten Jahren trotzdem als heisser Titelkandidat gerechnet werden.

Titelverteidiger verpasst Podest
Trotzdem dem Einsatz von Lubomir Kovac (Elo 2269) hat Titelverteidiger Goldau/Schwyz das Podest in der Folgesaison verpasst. Zu grosse Schwankungen in der Tagesform und einige kleine Patzer in den wichtigen Partien führten zu unliebsamen Punkteverlusten und ermöglichten den Gegnern unerwartete Siege am Brett. Sowohl gegen Sursee, als auch gegen Tribschen und Luzern wären bessere Resultate möglich gewesen. Präsident André Wespi nimmt es locker und meint: „nächstes Mal läuft es uns wieder besser!“. Keine Frage, vom Potential her ist Goldau/Schwyz stets ein Anwärter auf den Meistertitel, das haben sie im letzten Jahr deutlich unter Beweis gestellt. Hinter Goldau/Schwyz kam Entlebuch dank einem 4:0-Sieg über Absteiger Schötz (nur zu Dritt) auf den fünften Rang und überholte Zug nach dessen Niederlage gegen Tribschen in der Endabrechnung. Die Zuger waren früher regelmässig in den Medaillenrängen, doch damals waren noch Spieler wie Hansruedi Glauser, Richard Zweifel, Roland Levrand, die beiden Moor-Brüder und Serge Wilhelm im Einsatz. Präsident und Mannschaftsleiter Willi Dürig muss sich anpassen und mit bedeutend weniger Spielerqualität antreten. Für Überraschungen ist auch Zug jederzeit im Stande. Die beiden Absteiger Rontal und Schötz werden in der kommenden Meisterschaft durch Tribschen ll und Luzern ll ersetzt, womit die Meisterschaft nochmals spannender werden dürfte.

Regionalliga B mit neuem Modus
In den beiden Gruppen setzten sich Tribschen ll und Luzern ll an die Spitze. Dahinter klassierten sich Luzern lll und Hergiswil sowie Altdorf und Emmenbrücke als nächste Verfolger. Überraschend klar hat Stans l den Ligaerhalt noch vor Sarnen und Goldau/Schwyz ll geschafft. Beinahe wäre den Nidwaldner der Coup gelungen und Stans ll wäre als Gruppensieger vor Luzern und Emmenbrücke ebenfalls in die Regionalliga B aufgestiegen. Eine knappe Niederlage gegen Emmenbrücke lll verhindert die kleine Sensation. Weil die Zahl der teilnehmenden Mannschaften Jahr zu Jahr abnimmt, hat der ISV an seiner letzten DV beschlossen, den Modus für die Regionalliga B zu ändern und an Stelle von zwei Gruppen mit je acht Mannschaften nur noch 12 Teams zu setzen und die unterste Liga, die Regionalliga C (nur 7 Teams) auf 12 Teams aufzustocken. Dadurch müssen aus der Regionalliga B Emmenbrücke ll, Altdorf ll, Rontal ll und Tribschen lll absteigen. Sie werden durch Luzern IV und Emmenbrücke lll ersetzt. Eine spannende Wintermeisterschaft ist mit interessanten Partien und vielen positiven Eindrücken zu Ende gegangen. Die eine oder andere Partie wird nochmals analysiert und für die kommende Meisterschaft Revanche geschworen. Dann fängt alles wieder bei null an und auch die favorisierten Teams müssen sich im Oktober warm anziehen, wenn sie beim Auftakt nicht überrascht werden wollen.

Innerschweizer Gruppenmeisterschaft. 7. Runde. Regionalliga A: Entlebuch – Schötz 4:0. Luzern – Goldau/Schwyz 2,5:1,5. Rontal – Sursee 2,5:1,5. Zug – Tribschen 0,5:3,5. Schlussrangliste: 1. Tribschen 13 (22,5). 2. Luzern 11 (19,5). 3. Sursee 8 (16,5). 4. Goldau/Schwyz 7 (17). 5. Entlebuch 6 (12,5). 6. Zug 5 (12). 7.Rontal 4 (7,5), 8. Schötz 2 (4.5). Absteiger: Rontal und Schötz.

Regionalliga B, Gruppe 1: Altdorf – Tribschen ll 1:3. Hergiswil – Luzern lll 1,5:2,5. Entlebuch ll – Emmenbrücke ll 3,5:0,5. Baar – Sursee ll 1:3. Schlussrangliste: 1. Tribschen ll 12 (20). 2. Luzern lll 10 (19). 3. Hergiswil 9 (19). 4. Sursee ll 9 (16). 5. Baar 8 (14). 6. Entlebuch ll 5 (13), 7. Altdorf ll 3 (8), 8. Emmenbrücke ll 0 (3). Aufsteiger: Tribschen ll. Absteiger: Altdorf ll und Emmenbrücke ll.

Regionaliga B, Gruppe 2: Altdorf – Emmenbrücke 2:2. Sarnen – Rontal 4:0, Stans – Tribschen 3 3:1, Goldau/Schwyz ll – Luzern ll 0:4. Schlussrangliste: 1. Luzern ll 13 (23,5). 2. Altdorf 10 (17), 3. Emmenbrücke l 8 (18). 4. Stans l 8 (13.5), 5. Sarnen 6 (14,5). 6. Goldau/Schwyz ll 6 (10). 7. Tribschen lll 5 (11), 8. Rontal ll 0 (4,5). Aufsteiger: Luzern ll. Absteiger: Tribschen und Rontal ll.

Regionalliga C: Tribschen IV – Sursee lll 2,5:1,5. Baar ll – Brunnen 2:2, Emmenbrücke lll – Stans ll 2,5:1,5. Luzern spielfrei. Schlussrangliste: 1. Luzern IV 9 (18). 2. Emmenbrücke lll 9 (14,5). 3. Stans ll 6 (14). 4. Brunnen 5 (9). 5. Sursee lll 4 (11). 6. Tribschen IV 4 (10). 7. Baar ll 3 (7.5). Aufsteiger: Luzern IV und Emmenbrücke III.
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