Schachklub Tribschen wiederholt Vorjahressieg bei der Innerschweizer Gruppenmeisterschaft

Der SK Tribschen mit Daniel Lustenberger, Jürgen Strauss, Kevin Cremer, Präsident Frank Neubert, Rambert Bellmann und Lukas Fischer als Sieger der Innerschweizer Gruppenmeisterschaft 2016/2017.
 
Da sitzen sie also in Reih und Glied: die beiden Teams von Luzern (links) und des SK Tribschen (rechts).
 
Spitzenkampf auf höchster Ebene: FM Enrique Almada mit Weiss gegen Kevin Cremer vom SK Tribschen.
Grosse Spannung war angesagt vor der letzten, zentralen Schlussrunde der Innerschweizer Gruppenmeisterschaft 2016/2017, die am Dienstag im Schachmuseum an der Ringstrasse 25 in Kriens ausgetragen wurde. Letztendlich setzte sich der SK Tribschen als Titelverteidiger durch und verhinderte damit einen erneuten Triumph der SG Luzern, die eigentlich als Favoritin ins Meisterrennen gestiegen war. Hinter den beiden Stadtklubs klassierte sich Sursee auf Rang 3. Absteigen müssen Luzern ll und Tribschen ll, die von Rontal und Hergiswil in der obersten Spielklasse ersetzt werden.

Acht Mannschaften, dazu noch ein Heimspiel von Luzern 4 gegen Emmenbrücke, und 40 Spieler sowie zahlreiche Kibitze, die das Finale vor Ort anschauen und verfolgen wollten, versammelten sich am Dienstagabend im Schachmuseum zur Schlussrunde der diesjährigen Wintermeisterschaft. Der Spitzenkampf zwischen Luzern und Tribschen versprach viel Spannung, weil Luzern im sechsten Durchgang gegen Goldau/Schwyz nur zu einem 2:2 kam und für den Titelgewinn also einen Sieg brauchte. Bei der SG Luzern fehlten allerdings die Spitzenspieler Oliver Kurmann, Aleksander Rusev, Fritz Mühlebach, Andrin Wüest, Werner Kaufmann und Hanspeter Bieri. Trotzdem meldeten beide Teams eine starke Mannschaft (mit Durchschnittlich über 2200 Elo, was sogar in der Nationalliga B Höchstwerte bedeuten) - und so entwickelte sich ein spannender Wettkampf um den Meistertitel. Nuhi Jashari (2184) unterlag mit Schwarz am zweiten Brett Jürgen Strauss (2218) und auch Belhadri Benmia (2011) hatte gegen Daniel Lustenberger (2244) keine Chance. So lag Tribschen nach über zwei Stunden Spielzeit mit 2:0 in Führung und hatte damit den Meistertitel bereits gesichert. Silvio Graf (2068) konnte seine Stellung je länger sie dauerte verbessern und gewann schliesslich gegen Rambert Bellmann (2037) in einem spannenden Endspiel. Jetzt lag es an Enrique Almada (2310) gegen Kevin Cremer (2202) wenigstens den Ausgleich zu erzielen. Kremer verteidigte sich ausgezeichnet und hielt das Remis, womit Tribschen als Sieger des Spitzenkampfes hervorging und verdienter Innerschweizer Gruppenmeistererneut den Wanderpreis in Empfang nehmen durfte. Herzliche Gratulation.

Hinter dem Spitzenduo kämpften Goldau/Schwyz und Sursee um die dritte Position. Auch hier war die Ausgangslage sehr spannend, wiesen doch beide Klubs gleichviele Mannschaftspunkte und Brettpunkte auf. Sursee stellte die Weichen ebenfalls früh auf Sieg, denn Kantonsrat Armin Hartmann (Schlierbach) setzte Peter Ziswiler matt und sorgte damit für eine frühe Führung, die Rene Oehen gegen Lukas Kuhn ausbaute und Sursee mit 2:0 in Führung brachte. Zwar konnte André Wespi gegen Alex Häfliger noch verkürzen, doch Lubomir Kovac (2282) schaffte es nicht, gegen Albert Gabersek (2155) zu gewinnen und musste in ein Remis einwilligen. Der Mannschaftssieg ging damit knapp an Sursee und Goldau/Schwyz wurde in der Endabrechnung gar noch von Entlebuch überholt.

Um Rang 5 kämpften Entlebuch und Zug, die sogar lange am Tabellenende standen und gegen den Abstieg kämpften. Erst die Siege gegen Tribschen ll und Luzern ll in der Schlussphase der Meisterschaft brachte etwas Ruhe ins Geschehen. Zug gelang am ersten Brett durch Roland Levrand ein Sieg gegen Guido Schmid, der jedoch von Markus Andenmatten (Sieg gegen Willi Dürig) ausgeglichen wurde und nach dem Remis zwischen Franz Theiler und Roman Deuber fiel die Entscheidung in der letzten Partie zwischen Fridolin Marty und Manuel Meier. Meier tauschte einen Turm gegen zwei Figuren und hatte damit im Endspiel trotz einem Minusbauern ein Übergewicht, bis die Stellung von Marty einbrach. So kletterte Entlebuch noch auf Rang 5.

Im Duell der beiden Absteiger hatte Luzern alle Chancen auf seiner Seite, doch auf dem Brett sieht die Realität oftmals anders aus. Die Absenz von Daniel Jaber (2175) auf Seite der SG Luzern soll keine Ausrede sein, denn auch sein Stellvertreter Nysret Krasniqi weist über 2000 Elo Punkte aus. Doch nach einem guten Turnier am Wochenende in Burgdorf, das mit Rang 22 von rund 100 Teilnehmern endete, erwischte Krasniqi nicht seinen besten Tag und unterlag dem elomässig deutlich schwächeren Karl Bärtsch am ersten Brett. An Brett 2 kam Kurt Züsli gegen Mario Bobbia nicht über ein Remis hinaus und da nützte auch der Sieg von Hans Speck gegen Inigo Martjia nicht mehr viel, weil Eugen Schwammberger seine Partie gegen Frank Neubert bereits zuvor verloren hatte und damit der Sieg vom bisher punktelosen Tribschen ll bereits feststand.

Fazit: alle vier Begegnungen dieser zentralen Schlussrunde endeten mit dem knappsten aller möglichen Resultate, nämlich mit 2½:1½, was die Spannung und die Ausgeglichenheit der Mannschaften dokumentiert. Grosse Überraschungen blieben in dieser Wintermeisterschaft, wie sie früher genannt wurde, aus, sieht man vielleicht vom Sieg von Luzern ll gegen Goldau/Schwyz ab. Sonst blieben die Favoriten meistens erfolgreich. Die Schlussrangliste präsentiert sich wie folgt: 1.Tribschen 7/14, 2.Luzern 7/11, 3.Sursee 7/8, 4.Entlebuch 7/7, 5.Goldau/Schwyz 7/6, 6.Zug 7/5, 7.Luzern ll 7/3, 8.Tribschen ll 7/2. Tribschen l damit Innerschweizer Gruppenmeister 2016/2017, Luzern ll und Tribschen ll steigen ab.

Meisterschaft beendet
Mit den Auf-/Ab- und Platzierungsspielen der Kategorie B und C wird die IGM 2016/2017 beendet. Den Aufstieg schaffte Baar (mit einem 3:1-Auswärtssieg in Altdorf) und Hergiswil (Räber, Popp, Odermatt und Liembd), welches am Montag Schötz knapp bezwang. Schlussrangliste: 1. Baar 3/6, 2. Hergisiwl 2/4, 3. Schötz ¾, 4.Altdorf 3/0 Punkte. Die restlichen Schlussranglisten erscheinen in den nächsten Tagen, wenn die letzten Partien (Emmenbrücke – Sarnen am Donnerstag) ausgetragen sind. Ab sofort beginnt bei den meisten Vereinen die Vorbereitung auf die kommende Schweizer Meisterschaft (SMM), die natürlich eine weit höhere Akzeptanz und Stellenwert aufweist, als die Innerschweizer Gruppenmeisterschaft (IGM). Mit Luzern in der Nationalliga A und Luzern ll sowie Tribschen in der Nationalliga B ist die Innerschweiz gut vertreten. Entlebuch (1. Liga), Zug, Luzern lll und IV, sowie Tribschen ll in der 2.Liga stehen ebenfalls grosse Aufgaben bevor. Werner Rupp
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