Schachweltmeister Vladimir Kramnik in Luzern

Fabian Bänziger nimmt im Team von Luzern 2 immer eine grössere Rolle ein.
 
Vincent Riff glänzte bisher mit einer makellosen Bilanz mit 2 aus 2.
Am Wochenende stehen für die Luzerner Schachspieler zwei interessante Partien in der NLA und NLB auf dem Programm. Am Samstag spielt das Team von Oliver Kurmann gegen Bodan Kreuzlingen und am Sonntag trifft Luzern 2 auf Herrliberg mit Weltmeister Vladimir Kramnik und vier weiteren Grossmeistern, während Luzern 1 auswärts gegen das bisher punktelose Solothurn anzutreten hat. Gespielt wird an beiden Tagen ab 12:30 Uhr im Schachmuseum.


Die Nationalliga A-Teams bestreiten am Wochenende eine Doppelrunde (Samstag/Sonntag), weil in 14 Tagen der Mitropa-Cup ansteht und etliche Schweizer Spieler, darunter Oliver Kurmann, für die Nationalmannschaft selektioniert sind. So konnte der Mannschaftsleiter am Samstag gegen Bodan Kreuzlingen sein bestes Team aufbieten, also auch Robert Hübner (Elo 2600) aus Köln und Martin Krämer (2525) aus Berlin, nebst den drei IM Valery Atlas (2477), Roland Lötscher (2442) und Oliver Kurmann (2440). Dazu werden Roger Gloor (2363) Vincent Riff (2322) und Enrique Almada (2313) das Team vervollständigen und sich hoffentlich nicht überraschen lassen. Die Luzerner (ohne IM Beat Züger) spielen dabei um die Tabellenspitze, die sie vor drei Wochen nach dem Kantersieg gegen Wollishofen übernommen haben, beziehungsweise verteidigt haben. Luzern steht dabei als einziges der zehn NLA-Teams noch ohne Punkteverlust da – und so soll es auch am Sonntagabend noch sein.

Gewarnt dürften die Luzerner sein, denn ausgerechnet Bodan Kreuzlingen knüpfte beim 4:4 gegen Genève in der 3. Runde dem Meister einen Punkt ab. Zwar sprechen die Elo-Zahlen klar für das Heimteam, aber das will nicht viel heissen. Die Ostschweizer werden motiviert und ohne Hemmungen antreten und natürlich versuchen, erneut einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg und dem damit verbundenen Ligaerhalt zu erobern. Für Alfred Weindl wird es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Bis zum letzten Jahr spielte der Landschaftsgärtner aus Konstanz für die Luzerner und erzielte jedes Jahr ein Superergebnis. Nur ungern liessen die Innerschweizer den taktisch hervorragend aufspielenden Weindl ziehen, aber wenn der Heimklub in die oberste Spielklasse aufsteigt, wollte man dem Konstanzer keine Steine in den Weg legen. Bei einem allfälligen Abstieg würde Weindl wohl wieder in die Innerschweiz zurückkehren. Am Sonntag vorerst für rund sechs Stunden, ob es mehr werden, wird sich dann Ende Saison zeigen.

Am Sonntag reisen die Luzerner nach Solothurn, dem Aufsteiger aus der NLB Westgruppe, dem man keine Chancen auf den Ligaerhalt zubilligt und der bisher auch noch keinen Punkt erobern konnte. Das soll auf jeden Fall auch am Sonntag so bleiben und es wäre für Luzern ein schönes Gefühl, mit dem Punktemaximum in die Sommerpause zu steigen, wohlwissend, dass die Konkurrenz in Zürich, Genf, Riehen und Winterthur schon überraschend Punkte liegen gelassen hat.

Der Weltmeister kommt!
Am Sonntag werden viele Augen nach Luzern gerichtet sein, denn Luzern 2 trifft auf den SK Herrliberg, der vor zwei Jahren noch in der zweiten Liga spielte und den direkten Durchmarsch in die Nationalliga A plant. Dank finanzkräftigen Sponsoren aus dem Blocher Dorf ist es gelungen, für die Nationalliga B eine überdurchschnittliche Mannschaft zusammen zu stellen. Vladimir Kramnik (14.Weltmeister 2000 – 2008) steht zuoberst auf der Kaderliste des kleinen und bisher bedeutungslosen Schachklubs an der Zürcher Goldküste. Nach Kramnik (aktuell mit 2812 Elo hinter Weltmeister Magnus Carlsen die Nummer 2 der Weltrangliste), tauchen Vallejo Pons (Spanien, Nummer 37, 2711), Robert Fontaine (Frankreich, 2558), Sebastian Bogner (CH/D, 2527) und Joe Gallagher (CH/ENG, 2443) in der Startliste auf. Mit dieser Mannschaft würde Herrliberg wohl in der Nationalliga A den Titel holen, aber noch müssen sich die Zürcher ein Jahr gedulden. Am Sonntag steht zuerst die kleinere Aufgabe gegen Luzern ll bevor.

Kurzfristige Absenzen
Alexander Rusev, der Mannschaftsleiter von Luzern, freut sich auf diese Begegnung schon seit Beginn der Saison. Gerne hätte er auf die stärkst mögliche Mannschaft gesetzt, doch Gernod Beckhuis muss am Sonntag mit dem NLA-Team nach Solothurn und die nominelle Nummer 1, Tomislav Bodrozic, musste kurzfristig absagen. Mit Rusev, Kovac, Rüetschi, Kaufmann, Wüest, Bänziger, Atlas und Graf steht trotzdem ein Team im Einsatz, das bis zum letzten Zug kämpfen und alles versuchen wird, möglichst erfolgreich abzuschneiden.
Der Vergleich zwischen Luzern und Herrliberg wird für die Schachsportfreunde – mit oder ohne Kramnik - gleichwohl ein Leckerbissen der besonderen Art und auf diesem Niveau in der NLB wohl einmalig sein. Werner Rupp

Samstag. 11. Juni, 12:30 Uhr
Luzern 1 – Bodan Kreuzlingen (NLA)

Samstag, 11. Juni, 14:00 Uhr

Luzern 3 – Springer Zürich (2. Liga)

Sonntag, 12. Juni 12:30 Uhr
Luzern ll – Herrliberg (Nationalliga B)

Sonntag, 12. Juni, 12:30 Uhr
Solothurn – Luzern 1 (NLA)
2 Kommentare
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Nena Atanasova aus Binningen | 16.06.2016 | 10:17  
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Werner Rupp aus Luzern | 16.06.2016 | 12:03  
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