SG Luzern deklassiert Aufsteiger St. Gallen

GM Noel Studer aus Bern führte Luzern am ersten Brett mit einem Weiss-Sieg gegen Milan Novkovic zum Erfolg
 
Das Luzerner Team zeigte eine herausragende Leistung und überliess dem Gegner keine Punkte.
Luzern ist in der NLA weiter im Aufwind und feierte bereits seinen dritten Sieg, und dies erst noch ohne seine beiden deutschen Grossmeister Hübner und Krämer. Mit einer Kanterniederlage wurde Aufsteiger St. Gallen in die Ostschweiz zurückgeschickt und einmal mehr hatte Präsident Werner Rupp einen guten Riecher: Am Vorabend motivierte er das Team und setzte im Falle eines 8:0-Sieges ein Nachtessen als Prämie aus! Luzern ll gewann gegen Réti ebenfalls hoch mit 6:2!

Mit 7,5:0,5 lautete das Schlussergebnis am Sonntag um 19 Uhr und trotzdem löste der Präsi sein Versprechen aus. Nur Enrique Almada war im letzten Moment wegen Personalmangel eingesprungen und hatte von der Mitteilung im Gruppenchat nichts mitbekommen. So einigte sich der "Notnagel" als erster auf ein Remis und schenkte Peter Klings einen halben Punkt. Die Leistung des übrigen Teams kannte aber keine Grenzen. Noel Studer besiegte am ersten Brett IM Milan Novkovic mit einem schönen "Mattangriff" auf der H-Linie mit zwei Türmen. Ebenso cool lenke Teamkäpten Oliver Kurmann seine Partie in erfolgreiche Bahnen. Gegen das Jungtalent Noah Fecker siegte er vor Ablauf der Zeitkontrolle und auch Roland Lötscher setzte gegen Martin Leutwyler früh zum entscheidenden Schlag aus. Die Partie Fröwis war zwar schon früh entschieden, doch Julia Novkovic wehrte sich mit einem Turm gegen Springer und Läufer sowie fünf Bauern so lange es ging, als unweigerlich das "matt" drohte, gab die hübsche Lady auf, die 2015 gegen Fritz Mühlebach gewann und ein Jahr später gegen Werner Kaufmann sang- und klanglos einging. Erstaunlicherweise hatten in dieser Begegnung die beiden Youngsters etliche Mühe. Davide Arcuti fuhr gegen Thomas Achermann zwar den erhofften Sieg ein, musste aber doch sehr acht geben. Noch mehr Mühe bekundete der frischgebackene IM Fabian Bänziger. Nach seinen Erfolgen am Mitropacup spielte er am Sonntag gegen Elias Giesinger, ebenfalls einen sehr talentierten Junior. Erst ein Opfer und die damit offene C-Linie brachte schliesslich den Erfolg, der allerdings an einem seidenen Faden hing und lange erzittert werden musste. Als letzter gelang schliesslich wie so oft Valery Atlas das siegreiche Manöver. Mit Dame und sechs Bauern auf beiden Seiten fand er nach einem Fehler von Marc Potterat den Gewinnweg und sein Freibauer auf der E-Linie machte sich auf den Weg zur zweiten Dame, vorauf der St. Galler aufgab, nachdem er eher besser gestanden hatte. Es zeigte sich einmal mehr: ohne Plan kein Gewinn! Mit diesem Kantersieg liegt Luzern weiter hinter Genf und Winterthur auf Rang 3 und ist am 1. Juli bei Zürich zu Gast. Am Selbstvertrauen und Spielern sollte es dem Team von Oliver Kurmann nicht fehlen! Dann werden nämlich auch die deutschen Grossmeister wieder dabei sein.

Resultate:  Luzern - St. Gallen 7,5 : 0,5 (Noel Studer (2470) - Novkovic (2402), Valery Atlas (2446) - Potterat (2183), Oliver Kurmann (2452) - Fecker (2209), Roland Lötscher (2410) - Leutwyler (2205), Georg Fröwis (2424) - Julia Novkovic (2174), Fabian Bänziger (2356) - Gisinger (2177), Davide Arcuti (2349) - Achermann (2159) alle 1-0, Enrique Almada - Klings remis.)

Rangliste: 1. Genève, Winterthur 4/7, 3. Luzern (21,5), 4. Zürich 4/7 (20), 5. Riehen 4/6, 6. Réti 4/4 7. Wollishofen 4/2, 8. Echallens, Mendrisio und St. Gallen 4/0 Punkte.

Auch Luzern ll in Form
Eine Galavorstellung zeigte auch das Team von Luzern ll. An den ersten vier Brettern holten belezky, Gloor, Georgescu und Wüest alle vier möglichen Punkte und auch Dmitry Atlas gewann an Brett 6 deutlich. Mit den beiden Remis von Werner Kaufmann und Carole Forestier fiel der Sieg mit 6:2 klar und deutlich aus und hätte noch höher ausfallen können. Pirmin Lötscher überschritt vor dem 40. Zug sein Zeitlimit von zwei Stunden und verlor die Partie in klarer Gewinnstellung mit einer Mehrfigur. Gar nicht läuft es dafür Tribschen. Gegen Wettswil gab es lediglich drei Remis von Lustenberger, Schwander und Herzog, die restlichen fünf Spieler verloren, was zur deutlichen 6,5:1,5-Niederlage führte. Damit fiel Tribschen wieder ans Tabellenende zurück und hat in der kommenden Runde mit Absteiger Bodan noch ein harter Brocken vor sich.

Luzern ll .- Réti ll  6:2 (Belezky (2377) - Wüthrich (2212), Gloor (2344) - Wyss (2214), Georgescu (2220) - Levrand (2171), Wüest (2241) - Coras Campo (2143) alle 1-0, Kaufmann (2198) - Lou (2121) remis, Dmitry Atlas (2187)  - Uhlmann (2093) 1-0, Pirmin Lötscher (2125) - Bühler (2083) 0-1 (in gewonnener Stellung wegen Zeitüberschreitung), Forstier (2074), Mansoor (2089) remis. 

Rangliste: 1. Solothurn 4/8, 2. Wettswil 4/6, 3. Zürich ll 4/5, 4. Luzern ll 4/4, 5. Wollishofen 4/4, 6. Winterthur ll 4/3, 7. Bodan 4/3, 8. Tribschen 4/3, 9.Réti ll 4/2, 8. Baden 4/0.

Nächste Runde: (1. Juli), Zürich - Luzern (NLA) und Baden - Luzern ll, Tribschen - Bodan (beide NLB).
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