SG Luzern verstärkt sich mit Weltmeister Vladimir Kramnik

Vladimir Kramnik, Weltmeister 2000 - 2007 (rechts beim Handshake mit Yannick Pelletier bei der Zurich Chess Challenge 2017) spielt zukünftig für die SG Luzern.
 
GM Noel Studer (links) spielt nicht mehr mit Werner Hug bei Zürich, sondern ab 2018 mit der SG Luzern gegen den Rekordmeister. Für Luzern eine Investition in die Zukunft.
Die Schachgesellschaft Luzern hat 2018 Grosses vor: Nach der eher durchzogenen SMM-Saison 2017, wo man bis zur Schlussrunde gar um den Ligaerhalt zittern musste, macht man einen Schritt vorwärts und sicherte sich für 2018 die Dienste von GM Vladimir Kramnik, der in Genf wohnt und zur absoluten Nummer 1 bei Luzern aufsteigt. Auch weitere Transfers sorgen für Aufsehen in den Reihen der Luzerner.

Die Verpflichtung von Weltmeisterschaft Vladimir Kramnik, der 2000 überraschend Garry Kasparov in einem WM-Match mit 8,5:6,5 entthronte und dabei seinem Widersacher keinen einzigen Sieg zugestand, war die Überraschung der Transferperiode nach der SMM bis zur Meldung der neuen Mannschaften. Der in Genf wohnende Kramnik stand mit 2802 Elo lange Zeit hinter Weltmeister Magnus Carlsen an zweiter Stelle der FIDE-Weltrangliste. Ob und wie oft der „Super GM“ allerdings spielen wird, steht noch in den Sternen. Vom 10. bis 28. März findet in Berlin das Kandidatenturnier statt, in dem die besten acht Spieler den Herausforderer von Weltmeister Carlsen ermitteln. Natürlich gehört der42-jährige Russe aus Moskau (mittlerweile die Nummer 5) auch zur Gilde der Herausforderer und ihm werden grosse Chancen eingeräumt, das WM-Finale zu erreichen.

Doch nicht nur die Verpflichtung von Kramnik lassen die Ambitionen der SG Luzern erahnen, auch die andern Zuzüge sprechen für sich: Von der SG Zürich reiht sich GM Noel Studer in der Hirarchie ganz weit oben ein. Der jüngste GM der Schweiz kommt als Nummer 3 von Zürich und wird sich bei Luzern hinter den drei Grossmeistern Kramnik, Hübner (2602) und Krämer 2555) und hinter Mannschaftsleiter Oliver Kurmann (2505) als Nummer 5 einreihen. Der Zuzug bedeutet für Luzern auch eine Investition in die Zukunft, denn Robert Hübner (1948) wird wohl nicht mehr sehr lange mitspielen. Mit drei starken Grossmeistern(Hübner/Krämer/Kramnik)  vorne, mit Kurmann/Studer dahinter je nach Aufstellung an den Brettern 2 - 5 der Aufstellung, mit einem soliden Mittelfeld von vier Internationalen Meistern (Lötscher, Atlas, Fröwis, Züger) zählt Luzern zweifellos in der kommenden Saison zu den Top-Anwärtern auf den Meistertitel. Dazu kommt kurzfristig der Zuzug von Davide Arcuti, der zusammen mit Fabian Bänziger das stärkste Juniorenduo (ähnlich wie in früheren Zeiten Kurmann/Papa) bildet. Bänziger spielte bereits letzte Saison NLA, während Arcuti den Schritt von der NLB (Tribschen) auf die neue Saison wagt. Mit Kurmann und Studer kennt er zwei ehemalige Trainer bestens, was vermutlich den Ausschlag für den Transfer zu Luzern ausmachte. Man darf auf die Auftritte der SG Luzern im Schachmuseum an der Ringstrasse 25 mehr als gespannt sein und es dürften sich in Zukunft wesentlich mehr Kibitze und Schaulustige einfinden, um die Partien zu verfolgen. Die erste Mannschaft verliert lediglich Gernod Beckhuis, der zurück nach Wien gereist ist und dort eine neue Arbeitsstelle gefunden hat.

Auch in der NLB konnte sich das Team von Werner Rupp ausgezeichnet verstärken. Die Abgänge von Urs Rüetschi (zu Wettswil), Peter Hammer (Freiamt) und Gary Krähenbühl (Herrliberg) konnten mehr als wettgemacht werden. Lars Rindlisbacher (Elo 2288) aus Bern (spielte bei Genf und Zürich NLA) füllt die Reihe auf wie die beiden Comebacks von Andrin Wüest (2236) und Fritz Mühlebach (2220). Zudem stösst Alexander Belezky (Elo 2396) von Bayern München zu Luzern. Er erstetzt auf der Spitzenposition Tomislav Bodrozic (Elo 2335). Aufgefrischt wird das Kader zudem mit zwei jungen Damen und damit wird auch die Tradition fortgesetzt, was einst mit Monika Seps und Kinga Harsany begann: Lena Georgescu (Schweizer Meisterin 2017) und Carole Forestier (französische Jugendschachmeisterin) stossen zu Luzern. Mit dem Aufstieg von Luzern 3 in die erste Liga ist zudem sichergestellt, dass weitere Spieler auf dem Sprung in die NLB gute und starke Gegner vorgesetzt bekommen, um für höhere Aufgaben gerüstet zu sein.
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