Start zur Schweizer Mannschaftsmeisterschaft 2017: SG Luzern empfängt Réti Zürich – Luzern ll vs. Winterthur ll (NLB)

Oliver Kurmann führt die NLA-Truppe von Luzern in seine dritte Saison als Mannschaftsleiter.
 
Seit 1991 bei Luzern am ersten Brett: Dr. Robert Hübner (links) aus Köln.
Am Sonntag, 19. März beginnt die Nationalliga-A-Saison der Schweizerischen Mann-schaftsmeisterschaft (SMM), dabei zeichnet sich ein spannender Fünfkampf um den Titel ab. Nimmt man die Top-Ten-Spieler von den zehn Teamlisten als Basis, dann liegen mit Zürich (2458), Genf (2452), Riehen (2448), Vizemeister Winterthur (2442) und Luzern (2434) die fünf besten Equipen innerhalb von nur 24 ELO-Punkten.

Die SMM hat eine lange Tradition, wird sie doch seit 1951 ausgetragen, wobei ausgerechnet ein Luzerner als Erfinder der SMM gilt. Dr. Ruedi Hedinger (im Juni letzten Jahres im Alter von 94 Jahren verstorben), war Gründer der SMM, nachdem er ein zuvor zusammen mit Alex Crisovan und weiteren Schachspielern den Innerschweizer Schachverband gegründet hatte. Ruedi Hedinger spielte selber viele Jahre (1951 – 1985) für die erste Mannschaft der Schachgesellschaft Luzern und bestritt über 120 Partien an vorderster Front. Obwohl Luzern viele gute Schachspieler hervorbrachte und stets eine führende Position einnahm, gelang es der Schachgesellschaft Luzern nur ein einziges Mal, den Meistertitel zu gewinnen: im Jubiläumsjahr 700 Jahre Eidgenossenschaft holte Luzern 1991 den verdienten Meisterpokal.

Vor drei Jahren übernahm Oliver Kurmann als Mannschaftsleiter das Nationalliga A-Team und führte es ganz an die Spitze. Zweimal stieg Luzern als führende Mannschaft in die Schlussrunde, der grosse Coup gelang aber nicht. Am Josefstag (19. März) steigt Luzern nach dem Wiederaufstieg 1988 in seine 30. NLA-Saison in Serie und wird damit zum dienstältesten NLA-Klub. Zum Saisonauftakt trifft Luzern auf die wieder erstarkte Equipe von Réti Zürich, dessen Klubnamen vom berühmten Spitzenspieler Richard Réti, (1889-1929) stammt. Der SK Réti Zürich gilt als akademischer Schachverein, weil hier praktisch alle UNI- und ETH-Spieler versammelt sind. Der Klub zählt beinahe 200 Mitglieder. Aber nun zurück zu Luzern: Mit Dr. Robert Hübner, dem besten deutschen Schachspieler seit Emanuel Lasker, hat Luzern ein richtiges Zugpferd in seinen Reihen. Er gilt als lebende Legende, stand in seiner Karriere zweimal im WM-Halbfinal und gewann nebst der deutschen Einzel- auch die deutsche Mannschaftsmeisterschaft mit Baden-Baden und war Hauptfigur beim Meistertitel mit dem SK Luzern vor über 25 Jahren. An Brett 2 spielt Martin Krämer (Elo 2535) aus Berlin, damit ist das Ausländerkontingent bei Luzern im Gegensatz zu praktisch allen andern Vereinen in der NLA auch bereits erschöpft. Mit Oliver Kurmann (er gewann kürzlich das Young Master in Bad Ragaz), Roland Lötscher, Valery Atlas, Georg Fröwis (letztere beide aus dem Vorarlberg und gelten nicht als Ausländer, sondern als Grenzgänger) und dem Schwyzer Beat Züger folgen fünf starke Internationale Meister. Die Ausgeglichenheit des Kaders ist sowieso eine Stärke der Innerschweizer, die vermehrt auf Schweizer Spieler und einheimische Jugend setzt. Roger Gloor (2375), Vincent Riff (2335), Aleksander Rusev (2329) und Fabian Bänziger (2326) komplettieren das NLA-Kader. Abwechslungsweise und je nach Verfügbarkeit der Spitzenspieler kommen auch Lubomir Kovac (2291) und Gernod Beckhuis (2282) zu Einsätzen in der NLA. Gegen Réti fehlen bei Luzern Georg Fröwis, Beat Züger, Roger Gloor und Vincent Riff aus verschiedenen Gründen.


Réti mit Verstärkung
Réti seinerseits wird wohl in bestmöglichster stärkster Aufstellung antreten. Sebastian Bogner (2587) an Brett 1 und Mihailo Stojanovic (2526) an Brett 2. Das Kader ist ebenfalls sehr ausgeglichen und daher kann ein spannender und interessanter Match erwartet werden. Für Luzern wären die Punkte zum Saisonauftakt sehr wichtig, weil in Runde 2 beide deutsche Grossmeister anderweitigen Verpflichtungen nachkommen müssen und nicht zur Verfügung stehen. Allerdings trifft Luzern dabei auf Bodan Kreuzlingen, das Ende Saison nur ganz knapp dem Abstieg entgangen ist.

Luzern: GM Robert Hübner 2591, GM Martin Krämer 2535, IM Oliver Kurmann 2458, IM Roland Lötscher 2458, IM Valery Atlas 2450, IM Georg Fröwis 2415, IM Beat Züger 2391, FM Roger Gloor 2375, FM Vincent Riff 2333, FM Aleksandar Rusev 2329, Fabian Bänziger 2326, Lubomir Kovac 2291, Gernod Beckhuis 2282.

Partien der 1. Runde (19. März): Zürich - Mendrisio, Winterthur - Wollishofen, Riehen - Bodan, Luzern - Réti, Genève - Neuenburg.

Gleichzeitig mit Luzern l in der Nationalliga A startet auch Luzern ll in der Nationalliga B zur Meisterschaft. Dabei empfängt das Team von Aleksander Rusev zum Meisterschaftsauftakt Winterthur ll. Die Duelle zwischen diesen beiden Mannschaften waren in den letzten Jahren immer sehr umstritten und ausgeglichen. Auch am Sonntag dürfte die Ausgangslage nicht anders sein und eine hartumkämpfte Begegnung stattfinden. Das NLB-Team muss auf Fabian Bänziger (spielt diese Saison NLA) und Aleksander Rusev (ersetzt in der ersten Runde Roger Gloor) verzichten. Weil auch Pirmin Lötscher, Gary Krähenbühl und Nuhi Jashari absagen mussten, stehen mit Roman Deuber, Silvio Graf und seit langem wieder einmal Peter Hammer im Aufgebot des Startspiels. Tribschen bekommt es zum Auftakt mit NLA-Absteiger Solothurn zu tun. Das Kader des zweiten Stadtluzerner Schachklubs blieb praktisch unverändert. Konnte letztes Saison der Abstieg knapp verhindert werden, so liebäugelt Tribschen dieses Jahr auf einen gesicherten Mittelfeldplatz.

Partien der 1. Runde NLB, Ostgruppe: (19. März): Luzern ll – Winterthur ll, Solothurn – Tribschen, Zürich ll – Wettswil, Baden – St. Gallen, Olten – Schwarz Weiss Bern.

Alle Partien am Sonntag beginnen um 12:30 im Schachmuseum, Ringstrasse 25, (3. Stock) in Kriens. Zuschauer sind herzlich willkommen.
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