Wichtiger Sieg für die Luzerner Schachspieler gegen Mendrisio in der NLA – Luzern ll spielt Unentschieden

GM Martin Krämer (links) brauchte 88 Züge um den italienischen Grossmeister Bellini zu schlagen.
 
GM Dr. Robert Hübner: mit Schwarz konzentriert zum zweiten Saisonsieg gegen Oleg Zujev.
 
Das Schwyzer Duo im Team von Luzern: FM Fabian Bänziger und sein Lehrmeister IM Beat Züger.
Nach einem schwierigen Meisterschafstauftakt - ohne die Grossmeister Hübner und Krämer, - aber mit zwei Unentschieden gegen Réti Zürich und Wollishofen sowie einer 3:5-Niederlage gegen Bodan Kreuzlingen kehrte die SG Luzern wieder zur Normalität zurück. Aufsteiger Mendrisio wurde im Schachmuseum, dem Spiellokal der SG Luzern, mit einer 6:2-Niederlage ins Tessin zurückgeschickt. Luzern ll rang Wettswil ein 4:4-Unentschieden ab, während Tribschen im Heimspiel gegen Schwarz Weiss Bern mit 3,5:4,5 unterlag.

Für einmal spielten die Luzerner Schachspieler in Bestbesetzung, also mit GM Dr. Robert Hübner aus Köln und GM Martin Krämer aus Berlin. Nach vorsichtigen Eröffnungszügen an allen Brettern, entwickelte sich im Mittelspiel Stellungsvorteile für die einheimischen Spielern und was ebenso wichtig war, deutlich mehr Zeitgutschrift auf ihren Uhren. Noch vor der Zeitkontrolle willigten Roger Gloor (2375) gegen Alec Salvetti (2245) und FM Fabian Bänziger (2318) gegen Alfredo Cacciola (2131) in festgefahrenen Stellungen ins Remis ein. Da aber zeichnete sich der Mannschaftssieg von Luzern bereits deutlich ab. Mannschaftsleiter Oliver Kurmann (2480) bezwang seinen Nationalmannschaftskollegen Fabrizzio Patuzzo (2365) mit einem schönen Mattangriff mit Springer und Dame am Königsflügel und wenig später stellte auch Valery Atlas (2460) seine Gegenspielerin Yelena Sedina (2332) „Schachmatt“. Beide Spieler brauchten dazu nur gerade 28 beziehungsweise 25 Züge.

Mit diesem Vorsprung im Rücken konnten sich auch die Spieler an Brett 5 und 6, IM Beat Züger (2391) gegen Emilliano Aranovic (2312) und IM Roland Lötscher (2458) gegen Renzo Mantovani (2345) mit Unentschieden begnügen, ohne etwas riskieren zu müssen. Robert Hübner (2600) zwang Oleg Zujev (2362) zur Aufgabe und den Schlusspunkt setzte Martin Krämer. In einer über 88 Züge dauernden Partie bezwang er den italienischen GM Fabio Bellini (2515), nachdem er während über sechs Stunden mit einem minimalen Vorteil eines einzigen Bauern die Stellung kontinuierlich ausbaute und seinen Gegner nach beinahe sieben Stunden Spielzeit besiegen konnte. Das 6:2 widerspiegelt das Kräfteverhältnis und sicherte Luzern einen wichtigen Punkte, nachdem Mendrisio zuvor gegen Wollishofen und gegen Bodan Kreuzlingen gepunktet hatte. Mit dieser geschlossenen Mannschaftsleistung durfte sowohl Oliver Kurmann als auch Präsident Werner Rupp zufrieden sein, wohlweislich, dass in der nächsten Runde am 11. Juni mit Genève CE ein deutlich stärkerer Gegner auf die Innerschweizer wartet. Immerhin haben die Luzerner gute Erinnerungen an die letzte Begegnung gegen die Westschweizer: Sie endete vor einem Jahr mit einem verdienten 4:4-Unentschieden in Genf!

Nationalliga A

Luzern - Mendrisio 6:2 (Krämer - Bellini 1:0, Hübner - Zujew 1:0, Kurmann - Patuzzo 1:0, V. Atlas - Sedina 1:0, R. Lötscher - Mantovani ½:½, Züger - Aranovitch ½:½, Bänziger - Cacciola ½:½, Gloor - Salvetti ½:½).
Riehen - Genf 3:5 (Heimann - Fontaine ½:½, Renet - Kryworuschko ½:½, Hickl - Petrow 0:1, Cvitan - Sokolow ½:½, Georgiadis - Vuilleumier ½:½, Buss - Riff 0:1, Brunner - Burri 1:0, Flückiger - Mirallès 0:1).
Winterthur - Réti Zürich 5½:2½ (Jenni - Bogner 0:1, Georgiadis - Stojanovic ½:½, Forster - Maier 1:0, Gähwiler - Hoffmann 1:0, Ballmann - Wagner 1:0, Kaczmarczyk - Antognini ½:½, Hasenohr - Wyss 1:0, Bichsel - Kappeler ½:½).
Zürich - Neuenburg 6:2 (Pelletier - Tschernuschewitsch 0:1, Bauer - Sermier ½:½, Kosteniuk - Terraz 1:0, Hug - Poignot ½:½, Studer - Sadéghi 1:0, Mutschnik - Hauser 1:0, Vogt - Holveck 1:0, Grünenwald - Berrada 1:0).
Bodan Kreuzlingen - Wollishofen 3½:4½ (Kühn - Prusikin ½:½, Hommeles - R. Moor 0:1, Bender - Kessler 1:0, Weindl - O. Moor 1:0, Knödler - Gähler 0:1, Wildi - Mäser 0:1, Marentini - Hochstrasser ½:½, Egle - Fend ½:½).

Rangliste nach 4 Runden: 1. Winterthur 6 (23). 2. Riehen 6 (20½). 3. Zürich 6 (20). 4. Genf 6 (17). 5. Luzern 4 (17). 6. Wollishofen 4 (14½). 7. Réti 3 (14½). 8. Mendrisio 3 (13). 9. Bodan 2 (13). 10. Neuenburg 0 (7½).

Partien der 5. Runde (11. Juni): Bodan - Winterthur, Mendrisio - Riehen, Wollishofen - Zürich, Luzern - Genf, Neuenburg - Réti.

Verdienter Punkt für Luzern ll
Spannend verlief auch die parallel geführte Begegnung aus der NLB Ostgruppe zwischen Luzern ll und Wettswil. Die Zürcher traten in Bestbesetzung an und mussten in den ersten Runden als Aufsteiger Lehrgeld zahlen, während Luzern ebenfalls zwei Niederlagen aber zuletzt einen Sieg gegen Solothurn feiern konnten. Auf Grund der Raitingzahlen versprach der Wettkampf viel Spannung. Früh remisierte Werner Kaufmann (2193) gegen Daniel Christen (2252), während sein Teamkollege Nuhi Jashari schnell eine Figur gewann und auf Sieg stand. Es dauerte zwar noch einige Minuten und Züge, bis das Resultat stand, aber mit der Führung im Rücken spielt es sich einfacher und unbelasteter. Dmitry Atlas (2189) gegen Georges Sascha (2208) und ein Remis von Daniel Portmann (2109) gegen Kaspar Köchli (2068) liessen die Spannung weiter steigen, weil die übrigen Partien auf dem Brett ausgeglichen waren, wobei die Luzerner mit leichten Vorteilen etwas besser standen. Eher überraschend stellte Tomislav Bodrozic (2314) mit Weiss seine Partie am ersten Brett gegen Marcel Hug (2321) ein und Luzern musste so den Ausgleich hinnehmen. In einem interessanten Endspiel überspielte Aleksandar Rusev (2329) seinen Gegenspieler Andy Huss (2306) und brachte Luzern wieder in Führung, die aber nicht lange hielt und knapp nach der Zeitkontrolle dahinschmolz. Lubomir Kovac (2291) konnte ein Opfer nicht gewinnbringend einsetzen und stand am Ende mit Dame gegen drei Figuren auf verlorenem Posten. Es brauchte aber die ganze Konzentration und Technik von Philipp Aeschbach (2322), um das Endspiel zu seinen Gunsten zu entschieden. Am Ende war es wieder Roman Deuber (2098), der mit einem Remis gegen Hanspeter Bieri (2085) das Endresultat sicherstellte. Mit dem einen Punkt kann Luzern besser leben als Wettswil, das weiterhin in akuter Abstiegsgefahr steckt.

Ebenfalls in akuter Abstiegsgefahr steckt der zweite Luzerner Klub, nämlich Tribschen. Nach dem überraschenden Auswärtssieg zum Saisonauftakt in Solothurn, geht bei Tribschen nicht mehr viel. Leider verloren die Luzerner auch gegen Schwarz Weiss Bern trotz Heimvorteil mit 3:5. Lustenberger, Strauss, Fischer, Herzog und Riedener verloren ihre Partien in unterschiedlichen Stellungen. Nun, am 11. Juni kommt es zum Stadtderby SG Luzern - Tribschen, und da werden wohl beide Teams wieder zu Punkten kommen und sich etwas vom Tabellenende absetzen.


Nationalliga B, Ost
Luzern II - Wettswil 4:4 (Bodrozic - Hug 0:1, Rusev - Huss 1:0, Kovac - Ph. Aeschbach 0:1, D. Atlas - Georges ½:½, Kaufmann - Christen ½:½, Jashari - W. Aeschbach 1:0, Deuber - Bieri ½:½, Portmann - Köchli ½:½).

Tribschen - Schwarz-Weiss Bern 3:5 (Lustenberger - Ollenberger 0:1, Strauss - Schmid 0:1, Arcuti - Leutwyler 1:0, Herzog - Curien 0:1, Bellmann - Turkmani 1:0, Fischer - Nazarenus 0:1, Riedener - Balzer 0:1, Hoffmann - Rutten 1:0).

Zürich II - Baden 4:4 (Jon. Rosenthal - Klundt ½:½, Guttulsrud - Snuverink ½:½, Goldstern - Wirthensohn ½:½, Vucenovic - Düssel ½:½, Friedrich - Schaufelberger 1:0, Silberring - Bouclainville ½:½, Fischer - Eschholz 0:1, Patzelt - Adamantidis ½:½).

Winterthur II - Olten 5½:2½ (Kelecevic - B. Kamber ½:½, Kauch - Holzhauer 1:0, Karrer - Kupper ½:½, Lang - R. Angst 0:1, Hirzel - Hohler ½:½, Borner - Reist 1:0, Schweighoffer - A. Kamber 1:0, Zesiger - O. Angst 1:0).

Solothurn - St. Gallen 3½:4½ (Owsejewitsch - M. Novkovic 1:0, Schiendorfer - Leutwyler 0:1, Schwägli - Akermann 0:1, Habibi - Mannhart 1:0, Fischer - J. Novkovic ½:½, S. Muheim - Thaler 1:0, M. Muheim - Klings 0:1, Krebs - Salerno 0:1).

Rangliste nach 4 Runden: 1. Winterthur II 8 (19). 2. Baden 7 (19). 3. St. Gallen 6 (16). 4. Zürich II 5 (20). 5. Olten 4 (16½). 6. Luzern II 3 (15). 7. Tribschen 2 (14½). 8. Schwarz-Weiss 2 (11½). 9. Wettswil 1 (14½). 10. Solothurn 0 (14).

Partien der 5. Runde (11. Juni): Baden - Winterthur II, St. Gallen - Zürich II, Olten - Solothurn, Tribschen - Luzern II, Wettswil - Schwarz-Weiss.
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