Wir waren eine Klasse besser als die andern

Das Team der Taisho an der WM



WTFSKF Shotokan-Karate-Weltmeisterschaft in Barcelona

Das Team der Taisho-Karateschule Luzern/Kriens/Altdorf sowie einige Karatekas, des Swiss-Olympic-Stützpunktes, haben an der Weltmeisterschaft vom 16./17. September  in der Nähe von Barcelona richtiggehend abgeräumt. Mit zwölf Medaillen übertrafen sie alle Erwartungen. Gemäss Toni Romano brachten die Taisho-Wettkämpfenden schon früher WM- und Europameisterschaftsmedaillen heim, aber diese WM markiere eine neue Dimension in der Geschichte der Taisho. Wir waren eine Klasse besser als die andern, trotzdem ist uns dieser Medaillensegen nicht in den Schoss gefallen. Er ist hart erarbeitet. Offenbar hat sich die zweijährige intensive Vorbereitungszeit ausbezahlt.


Die WTFSKF-Shotokan-Karate-Weltmeisterschaft wurde im traditionellen Ippon Shobu-System ausgetragen. Beim Ippon Shobu-System wird auf einen Punkt gekämpft. Momente der Schwäche oder Unkonzentriertheit entscheiden über Sieg oder Niederlage. Die Kategorien starten nach Altersklassen, ohne Berücksichtigung der Grösse oder des Gewichts. Da kann schnell einmal ein Gegner 20 cm grösser sein und 30 kg mehr wiegen. Auch Trostrunden gibt es keine. Erfreulicherweise bewerteten die Schiedsrichter an der WM äusserst fair.

Das Taisho-Team, bestehend aus Wettkämpferinnen und Wettkämpfern, Schiedsrichtern und Eltern reiste am Donnerstagmorgen via Basel nach Barcelona. Kaum angekommen setzte Toni Romano eine lockere Joggingrunde an, um die Reisemüdigkeit los zu werden. Dann im ersten Morgentraining am Freitag, stellte er fest, dass seine Mannschaft noch nicht optimal eingestellt war. Glücklicherweise blieb genug Zeit, die Leistungen zu reflektieren, sodass bis zum Trainingsende alle wieder ihren alten„ Sprutz“ gefunden hatten und perfekt auf die WM eingestimmt waren. Am Nachmittag standen das Einschreiben und diverse Meetings an, bevor es am Samstagmorgen mit den technischen Disziplinen zur Sache ging. Die Kampfdisziplinen wurden dann am Sonntag ausgetragen. Im Zuschauerbereich der Halle fanden bis zu 5‘000 Leute Platz. Meistens war sie voll besetzt und es herrschte eine Super-Stimmung. Auch das Team von Toni Romano war genial drauf. Bei der Betreuung der Athletinnen und Athleten spielten die mitgereisten Eltern eine wichtige Rolle, unterstützten sie doch die Crew überall dort, wo helfende Hände gebraucht wurden. Dazu gehörten Behandlungen kleiner Blessuren, Massagen, das Handling des Zeitmanagements, die Erledigung der Formalitäten am Zoll sowie das Bereitstellen der Verpflegung. Da sich das Kampfgeschehen in atemberaubendem Tempo abspielte, war man froh, auf diese Hilfen zurückgreifen zu können. Die Wettkämpfenden mussten ihre Kampffläche fast fliegend wechseln und dabei den Überblick und die Konzentration beibehalten.



WM-Gold auch für Urner ...

Die Athletinnen und Athleten der Taisho traten mit unheimlicher Präsenz und grossem Selbstvertrauen in den Kampf und dominierten von Beginn weg. Die Schattdorferin Moira Dillier holte bei den Mädchen U14 die erste Goldmedaille. Moira besucht seit den Sommerferien die Sportklasse an der Kanti Alpenquai in Luzern. Obwohl sie schon zuvor ein erhöhtes Trainingspensum am Swissolympic-Stützpunkt bei der Taisho absolvierte, waren die Fortschritte deutlich erkennbar. Die Schule und das Training sind nun optimal aufeinander abgestimmt, was Stressmomente reduziert. Moira wurde verdient Weltmeisterin im Kumite U14 Damen.

Im Kumite U 16 Damen punktete die Erstfelderin Alessia Lao. Sie holte sich mit zwei spektakulären Vorderfuss-Jodankicks den Sieg und wurde somit Weltmeisterin in ihrer Kategorie. Alessia Lao besucht im 2. Jahr die Sportschule Kriens und konnte ihr Training während dieser Zeit weiterhin gezielt aufbauen.

Noch eine Spur emotionaler wurde es für Toni Romano als sein Sohn Elio auf die Kampffläche trat. Elio, normalerweise ein bedächtiger, überlegter Kämpfer hat sich die zuvor im Team besprochene taktische Umstellung zu Herzen genommen und ist offensiv auf seine Gegner zugegangen. Er machte von Anfang an Druck und dominierte den Zweikampf. Er wurde Weltmeister in der Kategoire der U16 Herren.



... sowie in der Nationenwertung

Da auch die anderen Wettkämpfer des Swissolympic-Stützpunktes Siege einfuhren, holte das Schweizerteam auch in der Nationenwertung Gold vor Deutschland und Spanien. Als krönender Abschluss wurden die Heimkehrenden am Montag im Flughafen Basel mit Schweizerfahnen und Kuhglocken begeistert empfangen. Die Überraschung war perfekt

Für die Taisho wird das Wochenende vom 16./17. Sept. 2017 als grandiose Erinnerung haften bleiben. Während die Wettkampfmannschaft in Spanien die Kastanien aus dem Feuer holte, zeigten in Altdorf einige Schüler des Altdorfers Dojos ihr Können anlässlich der open doors auf dem Dätwylerareal. In der neurenovierten Turnhalle verfolgten viele interessierte Zuschauer die von Mariann Romano geleiteten Demos und erkundigten sich detailliert über Karate. Somit findet ein legendäres Wochenende seinen Abschluss, das Ansporn gibt für weitere Projekte der Taisho. Allen voran der Olympiade 2020 in Tokio.
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