Plastikfrei für den Klimaschutz – diese Verbote erwarten die EU

Household Used Broom For Floor Dust Cleaning and Blue Plastic Garbage Bag, Horizontal

Auf Grund des fortschreitenden Klimawandels und zum Schutz der Umwelt sind hinsichtlich des Plastikmüllaufkommens in der EU Gesetzesänderungen sowie Produktverbote geplant. Auf Anraten der EU-Kommission sollen die ersten dieser Verbote bereits ab 2021 europaweit durchgesetzt werden.

Plastik als Alleskönner

Obwohl mittlerweile weithin bekannt ist, dass Plastik die Hauptschuld an der weltweiten Umweltverschmutzung trägt, ist es nach wie vor ein beliebtes Material in der Industrie. Die Gründe dafür sind denkbar einfach: Plastik ist günstig in der Produktion, haltbar und dabei vielseitig einsetzbar. Man findet es in Form von Verpackungsmaterial, in Kleidung, Kosmetika, Haushaltsgegenständen und Kinderspielzeug. Der Vorteil der Langlebigkeit ist aber gleichermaßen auch der größte Nachteil von Kunststoff: Laut Bundesumweltamt lässt es sich nicht vollständig durch Mikroorganismen zersetzen und stellt somit eine andauernde Bedrohung für die Umwelt dar. Das Plastik wird in kaum noch mit dem Auge erkennbares Mikroplastik zersetzt und verschmutzt so Weltmeere und Umwelt. Und nicht nur das: Mittlerweile wurden bereits in Lebewesen einschließlich einem Menschen Mikroplastik gefunden (Quelle: sueddeutsche.de). Alarmierend. Um der zunehmenden Verschmutzung durch Plastik entgegen zu wirken, legte die EU-Kommission bereits im Mai 2018 Gesetzesvorschläge hinsichtlich des Plastikvorkommens in Europa vor, denen das Europaparlament im Oktober mit großer Mehrheit zustimmte. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten trafen sich daraufhin bereits im Dezember 2018, um die Einzelheiten zu besprechen, sodass einem endgültigen Gesetzestext nichts mehr im Weg steht (Quelle: faz.net).

Das soll sich in der EU ändern

In der Pressemitteilung des Europaparlaments von 24. Oktober 2018 wurden folgende geplante Änderungen hinsichtlich des Plastikmülls in Europa vorgebracht:
- Verbot mehrerer Einweg-Kunststoffprodukte
- Ausweitung des Verbots auf oxo-abbaubare Materialien und bestimmte Styroporarten
- Verringerung der alternativlosen Kunststoffe um 25% bis zum Jahr 2025
- Maßnahmen gegen Zigarettenfilter und Fischereigerät sowie deren Hersteller
Laut dieser Pressemitteilung (Quelle: europarl.europa.eu) bestehen über 70% der Abfälle in den Weltmeeren aus Einweg-Plastikprodukten. Aus diesem Grund sollen der Verkauf und die Produktion dieser europaweit eingestellt werden. Für einige dieser Produkte soll das bereits ab 2021 gelten.

Welche Produkte konkret verboten werden sollen und was die einzelnen Punkte der Pressemitteilung im Detail bedeuten, wird in dem Beitrag Maßnahmen der EU-Kommission zur Vermeidung von Plastikmüll von entsorgo ausführlich wiedergegeben.

Ein Anfang ist gemacht



Auch in der Gesellschaft vollziehen sich erste Änderungen zugunsten des Umweltschutzes: Der 24jährige Niederländer Boyan Slat hat das The Ocean Cleanup entwickelt, eine schwimmende Vorrichtung aus Kunststoffröhren und Gewichten, welche seit Mitte Oktober 2018 am Nordpazifikstrudel platziert wurde. Hier soll der sogenannte Meeresstaubsauger den hierbefindlichen weltweit größten Müllstrudel mit einer Größe von bis zu ca. 15.000.000 km² (Quelle: carelite.de) abtragen. Auf der Website des Unternehmens theoceancleanup.com kann man sich die Funktionsweise der Konstruktion erklären lassen und auf einer interaktiven Karte das Vorankommen der Aufräumarbeiten verfolgen. Hiesige Supermarktketten haben ebenfalls reagiert: Penny, Lidl und Rewe beispielsweise verkaufen keine Plastiktüten mehr an den Kassen und planen auch für die Zukunft die Streichung weiterer Plastikprodukte aus ihrem Sortiment (Quelle: tagesspiegel.de).
Selbst international wirksame Unternehmen wie Starbucks und McDonalds ziehen ihre Konsequenz aus der fortschreitenden Umweltverschmutzung durch Plastik und arbeiten laut dem Tagesspiegel an der Entwicklung eines neuen, nachhaltigen To-Go-Bechers. Nach eigener Aussage will Starbucks außerdem bis 2020 gänzlich auf Strohhalme verzichten. Zur Vergegenwärtigung: Alleine in Deutschland werden jährlich 40 Milliarden Strohhalme verbraucht.

Selber aktiv werden

Und nicht nur die Politik, Unternehmen und Supermärkte sind gefragte, sondern jeder einzelne. So mahnte auch die gerade erst 15 Jahre alte Schwedin Greta Thunberg erst neulich im Zuge des UN-Klimagipfels zu Rücksicht und betonte, dass die Macht des Umdenkens bei den Menschen selbst liegt. Dies inspirierte nicht nur weltweit weitere Schüler zu Demonstrationen – Greta hatte im Sommer 2018 mehrere Wochen die Schule gestreikt, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen –, sondern sollte jedem vor Augen führen, dass der Verschwendung von Plastik mit ein wenig Umgewöhnungszeit ohne großen Aufwand von jedem Einzelnen Einhalt geboten werden kann.
Mit dem Beutel in den Supermarkt, statt auf Plastiktüten angewiesen zu sein. Den eigenen Thermobecher befüllen lassen, statt sich einen To-Go-Becher geben zu lassen. Auf die Mülltrennung im eigenen Haushalt achten und bei regionalen Aufräumaktionen in Parks, Wäldern oder an Stränden teilnehmen. Wenn wir die Welt für die nächsten Generationen und Kinder wie Greta erhalten wollen, müssen wir den Schritt weg von der Wegwerf-Gesellschaft und hin zu einem nachhaltigen und bewussten Umgang mit den uns gegebenen Ressourcen gehen.
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