Die Kreuzigung von Europa, von Robert Lips, 1936

Die Kreuzigung von Europa, 1936, 100 x 100 cm, Öl auf Leinwand, Meisterwerk vom Schweizer Kunstmaler, Bildhauer, Architekt und Sportler Robert Lips, 1912 - 1975, ausgestellt 1936 in Berlin anlässlich der XI. Olympiade unter Adolf Hitler. Für mich das Bild, das wie kaum ein anderes so düster und so dramatisch darstellt was Europa bevorstand, nämlich die grösste Katastrophe im 20. Jahrhundert, der 2. Weltkrieg 1939 - 1945.
 
Etikette der XI. Olympiade von 1936 in Berlin, auf der Rückseite vom vorherigen Bild der Kreuzigung von Europa: nom: ROBERT LIPS, adresse: 87 KLOSBACHSTR. ZÜRICH, nationalité: SUISSE.
ausgestellt 1936 anlässlich der XI. Olympiade in Berlin unter Adolf Hitler. Für mich das Bild, das wie kaum ein anderes so düster und so dramatisch darstellt was Europa bevorstand, nämlich die grösste Katastrophe im 20. Jahrhundert, der 2. Weltkrieg 1939 - 1945. Das Meisterwerk vom Schweizer Kunstmaler, Bildhauer, Architekt und Sportler Robert Lips, 1912 - 1975. Mit 20 Jahren hat Robert Lips 1932 den Wettbewerb zur Findung einer Werbefigur vom Warenhaus Globus in Zürich gewonnen mit seinem Globi. Globi ist zur bedeutendsten Comic-Figur der Schweiz geworden, wie Asterix in Frankreich oder Micky Mouse in Amerika. Das Künstlerische Schaffen von Robert Lips halte ich aber als eindeutig viel bedeutungsvoller, es ist einfach viel zu wenig bekannt. Eine Kunstausstellung von Lips fand 1942 in Zürich, eine im April 1946 in der Galerie du Théatre Municipal de Lausanne statt, dann sind die Werke aus der Öffentlichkeit verschwunden. Im September 1995 sind anlässlich seinem 20. Todestag einige seiner Gemälde und Zeichnungen in einer Ausstellung in Luzern wieder aufgetaucht.

Adolf Hitler hat die XI. Olympiade 1936 in Berlin zur grossen Show der Demonstration seiner Macht missbraucht. Und hier hat der Schweizer Künstler und Sportler Robert Lips dem Adolf Hitler und seiner Gefolgschaft dieses gewaltige Bild der Kreuzigung von Europa präsentiert. Eine sehr eindrückliche Prophezeiung und Warnung vor der bevorstehenden Katastrophe. Das halte ich für eine Sensation. Drei Jahre später, 1939 hat der gestörte, drogensüchtige und machtbesoffene Rassist Adolf Hitler dann den zweiten Weltkrieg gestartet mit seinem Überfall auf Polen, gefolgt von seinen weiteren Eroberungskriegen und der Vernichtung von Millionen Juden. 1945 fand der Weltkrieg das Ende durch die Alliierten, denen es gelang die Achsenmächte Deutschland und Italien zu besiegen. Das war auch ein Sieg über den Rassismus, für mich ebenfalls treffend durch das Meisterwerk von Robert Lips 1945 dargestellt: die drei schwarzen Damen aus andern Kulturen, die hoffnungsvoll Richtung Zukunft blicken. Auch das Gemälde die „Ruhige See mit Licht“ ebenfalls datiert mit 45 und signiert mit Lips, stellt für mich ebenfalls treffend das Ende des Weltkrieges dar: kein Kriegsschiff mehr in Sicht, ruhige See, kein Sturm, schwacher Wellengang, sich spiegelndes Licht.

Dieses Jahr 2015 sind es 70 Jahre seit dem Ende vom zweiten Weltkrieg von 1945. Viele Dokumentar-Filmaufnahmen aus der Kriegszeit, ebenso auch viele neue Filme mit vertieften Untersuchungen und Reflexionen zum zweiten Weltkrieg wurden dieses Jahr gezeigt und ins Netz gestellt. Die Bombardierung der Städte, der totale Krieg, das ungehemmte Ermorden von Millionen, das sollte nie wieder stattfinden.

Leider verfolgen noch immer gestörte machtbesoffene Diktatoren mit ihren Kriegern von Rassismus getrieben ganze Völker und morden ungehemmt drauflos. Grosse Flüchtlingsströme und Flüchtlingskatastrophen bestimmen immer noch oder wieder unsere Tagesaktualität. Der Rassismus ist wieder ausgebrochen. Neonazis agieren wieder und fackeln Asylantenheime ab.

Das Feiern vom Ende des Weltkrieges mit der Überwindung vom Rassismus ist leider überhaupt nicht angesagt. Viel näher scheint mir 2016 nächstes Jahr, dann sind es 80 Jahre her, seit das sensationelle Bild „Die Kreuzigung von Europa“ von Robert Lips an der XI. Olympiade in Berlin ausgestellt wurde. Es ist nach 80 Jahren wieder Zeit vor dem wieder aufflammenden Rassismus zu warnen.

Dank schön für Eure geschätzte Aufmerksamkeit:

Heinz A. Meier, dipl. Architekt ETH, Museumsleiter https://www.beiuns.ch/profile/1460
Industrie Museum Rainmühle Emmenbrücke: http://www.beiuns.ch/profile/1985
Gruppe Geschichte im Kanton Luzern: http://www.beiuns.ch/gruppen/67

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