Hashtag offen, direkt und bestimmt

Die Männer und das Tier. Ich erinnere mich noch an die bekannten Liedzeilen der Ärzte. Doch sind Männer nun eben nahe bei diesem ominösen Tier? Aus meiner Sicht gibt es "den Mann" genauso wenig wie eine Wahrheit. Doch sollen Männer sich nun zum Hashtag MeToo äussern oder nicht? Gelegentlich soll Schweigen ja mit Gold in Verbindung stehen. Ist es Angst, als Frauenversteher gebrandmarkt zu werden? Nun ja; die Gefahr mit einer Meinung nicht allen zu gefallen, ist ein permanentes Wagnis. Dies gehe ich ein.

Bringt #MeToo eine Veränderung innerhalb der Gesellschaft, wird sich der Umgang der Geschlechter nun ändern? Inwiefern muss sich die Gesellschaft überhaupt wandeln?

Ich gehe nach wie vor davon aus, dass eine Mehrheit meiner männlichen Mitmenschen – welche die Werte der Aufklärung teilt – Frauen auf einer gleichberechtigten Augenhöhe begegnen. Dies ist für sich schon einmal eine gute Nachricht, doch ist damit alles gut? Mitnichten wie ein Blick auf die veröffentlichten Vorkommnisse unter dem bereits erwähnten Hashtag zeigt. Sexuelle Übergriffe passieren tagtäglich und dies ist ein trauriger und nicht akzeptabler Umstand. Doch, was ist zu tun?

Die mit dem #MeToo neu entfachte Diskussion rund um das Thema sexueller Übergriffe darf so lange nicht abflachen, wie Übergriffe passieren. Täter müssen nach rechtsstaatlichen Grundsätzen verurteilt werden. Dazu zählt aber auch, dass ein Mensch so lange unschuldig ist, bis seine Schuld entsprechend bewiesen ist. Bei allen definierten Regeln bleibt jedoch ein Rest an Selbstverantwortung oder trifft es vielleicht den immer wieder zitierten gesunden Menschenverstand besser? Was ist ein harmloses Kompliment, ein sympathischer Flirt und wo ist die Grenze zum sexuellen Übergriff? Letztlich ist dies eine individuelle Einschätzung und es führt kein Weg daran vorbei, dies – egal ob Mann oder Frau – direkt, offen und bestimmt zu kommunizieren.
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