Initiative «Für eine Kirche mit* den Frauen» fördert den Dialog

Die Erwachsenenbildung der Pfarrei Sursee zeigt am Mittwoch, 17. Januar 2018, im Stadttheater Sursee den Film «Habemus feminas!» von Jungregisseur Silvan M. Hohl. Im Anschluss daran werden in einem Kurzpodium, unter der Moderation durch Regina Käppeli, Silvan M. Hohl und Maria Graf, Synodalrätin, von ihren Erfahrungen auf der Pilgerreise nach Rom berichten. Regina Käppeli, Kirchenrätin und engagierte Frau in Pfarrei und Kirchgemeinde Sursee äussert in der Surseerwoche zur Initiative «Kirche mit*» und zum Film.

«Habemus feminas!» ist ein Film über Frauen und Männer, die sich für mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche auf den Weg machen. Was bedeutet Ihnen dieser Film?
Der Film ist ein Glücksfall, weil er es viel einfacher macht, am Anliegen der gleichberechtigten Mitbestimmung in der Katholischen Kirche dranzubleiben. Er ist sehr sorgfältig gemacht und zeigt das Projekt der Pilgerreise «Für eine Kirche mit* den Frauen» von aussen. So ist es uns möglich, 18 Monate nach dem Abschluss der Pilgerreise in Rom das Thema hier in Sursee interessant wieder Aufzunehmen und wachzuhalten.

Die Geschichte des Films handelt von Frauen und Männern, die 2016 von St. Gallen nach Rom pilgerten. Waren sie auch mit dabei oder mitengagiert?
Ich war im Februar 2015 im Kloster Fahr an einem Impulsweekend ü30, das von Hildegard Aepli, der Initiantin des Projekts, zu einem anderen Thema geleitet wurde. Da habe ich erstmals von der Pilgeridee gehört. Selber war ich am 2. Mai in St. Gallen am Pilgersegen und dann am 2. Juli beim letzten Pilgertag durch Rom und beim Gottesdienst im Petersdom.
Was hat diese Aktion bei Ihnen persönlich ausgelöst und welche Rückschlüsse ziehen Sie für sich?
Die Initiative von «Kirche mit*» gefällt mir, weil sie auf dem Dialog und dem Miteinander von Frauen und Männern aufbaut. Man kann fast nicht gegen diese Anliegen sein! Seither hat im Kloster Fahr als Folgeveranstaltung ein Wochenende Singen für eine «geschwisterliche Kirche»stattgefunden. Da haben wir gemerkt, dass das Thema «geschwisterliche Kirche» nicht nur auf Frauen und Männer, sondern auch auf Laien und Geweihte, Reformierte und Katholiken, Angestellte und Freiwillige und weitere Gruppen ausgedehnt werden kann.

Wie schätzen Sie die Gleichberechtigung von Frau und Mann in der katholischen Kirche generell und in der Pfarrei und der Kirchgemeinde Sursee ein?
In Sursee und im Bistum Basel ist die Gleichberechtigung in den Landeskirchlichen Gremien verwirklicht. Vor allem bei den Freiwilligen sind die Frauen sehr viel besser vertreten! Auch in der Pfarrei sind die Entscheidungen von Frauen und Männern gemeinsam getragen – ich habe mich hier nie benachteiligt gefühlt. Ich weiss aber, dass dies in den Pfarreien sehr von der Person und dem Führungsstil der verantwortlichen Personen abhängt. Und diese sind eben häufig (geweihte) Männer …

Hat sich durch diese Pilgerreise von engagierten Frauen und Männern nach Rom in der katholischen Kirche etwas verändert?
Ja, auf jeden Fall! In vielen Pfarreien und Gremien wurde und wird das Thema aufgenommen. So hat der Synodalrat des Kantons Luzern auf Antrag der Frauenkommission eine zeitlich befristete „Arbeitsgruppe für eine geschwisterliche Kirche“ eingesetzt, die im Februar die Arbeit aufnimmt.
Während der Pilgermonate hat Papst Franziskus den 22. Juli, den Festtag von Maria Magdalena, dem der 12 Apostel gleichgestellt und in der Präfation des Tages einen eigenen Text zugefügt. Im Begleitschreiben weist der Sekretär der Liturgiekongregation darauf hin, dass der «aktuelle kirchliche Kontext» dazu aufrufe, «tiefer über die Würde der Frau» nachzudenken. Ausserdem kündigte der Papst in der gleichen Zeit die Bildung einer Kommission an, welche die Rolle des Diakonats von Frauen in der frühen Kirche untersuchen soll. Sie hat im November die Arbeit aufgenommen.
Ob die Pilgerreise von «Kirche mit*» diese Entscheidungen beeinflusst haben, das wissen die Götter!!

Weshalb denken Sie, ist dieser Film besonders sehenswert?
Es ist ein toller Dokumentarfilm! Mit dem Wechsel zwischen Schwarz-weiss- und Farbsequenzen und den Diskussionen der unbeteiligten Filmcrew über diese Initiative in der Katholischen Kirche wird die Aussensicht elegant und unaufgeregt dargestellt. Der Regisseur Silvan Hohl hat in seinem Studium ein Semester ausgesetzt, um den Film fertigzustellen. Er wurde statt der von der Hochschule für die Semesterarbeit geforderten 20 Minuten dann 110 Minuten lang – keine Minute zu lang!

Herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen wir für das Anliegen viel Erfolg.


Stadttheater Sursee, 17. Januar 2018 19:00 Uhr, Film «Habemus feminas!», Patronat Erwachsenenbildung Pfarrei Sursee, Kath. Landeskirche des Kantons Luzern, Kath. Frauenbund Kanton Luzern
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.