Nationalfeiertag made in China

Was wäre bloss ein 01. August ohne die lautmalerisch begleitenden Feuerwerk-Einlagen; hauptsächlich made in China? Vielleicht ein bisschen besinnlicher? Mag sein. Aber ein Geburtstag soll auch ausgiebig gefeiert werden. Schliesslich muss die Schweiz – wenn es nach gewissen 1. August Rednern und Rednerinnen geht – nicht weniger vor ihrem Untergang gerettet werden. Da dürfen die historischen Schlachten wie Morgarten, Marignano natürlich nicht fehlen. Die wehrhaften Eidgenossen von einst und die müden Patrioten von heute? Bilder werden bewusst überzeichnet. Dabei steht die Welt und mit ihr die Schweiz vor ganz anderen Herausforderungen wie angeblich müde Patrioten.

Die grösste Flüchtlingswanderung aller Zeiten, Klimawandel, Ressourcenverschleuderung. Ein Satz bringt das Thema ungeschminkt auf den Tisch. Menschen - die wir Flüchtlinge nennen - folgen doch "nur" ihren Rohstoffen. Was wäre wohl, wenn sich die Chinesen plötzlich überlegen würden, ihrem exportierten Feuerwerk zu folgen? Ich gebe zu, eine sehr zynische Sichtweise. Ein bewusster Kontrapunkt zu all den vergangenen überhöhten Mythendarstellungen, die auch 2015 wiederum Teil vieler 01. August Reden waren, währenddessen bereits die ersten Raketen made in China den Schweizer Himmel erfüllten.
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Roger Ramuz aus Luzern | 09.09.2015 | 01:58  
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