Von Helden, Menschen und Schwächen

Auch Sportler sind „nur“ Menschen, ein bemerkenswerter Satz aus dem Munde von Ariella Käslin. Dies gilt auch für Manager. Menschen sind Menschen und keine Duracelhasen. Im Grunde alles logisch, trotzdem entspricht es einer menschlichen Sehnsucht, Helden zu kreieren. Oft werden Sportler/innen in diese Schublade gedrängt und lassen sich vielleicht auch gerne dorthin drängen. Aufmerksamkeit und Lob, welcher Mensch schätzt dies nicht? Dass Sportler dabei tatsächlich in einer Art Parallelwelt leben, wird ihnen erst so richtig bewusst, wenn die Karriere zu Ende geht. Statt von 0 auf 100 der umgekehrte Weg.

Die Äusserungen von Ariella Käslin zu ihren Schwierigkeiten nach dem Karriereende als Kunstturnerin sind mutig, gerade in einer Gesellschaft, die psychische Erkrankungen nach wie vor tabuisiert. Der Volksmund redet darum auch gerne von Burnout statt von einer Erschöpfungsdepression . Während Burnout mit einem Workaholic in Verbindung gebracht wird, ist Depression eher eine Schwäche. Helden und Starke aber haben keine Schwächen. Menschen schon. Darum gebührt Ariella Käslin für ihre Offenheit zu ihrer Erkrankung sehr viel Respekt und trägt hoffentlich mit dazu bei, psychische Krankheiten in unserer Gesellschaft weiter zu enttabuisieren.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.