Zeit über Organspende zu reden

Der Tod gehört zum Leben, doch reden darüber ist ein Tabu. Gewiss existieren angenehmere Themen wie der Tod, doch letztlich ist das menschliche Leben endlich. Ein tabuisiertes Faktum. Verbunden mit der eigenen Endlichkeit ist auch die Organspende verbunden. Jährlich sterben in der Schweiz gemäss Studien rund 100 Menschen, weil Spendeorgane fehlen. Im europäischen Durchschnitt hat die Schweiz eine eher tiefe Spenderate. Dies sind reine Zahlen, doch hinter diesen stehen menschliche Schicksale. Kommt hinzu, dass bei verstorbenen Personen sehr oft Unklarheit über deren Einstellung zur Organspende herrscht.

Jeder Mensch soll selber entscheiden, ob er oder sie im Todesfall seine Organe spenden möchte. Aktuell ist die Realität aber so, dass diese Entscheidung zu Lebzeiten von einer Mehrzahl nicht geregelt wird und am Ende die Angehörigen über die Organspende entscheiden müssen, was wiederum eine zusätzliche Belastung in einer bereits schwierigen Situation sein kann.

Die neu lancierte eidgenössische Volksinitiative zur Verbesserung der Spendenrate in der Schweiz ist darum aus zweierlei Hinsicht zu begrüssen. Einerseits wird das Thema Organspende aus der Tabuecke in die öffentliche Debatte gezogen und andererseits wird die Bevölkerung wahrscheinlich in absehbarer Zeit über eine Volksinitiative abstimmen können. Die Initiative würde jeden Erwachsenen zum potentiellen Spender seiner Organe machen. Ausser er oder sie sprechen sich explizit dagegen aus. Es wäre eine Umkehr der bisherigen Praxis, am Ende aber kann jeder Mensch weiterhin persönlich die Entscheidung zur Organspende treffen.

Egal ob die Initiative am Ende durchkommen wird, letztlich geht es darum zu Lebzeiten über Organspende zu diskutieren und seine persönliche Entscheidung schriftlich festzulegen.

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