Anastacia & Band, Volkshaus Zürich, 2. Mai 2018, besucht von Léonard Wüst

  Eigentlich erstaunlich, dass die in Chicago geborene Künstlerin, die im September 50 Jahre alt wird, erst im reiferen Alter vom 32 mit dem Studioalbum „Not That Kind“ ihren grossen Durchbruch hatte und weltweit die Charts stürmte, also ganz oben angekommen war. Dort ist sie, trotz teilweise massiven gesundheitlichen Problemen, bis heute geblieben.
Nach dem ca. 30 minütigen Support Act mit Lauren Ray, dauerte es lange, gar sehr lange, bis Anastacia, als Main Act die Bühne enterte, sodass sogar einige der auf die Folter gespannten Fans ungehalten pfiffen. Es wäre auch die Aufgabe eines Support Acts, das Publikum anzuheizen für den Star des Abends. Da aber Lauren Ray ausschliesslich Balladen vortrug, ein schwieriges, nicht gelungenes Unterfangen.

Verspäteter Auftritt der Pop Ikone

Dann auf einmal, angekündigt mit einer kurzen gellen Lichtshow, war sie da, klein, blond, bebrillt und bot mit ihrer fünfköpfigen Band und zwei virtuosen Tänzerinnen genau das, was sie schon seit Jahren macht: simplen, mehrheitstauglichen Poprock mit ein bisschen Soul und Funk. Die US-Sängerin Anastacia hat es mit 49 Jahren immer noch drauf, ihre Fans zu begeistern. Wie im ausverkauften Volkshaus in Zürich, wo sich ein altersmässig sehr durchmischtes Publikum einfand. Ein Konzert unter dem Motto "Evolution", dem Titel ihrer neuen CD, in allererster Linie jedoch wieder ein "Best Of"-Abend mit vielen Hits. Und mit viel Personality Show.

Weniger Outfitwechsel als in früheren Shows

Mit weniger Outfitwechseln als in früheren Jahren ging die fulminante Show über die Bühne. Sie tanzt auch noch dazu, lässt ihre Co-Tänzerinnen dabei gut ausschauen, und präsentiert auch immer wieder ihre Musiker und betont das Bandfeeling. Dabei dreht sich doch alles nur um sie und ihre Songs, die teilweise schon zu Evergreens geworden sind. Songs wie "Cowboys And Kisses", "Stupid Little Things", „Caught In The Middle“ und das unverwüstliche "Paid My Dues", für die es minutenlangen Beifall gab, wie auch bei ihrem ersten großen Hit "I'm Outta Love", der ganz besonders rüberkam. Da liessen sich die Fans auch mal zum Mitklatschen, gar Mitsingen animieren. Da ein Song auf den andern folgte, blieb kaum Zeit zum Durchschnaufen, was aber niemanden störte, sondern, im Gegenteil, richtig anheizte. Zwischendurch stellte Anastacia noch kurz ihre Crewmitglieder vor, die sie kongenial durch den Abend begleiteten.

Demonstrative Nähe zu Ihren Fans und Bewunderern.

Anastacia zeigte während des gesamten Konzertes immer wieder eine grosse Fan-Nähe. So interagierte sie des Öfteren zwischen den Songs mit dem Zürcher Publikum. Auch sprach sie an diesem Abend über Krebserkrankungen und die aufmunternden Briefe, die sie von Fans, insbesondere auch aus der Schweiz, bekommen hatte. Eine gekonnte Überleitung zur Ballade „You’ll Never Be Alone“. Das Auditorium feierte die Künstlerin für ihre Statements ebenso wie für ihre Lieder. Dann überliess sie das Set ihren Mitmusikern. Die eine Backgroundsängerin übernahm dann dem Lead Part und performte im Stil ihrer Chefin munter drauflos, unterstützt von den engagierten Musikern und ihren zwei Tänzer – Sängerkolleginnen.

Mit neuem Outfit geht’s stark weiter

Anastacia wechselte inzwischen ihr Outfit und kam zurück auf die Bühne, gekleidet in eine offenherzige rote Leder - Offiziersjacke mit Nieten und machte nahtlos da weiter, wo sie vor dem Tenü Wechsel aufgehört hatte.
Dass sie auch über die nötige Portion Humor verfügt, weiss man spätestens seit sie sich als rothaarige Gabby bei der schwedischen Castingshow «Idol» (Format Musicstar) einschleuste – und für ihren Gesang von der Jury regelrecht verrissen wurde.

Dann, auf Aufforderung von Anastacia, zettelt der Schlagzeuger ("Say hello to Steve!" - "Hello Steve!") ein Mitklatsch-Spiel mit den Fans an, das diese brav mitmachen, so die Ikone und ihre Band feiern und auch ein bisschen sich selber, klatschten und bejubelten so die Protagonisten zu Zugaben.
Anastacia selbst und zwei ihrer Roadies warfen dann noch T Shirts in die Menge, was natürlich ein Gerangel unter den Fans auslöste.
Als letzte Zugabe durften die Fans bestimmen, was sie hören wollten - das wurde im Vorfeld per App geregelt - und es war ein Song von Led Zeppelin. Auch daraufhin gabs einen langen Schlussapplaus, aber definitiv keine Zugaben mehr.Text: www.leonardwuest.chhttp://www.abc-production.ch/index
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LéonardWüst
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