Festival Strings Lucerne, Beethoven at its best Solisten: Vilde Frang, Nicolas Altstaedt, Herbert Schuch, KKL Luzern, 2. Juni 2017, besucht von Léonard Wüst

Daniel Dodds Fototermin am 15.07.2011 Foto: Dorothee Falke
 
Daniel Dodds Fototermin am 15.07.2011 Foto: Dorothee Falke
Festival Strings Lucerne

Besetzung und Programm:
Daniel Dodds
, Violine & Leitung
Vilde Frang
, Violine
Nicolas Altstaedt
, Violoncello
Herbert Schuch
, Klavier
Festival Strings Lucerne
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56 «Tripelkonzert»
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93

Rezension:


Daniel Dodds, Leitung und Violine
Foto: Dorothee Falke

Brillant, leichtfüßig und den kammermusikalischen Geist des Miteinanders verströmend wie wohl kaum ein anderes Konzert, kommt Beethovens berühmtes Tripelkonzert daher. Allzu selten steht es auf dem Programm, denn gleich drei hervorragende Solisten müssen auf das Beste miteinander harmonieren. (Zitat ProArte, Klassik für Hamburg)

Die Festival Strings Lucerne hatten am Vorabend, als erstes Schweizer Orchester überhaupt, in der Elbphilharmonie in Hamburg mit dem gleichen Programm gastiert, entsprechend hoch waren denn auch die Erwartungen des gutgelaunten Publikums im fast ausverkauften Konzertsaal die zusätzlich gesteigert wurden durch das Mitwirken der drei prominenten Solisten Vilde Frang, Nicolas Altstaedt und Herbert Schuch beim Tripelkonzert, das für den ersten Konzertteil programmiert war.



Diese Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt, harmonierten doch die drei Solisten bestens miteinander, keiner war dominierend und sie fügten sich auch hervorragend ins Gesamtorchester ein, das für deren Soloparts, einen kompakten, feinausgewogenen Klangteppich legte. Beim Tripelkonzert handelt es sich beim ersten Satz um den längsten Satz in allen Instrumentalkonzerten Beethovens. Zudem ist er nicht in der üblichen Sonatenhauptsatzform komponiert. Geleitet wurde das Konzert von Daniel Dodds, auf dem Konzertmeisterstuhl bei den ersten Geigen sitzend und selber auf seiner Violine mitspielend, ebenso diskret wie souverän. Das demonstrierte auch das grosse Vertrauen, welches Dodds (er gehört auch zu den Solisten des Lucerne Festival Orchestra) in seine Mitmusiker hat. Die „Strings“ untermauern ihren Ruf, als eines der weltbesten Kammerorchester mit einer grossartigen Leistung und die Protagonisten durften für ihre Darbietung einen langanhaltenden Applaus ernten, für eine Zugabe liessen sie sich aber nicht erwärmen. Gutgelaunt begab man sich zur Pause in die Foyers des KKL, von dessen Dachterrasse aus sich immer wieder ein grandioser Blick über das Panorama rund um das Luzerner Seebecken bietet.

Zweiter Konzertteil: Beethovens 8. Sinfonie

Nicht gerade mit Lob überschüttet wurde diese, etwas im Schatten der 7. und der 9. Sinfonie stehende Komposition, nach ihrer Uraufführung am 27. Februar 1814 und doch hatte sie auch begeisterte Anhänger. Anton Diabelli etwa meinte u.a.: mit offenen Armen empfängt der wahre Kunstfreund dieses herrliche, glänzende Product des unerschöpflichen Beethoven. In ihren Entwürfen eigentlich als Klavierkonzert gedacht, überarbeitete der Komponist im Verlaufe des Sommers 1812 diese zu einer „richtigen“ Sinfonie. David Dodds geleitete, noch immer sitzend in der Position des Konzertmeisters, sein Orchester in das gewaltige Werk, in dem sich speziell im ersten Satz auch die Bläser, allen voran die Fagottisten, dann die Oboen, Querflöten usw. auszeichnen konnten. Dies unterstützt von den grundsoliden Streichern, die je nach dem, üppig begleitend, mal anfeuernd vorantreibend ihren Kollegen in nichts nachstanden, so einen wundervollen Gesamtklangteppich schufen, der dem Werk des Musikgenies mehr als gerecht wurde. Das Auditorium feierte die Musiker mit langanhaltendem, tosenden Applaus und vielen Bravorufen für diesen Konzertgenuss.www.festivalstringslucerne.org/de/home www.leonardwuest.ch www.innerschweizonline.ch www.bochumerzeitung
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