Oper Schloss Hallwyl, «La Cenerentola» von Gioacchino Rossini, Première, 27. Juli 2018, besucht von Léonard Wüst

  „La Cenerentola“, die zauberhafte musikalische Märchenerzählung des Aschenputtels von Gioacchino Rossini wird in ebenso märchenhafter Kulisse gespielt. Das Schloss Hallwyl, ein Wasserschloss, befindet sich auf zwei Inseln im Aabach bei Seengen im Luzerner Seetal, ist seit 1925 öffentlich zugänglich und seit 1994 im Besitz des Kantons Aargau und so auch Teil des Museums Aargau. Seit 2012 führt der Verein Oper Schloss Hallwyl alle drei Jahre eine Oper im Hof der Burg auf.

Bis jetzt kamen folgende Werke auf die Schlossbühne:

2003 | Mozarts "Die Entführung aus dem Serail"
2006 | Bizets "Die Schöne von Perth"
2009 | Bedřich Smetanas "Die verkaufte Braut"

2012 | Il Barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini
2015 | Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart

Schwungvolle Inszenierung im Schlosshof

Regisseur Johannes Pölzgutter inszeniert zügig, was den durchwegs quirligen Akteuren in die Karten spielt. Diese überzeugen denn auch, nebst mit gesanglichem Können, durch aussergewöhnliche schauspielerisch - komödiantische Talente.
Dies im, von Manuel Kolip konzipierten, farbenfrohen Bühnenbild, in passenden, von Janina Ammon ausgewählten Kostümen bei besten äusseren Bedingungen vor einem gutgelaunten Auditorium auf der vollbesetzten, ca. 550 plätzigen Tribüne.
Dass Bühnenbild ist zweistöckig, oben das Schloss des Prinzen, also eh die Ebene der Elite, unten das Zuhause des verarmten Adeligen „Don Magnifico“ (Noé Colin Arvizu) mit seinen zwei Töchtern Clorinda (Leonor Amaral) und Tisbe (Anna Nero), sowie Cenerentola (der ev. dritten Tochter).

Verwirrspiel im Dienst der höfischen Brautschau

Um unerkannt eine geeignete Braut auszusuchen, bedient sich der Prinz „Don Ramiro“ (John-Colyn Gyeantey) der Identität seines Dieners „Dandini“ (Alexandre Beuchat), der seinerseits, wenn auch widerwillig, in die Rolle des Prinzen schlüpft.
Der Prinz lädt zu einem Empfang, um nach geeigneten Kandidatinnen Ausschau zu halten. Unter den geladenen u.a. auch Don Magnifico mit seinen beiden heiratswilligen überkandidelten Töchtern. Während diese sich kosmetisch, Frisur technisch und Kleidermässig auf Hochglanz aufpeppen und stylen, muss sich deren Stiefschwester Cerentola (Wioletta Hebrowska) mit Hausarbeiten abmühen und Dienstmagd spielen. Nachdem ihr Vater Don Magnifico ihrem Wunsch, ebenfalls mit zu kommen auf das Schloss, nicht entsprochen hat, schleicht sie sich heimlich in die Nähe des Fürstensitzes und trifft dort zufällig auf den als Diener getarnten Prinzen. Die beiden sind sich sofort mehr als sympathisch, womit das Märchen so richtig beginnen kann.
„Alidoro“ (Yoshiaki Kimura), der Mentor des Prinzen, schleust Cenerentola, verkleidet als geheimnisvolle Unbekannte, ins Geschehen auf dem Schloss ein.

Castingshow der heiratswilligen Damen

„Dandini“, der vermeintlich Heiratswillige, hatte sich inzwischen der aufdringlichen Avancen der beiden Schwestern erwehrt, die sich ihm an den Hals werfen wollten und schlägt ihnen als möglichen Bräutigam seinen Kammerdiener vor, was diese aber, da nicht ihrem Stande gemäss, empört zurückweisen. Daraufhin gesteht Cenerentola dem falschen Prinzen, dass sie seinen Kammerdiener liebt. Besagter „Don Ramiro“, der unter all den brautwilligen Damen nichts ihm zusagendes entdeckt hatte, hört dies und erwidert das Liebesgeständnis. Noch dauert es aber seine Zeit, bis alle Fäden entwirrt sind und schlussendlich alles für alle ein gutes Ende findet.

Souveränes Orchester in einem ungewöhnlichen Orchestergraben

Dirigent Douglas Bostock, mit seinem Orchester, der „Argovia Philharmonic“, unter der Bühne platziert, leitet souverän durch die Partitur, bereitet so den Sängern/Schauspielern das Terrain, auf dem diese glänzen können. Das zügige variantenreiche Spiel animierte die Akteure auf der Bühne zu Höchstleistungen. Das Ensemble agierte mit überschäumender Spielfreude, viel Schalk und ausdrucksstarker Mimik und Gestik.
Das begeisterte Publikum belohnte diese aussergewöhnliche Parforceleistung denn auch mit viel Szenenapplaus nach fast jeder Arie und einem Beifallssturm zum Schluss der die Protagonisten sichtlich erfreute und strahlen liess. Für einen Extraapplaus gesellten sich auch noch Dirigent, Regisseur usw. zu den Bühnenakteuren und liessen sich zu Recht feiern.

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Video 1
www.youtube.com/watch?v=eR0yzOSyd2U&feature=youtu.be
LéonardWüst
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