Russische Winterreise

Einzutauchen in unbekannte, ungewohnte Musik


Auf dem Programm der speziellen russischen Winterreise stehen Musik von Rachmaninow, Tschaikowski, Mussorgski und Pärt. Das Vokalensemble und der Chor Voix-là aus Sursee laden am Freitag, 23. Februar nach Willisau und am Sonntag, 25. Februar nach Sursee zu dieser spannenden Winterreise.

Im Zentrum des Konzertes unter der Leitung von Peter Meyer stehen die Lieder und Tänze des Todes für Basssolist und Klavier von Modest Petrowitsch Mussorgski. Sie werden mit Texten bedeutender russischer Dichter und russischer Klaviermusik ergänzt. Der Chor singt russisch-orthodoxe Chormusik von Pjotr Tschaikowski, Sergei Rachmaninow und dem Zeitgenossen Arvo Pärt. Das symmetrische Programm dieser Winterreise, die mit Tschaikowski beginnt und auch mit Tschaikowski enden wird, spiegelt und erörtert den Begriff der Russischen Seele, spielt mit Leben und Tod, der Leere und dem Licht der russischen Weiten. Reinhard Mayr übernimmt Solopassagen und die Chöre werden durch Daniela Achermann, Piano begleitet. Zwischen den Gesangsvorträgen lesen Aishat Satueva, Willisau und Gregor Kaufmann, Willisau, Texte von russischen Dichtern.

Sehnsucht und Melancholie spüren
Aishat Satueva stammt aus Russland und sie wird Texte in ihrer Muttersprache vortragen, umso die Zuhörerinnen und Zuhörer die besondere Melodie der russischen Sprache erleben zu lassen. Von Gregor Kaufmann wurden Texte von Tolstoi und Zitate von Dostojewski gewählt. «Texte, die für mich schon als 20jähriger Mann Antworten auf die grossen spirituellen Fragen des Lebens waren und auch heute noch sind», meint Gregor Kaufmann. Kaufmann wird auch einen «Schamanentext» aus «Über Elend und Hoffnung, Musik, Liebe, Suff, die Rückkehr zum Glauben nach dem Zaren» von Christian Schüle, Buchautor und Journalist, vortragen. «Dieser zeitgenössische Text erzählt von der jungen Tanjuschka, die mit Jeans und hochhackigen Schuhen den Schamanen Wasilij sucht. Wasilij sitzt in blauer Reebok-Trainingshose vor seiner Hütte und spricht über die Liebe», verrät Kaufmann. Texte in denen Sehnsucht und Melancholie aus der oft leidvollen Geschichte des russischen Volkes zu spüren sein werden.

Auseinandersetzung mit andern Kulturen wagen
Peter Meyer ist es einmal mehr gelungen, die zwei Chöre gemeinsam auf die Bühne zu bringen. «Den Chören gemeinsam sind die erfrischende und ansteckende Singfreude, der gepflegte Gesang und ein von gegenseitigem Interesse geprägter Umgang», ist Meyer überzeugt und er freue sich jedes Mal auf die Proben und besonders auch auf das Konzert. Meyer versichert: «Alle Sängerinnen und Sänger investieren seit Jahren und Jahrzehnten viel Zeit und Energie für dieses Hobby und das lohnt sich auch.» Das Erreichen dieses gemeinsamen Zieles liege im Mut, aus unterschiedlichen Perspektiven in unbekannte oder ungewohnte Musik einzutauchen. So war es der ausdrückliche Wunsch des Vokalensembles ein Konzert mit russischer Chormusik zu singen. Für die Sängerinnen und Sänger von Voix-là sei diese Musik mehrheitlich neu. «Wenn 40 Sängerinnen und Sänger vertrauensvoll die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und mit Fremdem wagen, wird sich der Gewinn der Zusammenarbeit der Chöre während der Russischen Winterreise zeigen», ist Meyer überzeugt. Peter Meyer ist seit seiner Jugend fasziniert von russischer Musik. «Die erste Schallplatte, die ich kaufte, war die Sinfonie Nr. 6, die „Pathétique“ von Tschaikowsky.»/wm

Willisau, Russische Winterreise, Aula der Kantonsschule
Freitag, 23. Februar, 20:00 Uhr
Sursee, Russische Winterreise, Klosterkirche, Sonntag, 25. Februar, 17:00 Uhr

Fotos: Peter Meyer, Aishat Satueva, Gregor Kaufmann
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