Solistenkonzert der HSLU im KKL Luzern, 28. Juni 2017, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Das Solistenkonzert ist der Höhepunkt der künstlerischen klassischen Ausbildung an der Hochschule Luzern – Musik: Nach Abschluss des sehr anspruchsvollen Studiengangs «Solo Performance» treten die Absolventinnen und Absolventen ins Berufsleben. Ausgewählte Studierende erhalten die Möglichkeit, sich mit dem Luzerner Sinfonieorchester im Konzertsaal des KKL Luzern zu präsentieren.
Am letzten Mittwoch präsentierten sich ein Countertenor, ein Cellist, eine Pianistin und ein Saxofonist im KKL Luzern. Begleitet wurden sie vom Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Karel Deseure.
Stefan Wieland studiert Gesang bei Prof. Peter Brechbühler. Er begann sein Studium mit dem Stimmfach Bariton, wechselte anschließend zum Tenor und singt seit Herbst 2011 Countertenor. Operettenliebhabern ist er bekannt aus seinem gelungenen Rollendebüt dieses Frühjahr in Sursee als «Orlofsky» in der Fledermaus. Er sang Werke von Händel und Mozart. Die eher ungewöhnliche Stimmlage überrascht anfänglich immer etwas, auch wenn man darauf vorbereitet ist. Bei Stefan Wieland vergisst man dies aber schnell. Er überzeugt mit seiner schönen, kraftvollen Stimme, bewegt sich mühelos in den Koloraturpassagen, weit weg von dem teilweise üblichen leicht gedrückten Counter-Tenor-Klang.
Jonas Vischi, Violoncello, (Klasse Guido Schiefen), spielte Dvoraks «Waldesruhe» mit viel Gefühl und Ausdruck und schaffte es mühelos, das Sentimental-Wehmütige wiederzugeben, welches Dvorak eigen ist. Dass er auch in zeitgenössischer Musik zu Hause ist, zeigte er mit den Variationen für Violoncello und Streichorchester von Jean Françaix. Sei es in den eher elegischen Partien, den Pizzicatis oder den schnellen Läufen, Vischi blieb fokussiert, souverän und schien mit seinem Instrument verwoben.
Elina Akselrud (Klasse Konstantin Lifschitz) spielte das 3. Klavierkonzert in c-Moll von Ludwig van Beethoven. Technisch auf hohem Niveau, klar, einwandfrei in den Läufen, die Interpretation wirkte aber teilweise etwas eintönig, hätte nuancierter sein dürfen zwischen den düsteren und lichten, strahlenden Passagen.
Das Saxofon ist eher selten Gast bei klassischen Konzerten. Umso interessanter der Auftritt von Hirotaka Haga (Klasse Beat Hofstetter/Sascha Armbruster) mit der Ballade für Alt-Saxofon des Schweizer Komponisten Frank Martin. Er beherrscht sein Instrument meisterhaft, mit samtenen Ton, tragend, im perfekten Dialog mit dem Orchester, spielte er mit grosser Virtuosität und Musikalität, hauchte und modellierte seine Pianissimos und blieb dabei höchst ausdrucksvoll.
Alle vier Solisten wurden vom Publikum mit viel Applaus gefeiert für ihre hervorragenden Darbietungen. Bleibt abzuwarten, wie sich ihre Karrieren nun weiterentwickeln. GabrielaBucherHochschuleLuzernLuzerner Sinfonieorchester
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