TWICA Taiwan-Switzerland Cultural Association, Chinesisches Neujahrskonzert mit Shih Wei Huang im Konservatorium Dreilinden in Luzern, 28. Januar 2018, besucht von Léonard Wüst

  Einige Prominenz war geladen für dieses exklusive Konzert am Sonntagnachmittag im Konservatorium Dreilinden im Luzerner Wesemlinquartier, zu dem die TWICA Taiwan-Switzerland Cultural Association geladen hatte, so u.a. der taiwanesische Botschafter in der Schweiz, Dr. Klement Ruey-Sheng Gu mit Gemahlin, Felix Müri, Nationalrat der Schweizer Volkspartei und Präsident der parlamentarischen Gruppe Schweiz-Taiwan mit Gattin, ebenso in Begleitung seiner Frau Prof. Dr. Christian Schwarzenegger von der Universität Zürich, mit dabei auch der ehemalige Grossaktionär und Verwaltungsrat der Calida AG Walter Palmers sowie viele Mitarbeiter der Délégation culturelle et économique de Taipei. Ungefähr die Hälfte der ca. 60 Gäste war asiatischer, die andere westlicher Herkunft. Gemeinsam warteten alle gespannt auf den Auftritt der taiwanesischen Meisterpianistin Shih Wei Huang, die im Moment die Meisterklasse Klavier an der HSLU besucht und deshalb auch des Öftern im Konservatorium Dreilinden, das zur Hochschule Musik Luzern gehört, übt.
Die Gäste wurden dann offiziell begrüsst von Co Organisatorin Sophie Chang von der TWICA, ebenso richtete der taiwanesische Botschafter in der Schweiz, Dr. Klement Ruey-Sheng Gu Grussworte an die Versammelten, abschliessend auch noch einige Worte von Felix Müri.
Dann bat Sophie die taiwanesische Tatenvirtuosin Shih Wei Huang an den Konzertflügel für das Konzert zum Auftakt des chinesischen Jahr des Hundes, das am 16. Februar 2018 beginnt.


Konzertprogramm:

Zum Auftakt drei Werke der taiwanesischen Komponistenlegende Tyzen Hsiao ( 1938 – 2015), der auch als der taiwanesische Rachmaninow bezeichnet wird. Danach die Uraufführung von „adding flowers“, einer Komposition des anwesenden Ching-Wen Lin (*1949), bevor im 2. Konzertteil für europäische Ohren vertrautere Klänge ertönten mit der Interpretation der „Bilder einer Ausstellung“ des russischen Komponisten Modest Petrowitsch Mussorgski.

Hommage an den „taiwanesischen Rachmaninow“ Tyzen Hsiao

Weshalb man Tyzen Hsiao als taiwanesischen Rachmaninow apostrophiert, wurde schon bei den ersten paar Takten des Werkes „,Memories of Home“ klar, erinnert es doch stark an das Klavierkonzert Nr. 3 des russischen Komponisten. Shih Wei interpretierte die Komposition ihres, im Jahre 2015 verstorbenen Landsmannes, mit traumwandlerischer Sicherheit und sehr viel Einfühlungsvermögen. Mit der gleichen Hingabe reichte sie auch die zwei folgenden Werke von Tyzen Hsiao dar. Das Publikum genoss die nicht grad alltäglichen Klänge und würdigte die junge Künstlerin mit langanhaltendem Applaus.

Seltener Genuss einer Uraufführung

Dann kam das Auditorium mit „...adding flowers“ von Ching-Wen Lin (*1949) gar in den Genuss einer Uraufführung, dies in Anwesenheit des in der Schweiz lebenden Komponisten, der sich sichtlich über die sehr gut gelungene und vom Publikum mit viel Applaus verdankte Premiere freute.
Weitere musikalische Leckerbissen im 2. Konzertteil
Mit, uns westlichen Besuchern doch sehr viel vertrauteren Tönen, führte Shih Wei im zweiten Konzertteil dann musikalisch durch die „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski. Mit dem charakteristischen Leitthema nahm sie uns mit auf einen Rundgang, gespickt mit technischen Glanzpunkten, mit schwärmerisch, gefühlvoll antizipiert ausgemalten Klangmotiven, die wunderschöne Bilder vor dem inneren Auge entstehen liessen.
Mussorgskis Werk vermittelt den Eindruck eines Rundgangs durch eine Ausstellung von Werken seines verstorbenen Freundes Viktor Hartmanns.
Am Anfang steht die Promenade, die zwischen den nachfolgenden Stücken leicht verändert wiederkehrt. Mussorgski selbst sprach davon, dass die Promenade ihn selbst darstelle, wie er zwischen den Ausstellungsstücken umherwandere, um sie zu betrachten. Die Promenade taucht mehrfach in situationsangepassten Varianten als Überleitung zwischen den Stücken auf.

Aussergewöhnliche Performance einer ambitionierten jungen Künstlerin

Shih Wei promenierte voll motiviert und souverän durch die Ausstellung, respektive durch die schwierige Partitur und zog das Publikum. welches angespannt lauschte und schaute, in ihren Bann. Für diese musikalischen Leckerbissen durfte die junge Künstlerin denn auch einen langanhaltenden stürmischen Applaus ernten, den sie sichtlich genoss. Organisatorin Sophie überreichte ihr noch einen Blumenstrauss, den sie aber bald wieder weglegen musste, damit sie die Hände frei hatte für die Zugabe, die sie dem hingerissenen Auditorium noch gewährte. Shih Wei stand anschliessend noch zur Verfügung für Selfies, ebenso gab sie geduldig und bereitwillig Auskunft über ihre Karriere u.v.m. Zum Abschluss des festlichen Nachmittags lud die TWICA, vertreten durch Sophie Chang, die Gäste noch zu einem Apéro riche, wo man sich noch austauschte, auf neue Bekanntschaften anstossen und bestehende Freundschaften pflegen konnte.

Fazit:

Ein toller Anlass in gediegener Umgebung mit einem intimen Klavier Rezital einer aussergewöhnlichen Pianistin
LéonardWüst
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