Holzenergie – überraschend vielfältig!

  Buttisholz: Tschopp Holzindustrie |

Am Freitag und Samstag anlässlich der Tage des Schweizer Holzes drehte sich bei der Tschopp Holzindustrie AG in Buttisholz alles ums Thema Holzenergie. Neben der Be-sichtigung des Sägewerkes und des Holzkraftwerkes fand am Freitagabend der Rah-menanlass mit hochkarätigen Referenten und rund 70 Gästen statt.

Oberkirch, 18. September 2017 – Den Auftakt des Abends machte Regierungsrat Robert Küng: „Wir haben nach wie vor hohe Holzvorräte im Luzerner Wald und nutzen aktuell nur rund 70 Prozent.“ 100‘000m3 oder die Menge von 4‘000 mit Holz beladenen LKWs könnten es mehr sein. Dieses nachhaltig verfügbare Holz soll mit professionellen Strukturen im Wald, effizienten Abläufen und Verfahren sowie mit neuen Holzanwendungen genutzt werden. Mit der Holznutzung werde der Wald verjüngt und gleichzeitig könne auch ein Beitrag zur Ener-giewende geleistet werden, was sich in Bezug auf die Holzenergie auch wirtschaftlich lohne: „Von 100 in die Holzenergie investierten Franken fliessen 50 in die Region, 45 in die restliche Schweiz und nur 5 Franken ins Ausland“, rechnete der Regierungsrat vor. Bei der Nutzung von fossilen Energieträgern gingen dagegen bis zu 74 Franken ins Ausland.

Eindrückliche Beispiele von Holzenergieanlagen

Gastgeber Daniel Tschopp erläuterte anhand seines Holzkraftwerkes wie sein Unternehmen nicht nur Kosten einspare, sondern sogar aus dem erzeugten Strom Gewinn erwirtschaften könne. Verschiedenste Anwendungsfelder von mobilen Pelletsanlagen zeigte Marc Kallen, Geschäftsführer der Suter Entfeuchtungstechnik auf. Eindrücklich das Beispiel des Lauber-hornrennens, an dem 120 Tonnen CO2 eingespart werden konnten, indem die Festzelte mit Holzpellets beheizt wurden. Auch gross in Szene gesetzt wird die Holzenergie im Campus Sursee, wo bereits seit Herbst 2008 mit Holzhackschnitzeln aus dem Luzerner Wald geheizt wird. So erläuterte Campus Direktor Daniel Suter, dass mit den baulichen Erneuerungen, u.a. dem Neubau der Schwimm- und Sporthalle, auch der Energiebedarf grösser würde, aber dies könne mit der bestehenden Holzschnitzelanlage problemlos abgedeckt werden.

Mit Holzenergie Emotionen wecken

Max Binder, bis diesen Sommer Präsident von WaldSchweiz und ehemaliger Nationalrat, erklärte in der anschliessenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Melanie Brunner-Müller, dass Energieholz auf keinen Fall mit Abfallprodukten aus dem Wald gleichzusetzen sei. Dies sei ein wichtiges Produkt der Holzindustrie und der Schweizer Wald könne noch viel intensiver genutzt werden, als dies momentan der Fall sei. Daniel Tschopp betonte, dass sich die Holzenergie verstärkt mit Emotionen verkaufen müsse – nur so könne man die Begeiste-rung der Kundschaft wecken. Seien die Anlagen dann installiert und liefen einwandfrei, lasse sich dies in der Öffentlichkeit kommunizieren, im Sinne von „tue Gutes und sprich darüber“. So waren sich die Podiumsteilnehmer einig, dass die Holzenergie diese Aufgabe noch ver-stärkt und mit Leidenschaft tun könne.

www.woodvetia.ch
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