MwSt Initiative eine Eigen-"torheit"

Die Diskussion über unterschiedliche Mehrwertsteuersätze bei Gastbetrieben und Imbissbuden wird am 28. September vom Volk entschieden.
Die Ausgangslage ist klar, fühlen sich doch die Gastbetriebe gegenüber den Imbissbuden steuerlich benachteiligt, weil sie 8% Mehrwertsteuer abliefern, während die Imbissbude für die Take Away Leistungen nur 2,5% abliefern müssen.


Dabei ist es leider nicht so simpel, die beiden Dienstleistungen auseinander zu halten. „Leider“, weil doch so einige Restaurants nicht viel Anderes servieren als ein leicht verkleideter Fastfood, dies zu teils stattlichen Preisen.

Die Gastbetriebe, welche ihren Kunden wohlschmeckende und frisch zubereitete und gesunde Leckereien servieren, erkennen ihren extrem hohen Dienstleistungsanteil und sollten deshalb auch nicht Probleme damit haben, mit anderen Dienstleistungsbetrieben im Nonfood-bereich verglichen zu werden und folglich auch der selbe Steuer zu unterliegen.

Bereits im Ausdruck „Mehrwert“ manifestiert sich der höhere Wert, welcher besteuert wird. Am Beispiel einer Kartoffel, welche zum tiefen Steuersatz von 2,5% eingekauft wird, zeigt sich, dass ein Gastbetrieb nur den Wert in Form der Steuer abliefern muss, welcher er selber erbringt, indem er dem Gast einen geheizten Platz mit Tisch, Stuhl, Zubereitung, Service und Teller, mit warmer Kartoffel, garniert mit Peterli bereitstellt.

Was er ehemals für 30 Rappen eingekauft hat, veräussert er nun für rund CHF 3.-. Damit gehen 24 Rappen (8%) abzüglich der Vorsteuer (2,5%), welche beim Kauf des Kartoffels angefallen ist, an die Mehrwertsteuer.

Der Dienstleistungsanteil liegt bei diesem Beispiel beim 10 fachen des Einkaufs. Das ist gleichbedeutend mit jeder anderen Dienstleistung. Der Einkauf des Lebensmittels repräsentiert einen vernachlässigbaren Anteil am Gesamtbetrag. Deshalb soll der Gastbetrieb gleich besteuert werden, wie jeder andere Dienstleister. (Bei anderen Produkten liegt der Dienstleistungsanteil im Gastbetrieb beim rund dem 3 bis 20 fachen des Einkaufspreises.)

Anders verhält es sich bei Take Away, welcher weder Tisch noch Stuhl, Service, geheizter Raum etc. bereitstellt. Er verkauft in der Regel vorfabrizierte Halbfertigprodukte wo der Dienstleistungsanteil bei rund dem 3 fachen des Einkaufs liegt.

Der Take Away wird deshalb mit dem reduzierten Steuersatz belegt, weil jedes Kaufhaus auch Fertigprodukte mit rund 2-3 fachem Dienstleistungsanteil im Regal hat und zum reduzierten Steuersatz verkaufen kann.

Die erwähnten Beispiele können natürlich sehr unterschiedlich beschrieben werden, treffen jedoch im Kern die Tatsachen.

Nun soll jemand erklären, was an dieser Mehrwertsteuerberechnung ungerecht sein soll, ausser dass einige Gastrobetriebe nicht verstehen können, dass der eigene ungesunde, verkleidete Fastfood serviert durch ungeschultes Billigpersonal höher besteuert wird als der vom Take Away neben an.

Beim Hotel Dolder in Zürich hat mich die Mehrwertsteuer von 8% jedenfalls nicht gestört, in Anbetracht dessen, dass mein Schwarztee CHF 14.— gekostet hatte. Was mein Budget gesprengt hatte.

Die Take Away Leistungen sollen weiterhin gleich besteuert werden wie die Lebensmittel, welche wir im Laden erstehen. Diese „taken“ wir bekanntlich auch „away“.

Auf kommunaler Ebene unterliegen die Take Away Geschäfte so oder so einer zusätzlichen Littering-Gebühr, welche da ankommt, wo der Aufwand entsteht, nämlich im Ort wo der Laden steht.

Eine Gebühr welche dafür die Gastrobetriebe nicht entrichten muss.
1 Kommentar
7
Monika Ling aus Altstadt | 07.03.2016 | 10:45  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.