Trump-Wandel aber wohin?

Für all jene, die es noch nicht gewusst haben, Meinungsumfragen sind etwa so repräsentativ wie Wetterprognosen. Donald Trump – obwohl er das Wahlsystem im Abstimmungskampf noch als manipuliert dargestellt hat – ist demokratisch gewählt worden. Und dies trotz seiner Eskapaden. Dies müsste allen, die ihn als nicht wählbar bezeichnet haben, zu denken geben. Nicht „nur“ in den USA hat sich eine politische Elite – so nimmt es zumindest eine Mehrheit der Wähler wahr – sehr weit von der Bevölkerung entfernt. Die Trump Wähler verbinden seine Person scheinbar mit dem Wunsch nach Wandel. Hillary Clinton steht und stand auf der Gegenseite für das unbeliebte Establishment. Dass Donald Trump als selbsternannter Superreicher faktisch ebenso weit vom Leben der „Normalbürger“ entfernt ist, konnte der neue Präsident mit Populismus und Emotionen bei den Wählern sehr gut kaschieren.

In schwierigen Zeiten sind scheinbar einfache Antworten gefragt. Auch dies ist nicht neu und lässt sich am Erstarken von diversen extremen Parteien in Europa wieder eindrücklich beobachten. Neu hingegen ist, dass Fakten und sachliche Argumente immer weniger eine Rolle spielen. Der Mensch lügt bekanntlich regelmässig, aber Donald Trump hat in dieser Disziplin neue Massstäbe gesetzt. Den neuen Präsidenten aber als dummen Clown zu bezeichnen, greift zu kurz und wäre ebenso niveaulos wie sich Trump allzu oft im Wahlkampf selbst verhalten hat. Die USA waren bereits vor dieser Wahl in vielerlei Hinsicht tief gespalten und dieser Zustand dürfte sich mit dem neuen Präsidenten Trump noch zusätzlich intensivieren. Niemand weiss in welche Richtung sich Amerika unter ihm bewegen wird. Klar ist aber, die Welt ist mit der Wahl von Donald Trump sicherlich nicht stabiler geworden.
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Boris Kerzenmacher aus Wil | 09.11.2016 | 22:00  
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