Sicherheit behindert nachhaltige Veränderung

Es gibt keine Sicherheit im Leben. Leben ist lebensgefährlich. Wir sind von Kindesbeinen an darauf konditioniert worden, dass finanzielle Sicherheit automatisch auch emotionale Geborgenheit bedeutet. Erst in Krisensituationen erweist sich dieses intellektuelle Konstrukt als Trugschluss.


Akzeptanz ist der Schlüssel für Veränderung

Arbeitslosigkeit kennt zwei Auswirkungen: Einerseits die finanzielle, anderseits die emotionale Situation. Betroffene, die sich stark auf die finanziellen Konsequenzen konzentrieren, die emotionale Seite der Situation aber wenig bis gar nicht würdigen, fehlt ein entscheidendes Bindeglied zur nachhaltigen und wirkungsvollen Veränderung – die mentale Akzeptanz. Ohne mentale Stärke verpufft die Wirkung. Die Veränderungsbereitschaft bleibt stecken.

Wir züchten Not-, statt Nährlösungen

Unser soziales Betreuungssystem (RAV) krankt daran, dass Betroffene schnellstmöglich wieder in den Arbeitsmarkt zurückgeführt werden müssen.
Finanzielle Auffangbecken verschaffen zwar «Luft zum Atmen», viele von Arbeitslosigkeit Betroffene trockenen aber emotional aus. Sie fühlen sich als Opfer der Umstände. Eine Veränderung, sprich Verbesserung, der Situation ist ohne emotionalen Einbezug zum Scheitern verurteilt. Unser rationales Denken hängt am monetären Tropf, welcher dem «Patienten» zwar kurzfristig ein bisschen Sicherheit verschaffen, aber längerfristig keine emotionale Veränderungsbereitschaft auslösen wird. Eine Notlösung auf Zeit, keine Nährlösung für Wachstum und Fortschritt. Echte Lösungen sehen anders aus.

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft. (Jean-Jacques Rousseau)

Das Geheimnis für gesunde und nachhaltige Veränderung liegt also nicht in der Absicherung, sondern in der Verunsicherung. Nicht in der Komfortzone, sondern in der Krise. Denken wir daran, wenn wir das nächste Mal gefordert sind als Partner, Führungskraft, Arbeitsloser – wo auch immer. In jeder noch so schmerzlichen Erfahrung liegt ein gewaltiges Potenzial zur persönlichen Weiterentwicklung. Meistens erkennen wir das allerdings erst später.
www.peterkorner.ch
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