Der Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Hat sich die Schweizer Fussballnationalmannschaft weiterentwickelt? Das Spiel gegen Schweden hat die Antwort auf eindrückliche Art und Weise geliefert. Die Schweizer sind unter Vladimir Petkovic ballsicherer geworden und gegen mitspielende Gegner versteht es die Mannschaft ihre Stärken auszuspielen. Anders sieht die Angelegenheit bei defensiv eingestellten Teams aus. Das geäusserte Selbstverständnis und die Leistung gegen ein leidenschaftliches aber qualitativ nicht überragendes Schweden jedenfalls gingen diametral auseinander. Herausragende Akteure wachsen genau in solch wichtigen Spielen über sich hinaus. Der Unterschied zwischen einem guten und einem Top-Spieler eben.

Diesbezüglich ist die Schweiz als Mannschaft keinen Schritt weitergekommen. Schliesslich ist die Qualität in Team unbestritten vorhanden. Konstant über vier Spiele hinweg konnte einzig Yann Sommer überzeugen. Offensiv bleiben und blieben einmal mehr viele Fragezeichen. Eine Schwäche der Schweizer Mannschaft schon seit Jahren und auch vor der Ära Petkovic. Dem Trainer ist zugute zu halten, dass er zumindest versucht hat, der Mannschaft ein offensiveres Gesicht zu verleihen.

Trotzdem müssen kritische Anmerkungen zur Personalpolitik erlaubt sein. Mit Michael Lang war ein einziger Spieler aus der Superleague im WM Kader. Anscheinend erfüllt kein Offensivspieler aus der heimischen Liga die Anforderungen von Vladimir Petkovic. Ist eine legitime Entscheidung, welche hingegen problematisch wirkt, wenn statt dessen Spieler praktisch ohne Spielpraxis aus anderen Ligen den Vorzug erhalten. Dies führt ein mögliches Leistungsprinzip quasi ad absurdum. Mit dem Ausscheiden gegen Schweden und mit Blick auf die Leistungen der verschiedenen Spieler umso mehr.
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