Die ersten Schweizer Online Casinos sind in Sicht

Im Spielbankengesetz des Schweizer Bundes (SBG) ist das Glücksspiel in Artikel 3 Absatz 1 folgendermassen beschrieben: „Glücksspiele sind Spiele, bei denen gegen Leistung eines Einsatzes ein Geldgewinn oder ein anderer geldwerter Vorteil in Aussicht steht, der ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt.“ Einen derart erworbenen geldwerten Vorteil wollten sich im Jahr 2004 21,2 Prozent der über 18-jährigen Schweizer nicht entgehen lassen.

Diese Zahlen gehen aus einer Studie hervor, die vom Bundesamt für Justiz sowie von der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) in Auftrag gegeben wurde. Diese Studie sagt auch aus, dass die Bewohner der deutschsprachigen Teile der Schweiz im Vergleich weniger dem Glücksspiel frönen als die Bewohner der französisch- und italienischsprachigen Teile. Über 1/5 der Glücksspieler nutzen übrigens Lotto-Angebote. Ganze 7 Prozent der Bevölkerung spielen in ausländischen Lotterien.

Das Glücksspiel ist Teil der Gesellschaft

Ein Wachstum der Branche ist nicht zu leugnen und seit 2004, als die oben benannte Studie durchgeführt wurde, hat sich viel getan. Lotto, Wetten und Tisch- sowie Automatenspiele haben einen grossen Imagewandel hinter sich und sind nun angesehene Möglichkeiten, das eigene Kapital aufzustocken. Auch im Hinblick auf den Tourismus haben Casinos ausserhalb von Las Vegas eine immer grössere Bedeutung.

Ausserhalb der realen Welt werden die Nutzer von internetfähigen Geräten immer mehr von Online Casinos angezogen. Diese bieten oft unzählige Möglichkeiten, um das dafür eingeplante Kapital einzusetzen. Ob Roulette, Kartenspiele, Automaten oder sogar Sport- und Spezialwetten mit globalem Bezug: im Internet ist alles möglich. Für Schweizer gilt das aber nur, wenn sie ausländische Angebote nutzen. Echte Schweizer Online Casinos gibt es noch nicht.

Aktuell sind Schweizer Online Casinos noch verboten

Wie die ESBK auf ihrer Internetseite klarstellt, ist „in der Schweiz […] die telekommunikationsgestützte Durchführung von Glücksspielen, insbesondere mittels Internet, verboten (Artikel 5 des Spielbankengesetzes). Dazu gehört typischerweise der Betrieb eines Internet-Casinos.“ Ein Schweizer Spieler macht sich also nicht strafbar, wenn er online angebotene Glücksspiele nutzt; lediglich ein Anbieter, der seine Dienste direkt in der Schweiz bzw. unter einer .ch-URL anbietet, würde sich strafbar machen.

Aus diesem Verbot ergeben sich gleich mehrere Sachverhalte und Probleme:

> Das Verbot schreckt die Nutzer, welche auf ausländische Angebote ausweichen, nicht ab.

> Damit werden andere Volkswirtschaften mit Schweizer Geld versorgt. Die hier und da ausgezahlten und damit rückgeführten Gewinne gleichen diesen Abfluss von Finanzmitteln nicht aus.

> Der Bund verpasst die Chance, Steuern und Lizenzgebühren für Dienstleistungen, die derzeit fremdbezogen werden, zu erheben und einzunehmen.

Die Legalisierung steht schon vor der Tür

Wie die Seite bestescasino.ch, die dem Impressum nach von Florian Werfel betrieben wird, berichtet, so ist die Legalisierung von echten Schweizer Online Casinos noch dieses Jahr zu erwarten: „Es gibt Bewegung in der Schweiz! mit einem ersten Gesetzesentwurf will der Bundesrat in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 einen Vorschlag zum Geldspielgesetz einreichen. Allem Vernehmen nach wäre das Akzeptieren dieses Gesetzes der Schritt zur Legalisierung von Online Glücksspiel bei den Eidgenossen. Dann könnten auch privat Anbieter an den Markt gehen und ihre Angebote exklusiv und legal für Schweizer Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stellen.(sic!)“

Die Seite bestescasino.ch will, sobald die entsprechenden Casinos ihre virtuellen Pforten öffnen, umfangreiche Tests durchführen. Ihrem Namen entsprechend sollen auf der Seite dann die besten Schweizer Online Casinos aufgeführt werden. Hinter diesem Service steht ein in Sachen Online Casinos bewandertes Team, deren Bewertungskriterien jetzt schon auf der Seite eingesehen werden können. Neben dem Spiele- und Gewinnangebot werden auch der Service und die allgemeine Seriosität der Webseiten untersucht.



Darüber hinaus gibt es noch viele andere Kriterien. Wie ist der Aufbau der Seite? Ist sie stabil, lädt sie schnell und kann man der Verbindung vertrauen? Wie ist das mobile Angebot realisiert? Gibt es eine mobile-Seite oder sogar eine eigens entwickelte App? Und was ist mit dem Bonus? Gibt es Sonderzahlungen bei der ersten Anmeldung oder einem anderen Meilenstein? Das und viel mehr wird das Team von bestescasino.ch für die einzelnen Casinos herausfinden und den Leserinnen und Lesern aufzeigen. Wen dieses Thema also interessiert, sollte sich diese Seite vormerken.

Stete Lockerung der Gesetze seit 2009

Die komplette Legalisierung von Glücksspielen im Internet wäre auf vielen Feldern ein Durchbruch. Wirtschaftlich, im Hinblick auf Steuer- und Lizenzeinnahmen sowie auch auf die Sensibilisierung der Bevölkerung bezogen. Denn was verboten ist (auch nur von Anbieterseite her), das ist doch reizvoll. Ist etwas legal und damit schon fast „normal“, dann verliert es teils an Reiz und teils auch an seinem Tabustatus. So ist die Möglichkeit, einen öffentlichen Diskurs zu führen, besser gegeben. Lockerungen des besagten Verbots werden übrigens schon seit 2009 angestrebt und schrittweise vollzogen, wie die ESBK darlegt.

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