10 Tipps für den Aktienhandel

Aktien versprechen ein großes Gewinnpotential und sind nicht nur in Zeiten von Niedrigzinsen eine sinnvolle Geldanlage. Allerdings ist das Handeln mit Aktien nicht frei von Risiken. Die folgenden 10 Tipps helfen dabei, die Risiken zu minimieren und das eigene Vermögen langfristig zu vermehren.

1. Sich im Vorfeld informieren

Beim Aktienkauf ist ein Privatanleger zunächst einmal auf sich allein gestellt. Er kennt zu Beginn nichts außer der Kursentwicklung der gewünschten Aktie sowie deren aktuellen Wert. Umso wichtiger ist es, die wichtigsten Informationen einzuholen, um dann eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Eine zentrale Kennzahl unter den Unternehmenszahlen ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Hieran lässt sich ablesen, ob die Gewinne des Unternehmens den aktuellen Aktienpreis rechtfertigen. Ebenso wichtig ist die Unternehmensbilanz für das aktuelle Geschäftsjahr sowie der Vorjahre. Diese verrät, ob das Unternehmen gesund wirtschaftet und seine Marktposition behaupten oder sogar ausbauen konnte. Oft können Einsteiger diese Kennzahlen aber nur schwer deuten. Es lohnt sich deshalb, auch die Empfehlungen von Analysten und Ratingagenturen in die eigene Entscheidungsfindung einfließen zu lassen.

Darüber hinaus sind das Marktumfeld und die Konkurrenz des Unternehmens von Bedeutung. Das gewünschte Unternehmen sollte im Idealfall über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und über ein etabliertes Gewinnmodell verfügen, das es von der Konkurrenz abhebt.

2. Die richtige Strategie

Viele Wege führen nach Rom. Dieser Leitsatz gilt auch für den Aktienhandel. Unterscheiden lassen sich vor allem die zwei grundsätzlichen Strategien der Diversifikation sowie des Value Investing.

Im Falle der Diversifikation setzt der Anleger auf ein breites Portfolio, bestehend aus vielen Aktien unterschiedlicher Regionen und Wirtschaftszweigen. Hierdurch werden die Risiken abgemildert und sichergestellt, dass der Anleger von einer langfristigen positiven Marktentwicklung profitiert.

Dem gegenüber steht das Value Investing, welches nicht zuletzt durch Warren Buffet Verbreitung fand. Hier sucht der Anleger gezielt nach unterbewerteten Aktien und verkauft diese, sobald sich der Aktienkurs dem Unternehmenswert angepasst hat. Aufgrund der Beschränkung auf wenige Aktien ist das Verlustrisiko hier ungleich höher und setzt entsprechende Erfahrung voraus.

3. Die Streuung des Portfolios

Neben der Grundstrategie sollte sich jeder Anleger um eine angepasste Streuung der Aktien bemühen.

Konservative Anleger können sich vor allem auf etablierte Unternehmen aus Nordamerika und Westeuropa konzentrieren. Diese werden auch als Blue Chips bezeichnet. Dem gegenüber stehen Unternehmen aus Schwellenländern, etwa Indien und Südafrika, deren Gewinnpotential und Risiko häufig ungleich höher ausfallen.

Daneben muss sich jeder Anleger entscheiden, inwiefern er von beständigen Dividenden profitieren will. Hierbei handelt es sich um regelmäßige Gewinnausschüttungen von Unternehmen an die Anleger, welche häufig jedoch auf Kosten des Entwicklungspotentials der Aktie selbst erfolgen.

4. Die Ruhe bewahren

Das Auf und Ab der Aktienmärkte kann vor allem Privatanleger schnell verunsichern. Es ist deshalb entscheidend, Durchhaltevermögen zu beweisen und auch Kursrückschläge zu verkraften.

Gestützt wird dieser Ratschlag durch Untersuchungen des Anlageverhaltens in den letzten Jahrzehnten. So konnte in Studien nachgewiesen werden, dass auf langfristige Sicht jene Anleger die höchste Rendite verzeichneten, die ihr Portfolio kaum oder überhaupt nicht umschichteten.

5. Verluste gezielt begrenzen

Trotz der langfristigen Perspektive ist es dennoch ratsam, starke Verluste einzugrenzen. Hierzu steht dem Anleger das Werkzeug der Stopp-Loss-Order zur Verfügung. Mit deren Hilfe wird eine Aktie automatisch verkauft, sobald ein gewählter Aktienwert unterschritten wird. Empfehlenswert ist die Festlegung der Stopp-Loss-Order bei etwa 20% unterhalb des aktuellen Kurswerts.

Ergänzend kann auch eine Stopp-Order oberhalb des aktuellen Kurswerts die Sicherung von Gewinnen erlauben und erweist sich als sinnvoll, sobald ein Unternehmen kein langfristiges Wachstumspotential bietet.

6. Nicht der Masse folgen

Jeder Anleger sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Aktienkurs durch das Anlageverhalten aller anderen Aktionäre bestimmt wird.

Es erweist sich deshalb als ratsam, nicht grundsätzlich den aktuellen Trends zu folgen und gegebenenfalls Entscheidungen zu treffen, welche als aktuell unpopulär gelten. Erst durch eigene Einschätzungen und Entscheidungen lassen sich schließlich unterbewertete Aktien finden und lukrative zukünftige Trends aufspüren.

7. Gewinne realisieren

Sobald ein Kursverlauf eine hohe Steigung in kurzer Zeit erfährt und kein weiteres zeitnahes Wachstum zu erwarten ist, sollten Anleger den Verkauf der Aktie in Erwägung ziehen. Hierdurch lässt sich dem Risiko einer Kurskonsolidierung auf niedrigerem Niveau entgehen und es wird frisches Kapital für neue Investments gewonnen.

8. Das Weltgeschehen im Blick haben

Die Wirtschaft ist in Zeiten der Globalisierung eingebettet in das gesamte Weltgeschehen und entsprechend abhängig von diesem.

Wichtige geopolitische Entscheidungen und Geschehnisse spielen bei der Auswahl des Portfolios demnach eine wichtige Rolle. Dies können beispielsweise Kriege, Terroranschläge, Strafzölle, diplomatische Zerwürfnisse oder Wahlergebnisse sein.

9. Insider als Orientierungshilfe

Prognosen sind im Wertpapierhandel nur äußerst unzuverlässig. Grund sind die unzähligen und teils unbekannten Variablen, welche für die Wertpapierentwicklung verantwortlich sind.

Es ist deshalb interessant, sich an Insidern zu orientieren und etwa darauf zu achten, ob Manager Anteile eines ihnen bekannten Unternehmens halten oder abstoßen. Schließlich sind diese Teil des Unternehmens und mit dem Wirtschaftsbereich vertraut. Folglich haben sie Einsichten, die dem Privatanleger und selbst vielen Analysten verwehrt bleiben.

10. Direktinvestitionen in Unternehmen tätigen

Letztlich empfiehlt es sich auf langfristige Sicht, direkt in Unternehmen in Form von Aktien zu investieren. Schließlich handelt es sich hierbei um reale Werte in Form von Unternehmensanteilen, die eine Grundsicherheit auch über Krisenzeiten hinweg versprechen. Um Aktien kaufen zu können, spielt auch das Bezugsverhältnis eine wichtige Rolle. Es gib die Anzahl der Aktienpapiere an, die jemand besitzen muss, um junge Aktien kaufen zu können.

Andere Finanzprodukte, etwa Hebelprodukte, locken zwar mit kurzfristig hohen Gewinnen, beinhalten aber auch das Risiko eines erheblichen oder totalen Verlustes. Sie eignen sich deshalb vor allem als Ergänzung zu einem überlegt gewählten Aktienportfolio und nicht als zentrale Geldanlage.

Bilder: CC0 Creative Commons
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