Spinnen und fliegende Hunde besetzen den Rigihof

  Rothenburg: Rigihof | Fam. Krummenacher |

tg. Diese Ausstellung des grossartigen Nebikoner Künstlers Stephan Bucher Twerenbold hat es in sich. Zwei überdimensionierte Spinnen grüssen die vorbeiziehenden Wanderer, Auto- oder Velofahrer von der kleinen Rigi, dann geht es an zähnefletschenden und fliegenden Hunden vorbei, um schlussendlich die Mini-Skulpturensammlung in Art von Readymades bewundern zu können. Was Stephan Bucher Twerenbold aus Abfällen wie alten Bügeleisen, Kaffeemaschinen, Feldstechern oder Lampen zusammenstellt, ist grossartiges Recycling der besonderen Art, phantastische Kunst. Die über 50 Vernissage-Besucherinnen und -Besucher zeigten sich begeistert.

Die Spinnen

Wer von Rothenburg her die Ausstellung besucht, wird von diesen beiden Spinnen empfangen. Bewusst spielt hier Stephan Bucher Twerenbold an die Horrorfilme der 50er Jahre an, wo atommutierte Riesenameisen, -Wespen oder -Affen die Menschheit bedrohten. Die beiden Spinnen scheinen unmittelbar den Hügel hinausgekrabbelt, dann aber glücklicherweise auf dem Rigihügel festgefroren zu sein.

Die Vernissage

Kurt Weber, auf dem Bild rechts zusammen mit dem Künstler, führte kurz und humorvoll ins Werk von Stephan ein. Als Kommissionsmitglied ist er für die Ausstellung verantwortlich, kennt er Stephan doch seit gemeinsamen Fumettozeiten. Zu den Skulpturen meinte er: es sind Objekte, die jeden faszinieren, die offen sind im besten Sinne der Kunst, bei denen jeder individuell seine eigene Geschichte bilden und seine eigene Sichtweise einbringen kann. Stephan führte anschliessend die Vernissage-Besucher an drei Grossskulpturen vorbei und erzählte seine Geschichte dazu. Wie sehr Kurts Votum zutrifft, zeigte sich an den immer wieder heftigen Diskussionen zu den einzelnen Skulpturen, wo sich die Betrachter gegenseitig ihre Geschichten vortrugen, die zu oft phantastischen Sichtweisen der Objekte zusammen kombiniert wurden. Kunst als Dialog im besten Sinne.

Die Kleinskulpturen

Neben diesen toll in den Rigihof integrierten Grossskulpturen waren im Rahmen dieser Ausstellung auch viele Kleinskulpturen von Stephan zu bewundern. Unglaublich, was da alles aus den Recycling-Materialien entstanden ist: Feldstecher werden zu zwei Gwunder-Augen, eine Kaffeekanne zu einem Vogel mit Imponiergehabe. Die Phantasie von Stephan scheint keine Grenzen zu kennen, und die vielen lachenden Betrachter oder faszinierten Kinder zeugen davon, dass diese Kunst bei den Betrachtern eigentlich nur Bewunderer findet und Begeisterung auslöst.

Es war eine ganz tolle Vernissage und eine bemerkenswerte Ausstellung, organisiert von der Kunst- und Kulturkommission im Rahmen der diesjährigen Mottos „Kunst auf dem Bauernhof“. Ein riesen Dankeschön gebührt sicher dem Künstler, der für die kurze Ausstellungszeit ein riesen Engagement zeigte und viele Stunden in den Aufbau investierte. Ein ebensolches Dankeschön an die Hofbesitzer Luzia und Armin Krummenacher und Kinder: ihre Freude an der Ausstellung war spürbar, und ihrer tolle Gastfreundschaft und Unterstützung haben wir von der Kommission immer wieder geniessen können.

Thomas Glatt, Kunst- und Kulturkommission Rothenburg
1 Kommentar
Ramona Geiger aus Luzern | 16.05.2014 | 17:47  
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