170-Jahr Feier der Erscheinung von La Salette

  Am 19. September 2016 wurde in der Kapelle der Unteren Waid in Mörschwil SG der Gottesdienst zu Ehren der Erscheinung der Gottesmutter von La Salette gefeiert. Hauptzelebrant war Pater Piotr Zaba, Leiter des Schweizer Distrikts. Unter den Konzelebranten befand sich auch der Regens des Bistums St. Gallen, Albert Wicki. Mit seiner Anwesenheit bezeugte er die Verbundenheit des Bistums mit den Missionaren von La Salette. Alle übrigen Salettiner des Missionshauses, die Lehrer und Schüler des Gymnasiums Untere Waid, sowie viele Freunde von La Salette füllten die Kapelle bis auf den letzten Platz.
Ivo Schürmann
Der Schülerchor der Unteren Waid unter der Leitung von Gianni Pede bereicherte den Gottesdienst mit mitreissendem Gesang. Ministranten mit Weihrauch und Kerzen – ebenfalls Schüler des Gymnasiums – verliehen der Liturgie eine besonders feierliche Note. Die Predigt dieses Festtages hielt Pater Piotr Zaba, der vor allem auf die anwesenden Schüler einging. Er stellte dabei die Beziehung des Menschen zu Gott ins Zentrum. Der Prediger wies auf die Liebe Gottes zu den Menschen und die persönliche Beziehung von Gott mit den Menschen hin. Er nutzte dabei einen Vergleich, indem er den Gottesdienstbesuchern die Frage stellte, ob Gott und die Menschen sich halbe Beziehungen wünschten? Nein, Gott sehnt sich nach einer tiefen und engen Freundschaft mit den Menschen. Gott leiht den Menschen immer sein Ohr, niemals ist er zu müde für unsere Anliegen. Gott ist für die Menschen 100% da, nicht bloss 50%.
Gegen Ende der Predigt wurde Pater Piotr konkreter: „Wie kommen wir Gott näher? Erstens: Nie wieder ein Tag ohne Gebet. Zweites: Wenn immer möglich am Sonntag einen Gottesdienst aufsuchen. Drittens: Worte des Hasses und der Verletzung vermeiden. Wenn wir dies befolgen, arbeiten wir mit, dass die Welt um uns besser wird.“
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es in der Turnhalle des Gymnasiums einen Apéro, zu dem alle eingeladen waren.
Erscheinung in einer kalten und grauen Welt
In den Jahrzehnten nach der französischen Revolution (1789) wehte ein Geist des Unheils durch Europa. Das religiöse Leben lag darnieder – nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land. Ebenfalls herrschte eine Glaubensferne nicht nur in den wohlhabenderen Schichten, sondern auch bei den Arbeitern und Bauern. Viele Menschen waren geradezu besessen von ihrem Hass auf die Kirche. Kirchen wurden geplündert, Kruzifixe mit Füssen getreten, Altäre zerstört und Kirchenfenster eingeschlagen. Priester und Ordensleute misshandelt und verspottet. Religiöses Wissen ging rasch verloren. Alkoholismus war weit verbreitet, Lästerungen allgegenwärtig. Die Menschen schienen Gott aus ihrem Alltag verbannt zu haben. Dabei hatten es die Menschen schwer. Die Industrialisierung förderte die Landflucht, die Menschen in den Städten und Fabriken fanden sich in prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen wieder. Kinderarbeit war allgegenwärtig. In eine solche Zeit erschien die Mutter Gottes den beiden Hirtenkindern auf La Salette. Ihr war es ein Anliegen, die Menschen Gott näher zu bringen und ihnen ein Leben in Würde zu verschaffen. Nach der Erscheinung von La Salette fanden viele Menschen in der Gegend um Grenoble wieder zu Gott. Der damalige Bischof des Bistums stellte fest: „Während mehr als 20 Jahren habe ich alles versucht, das religiöse Leben in meinem Bistum wieder zu erneuern, ich habe nichts erreicht. Da kam mir die Gottesmutter zu Hilfe und in einem halben Jahr nach der Erscheinung von La Salette war meine Diözese wie umgewandelt.“
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