170 Jahre La Salette

  1846-2016: 170 Jahre Erscheinung von La Salette

Am 19. September 2016 jährt sich die Marienerscheinung von La Salette zum 170. Mal. Auf einer Kuhweide in den französischen Alpen, auf 1800 Meter über dem Meer, erschien die Mutter Gottes am 19. September 1846 den beiden Kindern Maximin und Melanie. Aus dieser Erscheinung entwickelte sich in La Salette ein Wallfahrtsort, aus dem die Gemeinschaft der Salettiner hervorging. In Mörschwil SG findet am 19. September um 10.00 Uhr ein Festgottesdienst in der Kapelle der Unteren Waid statt. Am Sonntag danach wird der traditionelle Pilgersonntag durchgeführt. Zwei Kandidaten aus Deutschland sind ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft der Salettiner im deutschsprachigen Raum.
Leiter des Schweizer Distrikts, Pater Piotr Zaba MS

Die Sonne wärmte an jenem 19. September 1846 die Berge und Täler rund um La Salette. Die Tage wurden kürzer, die Nächte länger, die Menschen dachten schon wieder mit Unbehagen an die kalten und schneereichen Wintertage. In den französischen Alpen können die Winter hart und ungemütlich sein. Die beiden Hirtenkinder Melanie und Maximin dachten aber an jenem Septembertag weder an kalte Wintertage noch an all die anderen Herausforderungen, mit denen sich Frankreich damals konfrontiert sah. Sie dachten an ihre Kühe, ihr Picknick und an ein schönes Fleckchen Wiese, wo sie ihren Mittagsschlaf halten konnten.

Eine unbekannte Frau verkündet Barmherzigkeit
Es war für die beiden Kinder eigentlich wie immer, wenn sie die Tiere auf Alpweiden hüteten. Trotzdem sollte dieser Tag ihr Leben für immer verändern. Sie hielten nach dem eigenommenen Mittagessen ein Nickerchen. Als sie aufwachten, suchten sie nach ihren Kühen. Dann sahen sie in der Mulde etwas über dem Boden schwebend eine schöne Frau. Eine Mutter, die viele Sorgen hat, die in die Berge gekommen ist, um sich auszuweinen, meinten sie. Die Frau begann, zu den beiden Kindern zu sprechen.
Die schöne Frau war niemand anderer als die Mutter Gottes. Unter Tränen beklagte sie sich bei den Kindern über die Gottesferne der Menschen und ihr gottloses Verhalten. Als Spätfolge der Französischen Revolution war ein grosser Abfall der Menschen vom Glauben feststellbar. Der Gottesmutter ging es darum, die Menschen wachzurütteln, damit sie sich bekehrten. Die Kernbotschaft der Mutter Gottes lautet Jesus liebt euch, er hat euch schon gerettet. Also bekehrt euch, nehmt seine Rettung an und findet neu zu Gott, zu sich selbst und zueinander.
Aus dieser Erscheinung heraus bildete sich der Marienwallfahrtsort La Salette und 1858 die Kongregation der Salettiner. Ihre Sendung ist die Versöhnung – das Herzstück des Evangeliums. In der Schweiz ist der Orden seit 1884 präsent, in Mörschwil seit 1924.

Ein Geschenk des Himmels
Am 4. September haben zwei Postulanten aus Deutschland: Markus Dörner und Franziskus Konrad ihre Ausbildung in der Kongregation der Salettiner in der Schweiz begonnen. Im Postulat, das ein Jahr dauert, geht es um gegenseitiges Kennenlernen vor dem Noviziat. Diese Zeit soll den Postulanten helfen, die richtige Entscheidung für ihre Zukunft zu treffen. Nach über vierzig Jahren schenkte Gott den Salettiner im deutschsprachigen Raum den ersehnten Nachwuchs. Es ist ein Geschenk des Himmels zum 170. Jahrestag der Erscheinung und eine grosse Herausforderung für die Patres. Sie lassen sich aber gerne gegenseitig herausfordern, damit die Botschaft von La Salette alle Menschen erreichen kann.
Maria von La Salette möge Markus und Franziskus begleiten und sie auf den Wegen ihres Sohnes leiten. Sie sei ihnen Mutter in ihrem ganzen Leben.

Pilgersonntag im Zeichen des Jubiläums
Nebst den Feierlichkeiten in Mörschwil, findet am 25. September im allgäuerischen Engerazhofen das Kapellenfest statt. Das Programm beginnt um 9.30 Uhr mit der Prozession zur La Salette-Kapelle, einer der ältesten La Salette-Kapelle im deutschsprachigen Raum. Sie stammt aus dem Jahr 1866. Mehr Informationen finden Sie unter: www.salettiner.ch
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