Pilatus hebt mit Lernenden ab

Automatiker Dominik Stocker (links) und Polymechaniker Mika von Arx leisten schon als Lernende Präzisionsarbeit im Flugzeugbau und werden von Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk motiviert.

Der Nationale Bildungspreis 2017 der Hans Huber Stiftung und der Stiftung FH SCHWEIZ geht an den Flugzeughersteller Pilatus in Stans für die vorbildliche Berufsbildung und Begleitung von Jugendlichen beim Karrierestart. Der mit 20‘000 Franken dotierte Preis wird am 21. November 2017 in Basel verliehen.

«Den Fachkräftemangel kennen wir eigentlich nicht», sagt Fredy Glarner, um sogleich anzufügen: «Aber nur deshalb, weil wir seit Jahren entgegenwirken.» Der Pilatus-Fabrikations- und Ausbildungsleiter kümmert sich als Geschäftsleitungsmitglied persönlich um die strategische Ausrichtung der Berufsbildung. Die Jury des Nationalen Bildungspreises sei vom vorbildlichen Ausbildungskonzept und dessen erfolgreichen Umsetzung beeindruckt, begründet Christian Fiechter, Präsident der Hans Huber Stiftung, den Entscheid, den zweiten Nationalen Bildungspreis an Pilatus zu verleihen. Rainer Kirchhofer, Geschäftsführer der Stiftung FH SCHWEIZ, hat den Flugzeughersteller schon länger auf dem Radar, weil ihm die «beachtlichen Investitionen in die Ausbildungsarbeit, die eindrückliche Unternehmenskultur mit hoher Mitarbeitereinbindung und die jahrelang guten Leistungen der Lernenden» aufgefallen sind.

Aus der ganzen Schweiz
«Pilatus hebt dank den Lernenden ab», sagt Fiechter, und leiste damit einen Beitrag dazu, dass «die ganze Branche und die Region zum wirtschaftlichen Höhenflug ansetzen konnten». Das Engagement im Bereich der Personalentwicklung beginnt ganz gezielt schon mit der Lehre, erklärt Personalchef Kurt Bucher: «Wir wollen nicht einfach Stellen mit ausländischen Arbeitskräften füllen. Wir wollen jungen Menschen eine Chance geben.» 120 Lernende profitieren davon. Die Lehrstellen bei Pilatus sind begehrt: Die Lernenden kommen grösstenteils aus der Innerschweiz, aber auch aus allen anderen Regionen der Schweiz. Für sie bietet das Unternehmen die Möglichkeit, in Firmennähe in einer betreuten Wohngemeinschaft zu leben.

Verantwortung übertragen
Zum Berufsbildungskonzept gehört eine durchdachte Struktur. Unter dem Vorsitz von Fredy Glarner setzen Berufsbildner und Lernende einerseits in der Lernendenkom¬mission die Leitplanken; andererseits entwickeln in der Lernendenorganisation ausschliesslich Lernende neue Ideen, organisieren Informationsveranstaltungen und kümmern sich um Anliegen der angehenden Fachkräfte. Es falle auf, so Kirchhofer, dass den Lernenden bewusst Verantwortung und Kompetenzen übertragen werden. Das ist auch Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk ein grosses Anliegen: Der oberste Chef interessiert sich immer wieder persönlich für die Ausbildung und sucht den direkten Kontakt zu den jungen Menschen.

Chef ist «Landmaschinenmech»
Auch CEO Markus Bucher bekennt sich geradlinig zu flachen Hierarchien und sagt mit Stolz: «Ich bin gelernter Landmaschinenmech.» Er ist ein Paradebespiel dafür, wie man sich mit Engagement und Weiterbildung beruflich entwickeln kann. Die Förderung der Mitarbeitenden sei für das Unternehmen generell besonders wichtig, weil der Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften gross sei, betont Fredy Glarner. Deshalb würden auch Mitarbeitende unterstützt, die die Berufsmatura machen und sich an einer Fachhochschule weiterbilden lassen möchten. Gegenwärtig wird laut Glarner ausserdem die Lehrwerkstätte ausgebaut. Das Investitionsvolumen erreicht Millionenhöhe. Dies sei aussergewöhnlich, sagt Fiechter: «Damit werden noch bessere Rahmenbedingungen für die vielfältigen Ausbildungen geschaffen, die eine grosse Ausstrahlungskraft und wirtschaftliche Bedeutung haben. Es erstaunt nicht, dass rund ein Viertel der 2000 Angestellten die Lehre bei Pilatus selber gemacht hat.»
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