Schönheitsoperationen können psychisches Wohlbefinden stärken

Immer mehr Schweizer entscheiden sich für Schönheitsoperationen. Auch Wissenschaftler sind mittlerweile überzeugt davon, dass diese postive Auswirkungen, auch auf die Psyche, haben können. (Foto: StockUnlimited)

Schönheitsoperationen können sowohl in psychischer, als auch in physischer Hinsicht vielen Menschen das Leben erleichtern. Das haben Wissenschaftler in einer langangelegten Studie herausgefunden. Sowohl eine Steigerung des Selbstwertgefühls als auch die Beseitigung körperlicher Probleme können mit einer kosmetischen Operation angegangen werden. Nicht immer also sind Schönheitsoperationen reiner Luxus. Entscheidend ist vor allem das richtige Maß, wie einzelne prominente Beispiele auf negative Art und Weise verdeutlichen.

Aktuell denken immer mehr Schweizer offen über eine Schönheits-OP nach. Von kosmetischen Veränderungen am Körper erhoffen sie sich mehr Selbstbewusstsein und ein positiveres Auftreten in der Öffentlichkeit. Langfristig können so positive Effekte für das eigene Selbstwertgefühl und die Lebensqualität des Betroffenen erzeugt werden.

Körperliche Veränderung kann Wohlbefinden stärken

Viele Menschen denken beim Wort „Schönheits-OP“ immer zuerst an verunstaltete B-Promis, die mit dem Versuch einer Verschönerung des eigenen Körpers ganz schön daneben gelangt haben. Ihre Gesichter scheinen erschreckend deutliche Beispiele zu sein, die Finger von einer Schönheits-OP zu lassen. Doch häufig sprechen durchaus auch gesundheitliche Gründe für einen kosmetischen Eingriff. Schönheitsoperationen bedeuten nämlich längst nicht immer nur puren Luxus. Wer sich im eigenen Körper unwohl fühlt, dem fehlt für viele Dinge das nötige Selbstbewusstsein. Ein kleiner Eingriff kann da schon für Besserung sorgen. Schönheitsoperationen beschränken sich nicht nur auf das Gesicht. Sie bearbeiten stattdessen generell Schwachstellen des menschlichen Körpers.

Eine Frage für die Wissenschaft

In einer langfristig anberaumten Studie hat Prof. Dr. Jürgen Margraf, Alexander von Humboldt-Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der RUB, nun nachgewiesen, dass eine chirurgische Operation im kosmetischen Bereich durchaus positive Folgen haben kann. In seiner im Jahre 2013 veröffentlichten Studie bestätigt er, dass eine Schönheitsoperation in vielen Fällen positive Aspekte für die allgemeine Lebensqualität der Betroffenen hat. Dabei verglich Margraf eine Gruppe von Menschen, die sich zum ersten Mal zu einer Schönheits-OP entschlossen hatten, mit einer allgemeinen Gruppe derer, für die ein solcher Eingriff nie ein Thema war und einer Gruppe von Probanden, die sich in früheren Zeiten Gedanken über eine OP gemacht, sich letzten Endes aber gegen die Durchführung entschieden hatten. Die operierten Personen gaben über den gesamten Untersuchungszeitraum in der Mehrzahl an, sich im eigenen Körper wohler zu fühlen als zuvor. Ihr Selbstwertgefühl sei gestiegen, sie hätten ihr vorher gestecktes Ziel mit der Operation erreicht und fühlten sich in ihrem Körper, vor allem aber in Bezug auf das operierte Körperteil, deutlich attraktiver als zuvor. Margraf belegt mit seiner Studie den positiven Effekt kosmetischer Eingriffe auf die allgemeine Lebensqualität der Betroffenen.

Verschiedene Arten von Schönheits-OPs

Allgemeiner Tenor ist es, eine Schönheits-OP sei ein medizinischer Eingriff, der aus gesundheitlichen Gründen nicht notwendig ist. Diese Definition legt zugrunde, um was es den Betroffenen geht: Schönheitsoperationen sollen langfristig für ein größeres Wohlbefinden im eigenen Körper sorgen. Damit kommt allerdings sehr wohl eine gesundheitliche Komponente ins Spiel. Psychische Probleme aufgrund mangelnden Selbstwertgefühls sind keine Seltenheit in der modernen Gesellschaft. Wer sich im eigenen Körper unwohl fühlt, muss langfristig betrachtet mit psychischen Problemen rechnen und ist damit gesundheitlich negativ beeinflusst.

Derweil lassen sich verschiedenste Anwendungsbereiche in Sachen Schönheits-OP unterscheiden. Der ganze Körper ist potentiell für eine Veränderung offen. Deshalb ist die Frage nach dem richtigen Bereich der Operation nur individuell und nicht kollektiv zu beantworten. Die häufigsten Anwendungsbereiche sind Fettpolster an Bauch- oder Hüftbereich und vermeidliche Makel im Gesicht. Das hängt vor allem damit zusammen, dass ebenjene Fettpolster und Unregelmäßigkeiten im Gesicht in der Öffentlichkeit nur schwer zu verstecken sind. Um also für ein größeres Wohlgefühl zu sorgen, werden Fettpolster abgesaugt und Unregelmäßigkeiten korrigiert. Klassische Anwendungsbereiche von Schönheitsoperationen sind auch weibliche Brüste. Diese lassen sich künstlich durch Implantate vergrößern. Allerdings sind nicht nur Frauen Nutznießer von Schönheitsoperationen. Auch Männer beanspruchen kosmetische Veränderungen am eigenen Körper, sind dabei aber deutlich in der Unterzahl. Um die 87 Prozent aller Schönheitsoperationen werden am weiblichen Körper durchgeführt.

Verbesserung des körperlichen Zustands

Zum Bereich der Schönheits-OPs gehören auch solche Eingriffe, die den eigenen Körper physisch auf lange Sicht gesehen schonen und somit positiven Einfluss auf das Wohlbefinden des Betroffenen haben. Entsprechende Bereiche sind beispielsweise Operationen an der Nase oder Fettabsaugungen. Wer seine Nase begradigen lässt, tut das mitunter nicht nur aus kosmetischen Gründen, sondern sorgt auch dafür, dass die Atemwege vergrößert werden. Das kann enorme Auswirkungen haben, beispielsweise auf die körperliche Aktivität. Einen ähnlichen Effekt kann eine Fettabsaugung mit sich bringen. Sie führt zu erheblichem Gewichtsverlust, etwa zur Schonung der Kniegelenke. Diese könnten auf lange Sicht unter zu hohem Gewicht Schaden nehmen und dann im Alter enorme Probleme bereiten. Wer sich Fett absaugen lässt, entlastet seine Kniegelenke und sorgt so auch kurzfristig dafür, wieder beweglicher zu werden. Diese Beweglichkeit wirkt sich dann langfristig ebenfalls positiv auf das körperliche Befinden aus. Schönheitsoperationen können also durchaus auch positive Langzeiteffekte mit sich bringen. Das hängt aber auch vom Willen und der Disziplin des Patienten ab. Trotzdem gilt: Je nach individueller Situation kann ein kosmetischer Eingriff sinnvoll, unter Umständen sogar notwendig sein, um langfristig gesund zu bleiben. Das gilt sowohl in psychischer, als auch in physischer Hinsicht.
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Alex Bittlinger aus Region Zürich | 05.08.2017 | 13:18  
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